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Ä Tännschen, please!: Infos und Trends zum Weihnachtsbaumkauf 2020

Aufgepasst! Schon die perfekte Tanne ausgesucht? Laura Charlott Stegemann, amtierende deutsche Weihnachtsbaumkönigin, hat Infos und Trends rund um den Lieblingsbaum der Deutschen gesammelt.

Lesezeit: 6 Minuten

Unsere Autorin: Laura Charlott Stegemann kommt von einem Schweinemastbetrieb mit Weihnachtsbaumproduktion und Hofladen in Steinfurt (NRW).

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… Weihnachten steht vor der Tür: Aber welcher Christbaum steht dahinter? Seit 1980 gilt die Nordmanntanne mit einem Marktanteil von 80 % als der beliebteste Baum der Deutschen. In den 70er Jahren war es noch die Blaufichte, die sich in Europa größter Beliebtheit erfreute. Nebenbuhler: Rotfichte und Nobilistanne.

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Heute stammen rund 90 % der bei uns verkauften Bäume aus Deutschland; der dänische Importanteil liegt nur noch bei ca. 10 %.

Trend zum Zweitbaum

Viele Familien stellen zusätzlich zum Weihnachtsbaum im Wohnzimmer eine Tanne in den Garten oder auf die Terrasse. Der Vorteil: An der kühlen Luft bleibt der Baum länger frisch. Durch die Fenster scheinen die Lichterketten bis ins Haus hinein, wo sie wohlig-warme Weihnachtsstimmung verbreiten.

„Immer mehr Leute kaufen ihren Baum zum 1. Advent“, betont Weihnachtsbaumproduzent Holger Strübbe (siehe Reportage auf der rechten Seite). Die Bäume schmücken dann die ganze Adventszeit über Haus und Hof.

Nach der Lichterkette kommen die Kugeln an den Baum. Dabei richtet sich auch die Art und Farbe des Baumschmucks nach aktuellen Trends. In diesem Jahr dreht sich alles um natürliche Produkte, z.B. Anhänger aus Holz oder Stroh, aber auch Eicheln und Blätter. Angesagt sind Erdtöne wie Beige, Braun und Cremeweiß.

Tipps und Tricks zum Kauf

Das Weihnachtsbaumangebot ist groß und die Auswahl nicht leicht. Wichtig beim Aussuchen und Aufstellen:

  • Auf eine grade und frische Schnittfläche achten. Eine gleichmäßige, runde Wuchsform, unverletzte Zweige ohne Schleifspuren sowie glänzende Nadeln zeugen von Qualität und Frische. Stattliche Nordmanntannen kommen auf 18 bis 25 € pro laufenden Meter.



  • Den Baum nach dem Kauf bis zum Aufstellen im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien aufbewahren. Zwei bis drei Finger breit anschneiden und ins Wasser stellen.



  • Steht der Baum im Wohnzimmer, unbedingt ausreichend bewässern und hohe Raumtemperaturen vermeiden. Ansonsten fängt er schneller an zu nadeln.

Weihnachtsbaumständer

Den Christbaum sollte man 24 Stunden vor dem Schmücken aufstellen und aus dem Netz nehmen. So lang braucht er, um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen.

Vorbei ist das Ausrichten des Baumes mit Schrauben oder Holzkeilen! Mit einem modernen Ständer geht das heute deutlich leichter. Der Niederbayer Klaus Krinner erfand 1989 den „Einseil-Christbaumständer“, den die Firma Krinner bis heute verkauft. Mithilfe eines Fußpedals schließen sich Halteklammern samt Drahtseil um den Stamm – egal, wie dieser geformt ist. Das Ergebnis: Der Weihnachtsbaum steht genau so im Ständer, wie man ihn beim Schließen der Klammern hält. Die Größe des Ständers orientiert sich dabei an der Baumhöhe.

Von klassisch grünen Modellen, Edelstahlständern mit Holzfurnieren oder sogar Baumhalterungen mit Edelsteinbesatz ist auf dem Markt einiges zu haben. Die Firma FHS International bietet unter anderem Ständer mit LED-Füllanzeige für den Wasserstand an.

Und nach Weihnachten? Für viele Familien gibt das Fest der Heiligen Drei Könige (6. Januar) Anlass, den Baum abzuschmücken und zu entsorgen. Vielerorts holen dann die Landjugenden oder die Feuerwehren die ausgedienten Tannen gegen eine kleine Spende ab.

Hätten Sie’s gewusst?

Die Tradition, zu Weihnachten einen Baum aufzustellen, lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Der Vatikan konnte sich anfangs nicht mit dem Christbaum anfreunden, da dieser als bürgerliches Symbol und als unreligiöses Brauchtum galt. Der erste geschmückte Baum stand im Jahr 1982 auf dem Petersplatz in Rom. Seitdem erkennt die katholische Kirche das Symbol offiziell an.

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R E P O R T A G E

„Wir arbeiten das ganze Jahr für schöne Weihnachtsbäume“

Vom Setzling zum stattlichen Baum: Bis Holger Strübbe (44) einen Christbaum auf seinem Betrieb in Lotte (NRW) verkaufen kann, vergehen mehrere Jahre. Dabei sind viel Arbeit und Pflege nötig.

Flächen mit sattgrünen Weihnachtsbäumen, so weit das Auge reicht. Inmitten von 140 ha Christbaumplantage befindet sich der idyllisch gelegene Hof der Familie Strübbe. Damit die ersten ausgewachsenen Nordmanntannen ab November an die Kunden ausgeliefert werden können, hat Produktionsgartenbauer Holger Strübbe aus dem nordrhein-westfälischen Lotte bei Osnabrück viel zu tun.

Schönheitssalon „Tannenschonung“

Insgesamt arbeiten auf dem Betrieb 14 Festangestellte und je nach Jahreszeit bis zu 35 Saisonarbeitskräfte für schöne Bäume. 80 Stunden Arbeit stecken pro Jahr in einem Hektar Weihnachtsbaumkultur. Mulchen, fräsen, Wege instand setzen und Zäune ziehen: Im Frühjahr rekultiviert der 44-Jährige die Schonungen. „Im März pflanzen wir, je nach Witterung, neue Weihnachtsbäume mit der Pflanzmaschine“, erklärt der Familienvater.

Um dem Schönheitsideal der Verbraucher, nämlich einem pyramidenförmigen Baum, zu entsprechen, praktiziert Strübbe im Frühjahr den Formschnitt. Damit die Abstände zwischen den Astreihen gleichmäßig bleiben, nimmt er eine spezielle Zange und schneidet in die Rinde der Baumspitze. Damit unterbricht er den Saftstrom und hemmt das Spitzenwachstum. In den Schonungen von Holger Strübbe findet man Nordmanntannen verschiedener Herkunft wie z.B. die Ambrolauri, deren Saatgut aus dem Kaukasus stammt.

„Ab Mitte August startet die Etikettierung der Bäume, die bis ca. Mitte Oktober andauert. Wir zeichnen die Christbäume aus, die wir ab Mitte November ernten wollen“, erläutert Strübbe. Zudem mäht der 44-Jährige begrünte Zwischenräume, Fahrgassen und Vorgewende regelmäßig ab. Bis eine 2 m große Nordmanntanne schlagreif ist, vergehen im Schnitt 12 bis 14 Jahre. Wichtiger Kunde ist der Großhandel (Gartencenter, Kommunen, Hofläden, Firmen). Doch auch der Ab-Hof-Verkauf an den Privatkunden macht einen Teil des Geschäfts aus.

Baumverkauf: Alle helfen mit

„Manche Kunden kommen schon im November, um einen Baum zu kaufen“, sagt Strübbe. In der Regel beginnt daher für ihn ab Mitte November das Geschäft. Während der Hauptverkaufszeit im Dezember ist dann die ganze Familie eingespannt. „Unsere drei Töchter helfen gerne mit. Sie bringen die Bäume mit unserem ‚Tannentaxi‘, einer Sackkarre, zum Auto der Kunden und freuen sich immer übers Trinkgeld“, sagt er. Seine Mutter kümmert sich um den Glühweinverkauf. Ehefrau Steffi hilft beim Bäume Sägen und Verkaufen.

Ihren eigenen Christbaum stellen Strübbes auf, wenn Ende Dezember Zeit ist. Steffi Strübbe schmückt ihn spätestens am 24.12. Gemeinsam kann die Familie den Baum nicht dekorieren, da an Heiligabend vereinzelt Kunden kommen.

Holger Strübbe sind in diesem Jahr durch die abgesagten Weihnachtsmärkte viele Großkunden abgesprungen. Dafür hofft er auf einen besseren Privatverkauf: „Schon mein Papa meinte, dass sich die Leute in wirtschaftlich schlechten Zeiten auf Familie und Traditionen besinnen.“ Neben dem Baumgeschäft betreibt Strübbe in großen Teichen direkt am Hof Fischzucht. Zusätzlich ist er auch für Lohnarbeiten wie Stumpf beschneiden, mulchen und fräsen in den Christbaumkulturen von anderen Produzenten tätig.

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