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Forstbuch-Autor

Wohlleben gegen Aufräumen und Neuanpflanzen von Wäldern

Der Wald-Erklärer Peter Wohlleben kritisiert die staatlich subventionierte Abholzung und Räumung abgestorbener Wälder. Stattdessen müsse es Geld geben, wenn man den Wald sich selbst überlässt.

Lesezeit: 3 Minuten

Der studierte Forstwirt und Buchautor Peter Wohlleben (56), der in der Eifel eine Waldakademie betreibt, spricht sich dafür aus, vertrocknete und vom Borkenkäfer befallene Wälder nicht zu fällen und aufzuräumen. Auch Neuanpflanzungen seien unsinnig, man sollte den Wald einfach ein paar Jahrzehnte sich selbst überlassen.

Im Interview mit dem Spiegel erklärte Wohlleben, dass man am besten nichts tun sollte, um den Wald widerstandsfähiger zu machen. Man sollte keine Bäume pflanzen und den Wald einfach mal Wald sein lassen, ein paar Jahrzehnte lang, wie er sagte. „Bäume, die in Baumschulen groß werden, bekommen einen Wurzelschnitt und wurzeln daher nicht so tief wie Bäume, die alleine im Wald groß werden. Das Gebot der Stunde heißt: Abwarten und zugucken, was die Natur macht. Dann wachsen überraschend robuste Bäume, ganz ohne Fördergelder übrigens. Der nächste Laubwald kommt kostenlos um die Ecke.“

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Auch die jetzt geschädigten Wälder solle man „in Ruhe sterben lassen“. Neue, junge Bäume würden schon von alleine zwischen den alten wachsen. Und die sterbenden Fichtenplantagen hätten ja trotzdem einen ökologischen Wert. „Sie speichern CO2, sie speichern Wasser, sie werfen Schatten, sie bieten Windruhe. Stattdessen geht der deutsche Staat derzeit her und subventioniert jeden Kubikmeter geschlagenes Holz mit ein paar Euro. Die Folge: Die Waldbesitzer räumen die Waldflächen ab und legen sie in die pralle Sonne. Der Boden trocknet aus. Staatlich subventioniert, wird den sterbenden Plantagen also hinten raus noch mal ein kräftiger Fußtritt verpasst. Sehr viele Aufforstungen in Deutschland aus diesem Jahr sind aktuell schon wieder vertrocknet. Ich kann nur sagen: Stoppt das!“, so Wohlleben.

Vor allem sollte man nicht mehr mit großen Holzerntemaschinen in die Wälder fahren, weil diese den Boden verdichten. Der Waldboden sei der Wassertank der Bäume; bei festen Böden würden die Bäume verdursten.

Nach den aktuellen Entwicklungen kommt der Forstingenieur zu dem Schluss, dass Deutschland in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Hälfte der Waldfläche verlieren werde. Betroffen seien vor allem die Nadelbaumplantagen, also Fichte und Kiefer. Auch die Waldbrandgefahr nehme zu. Da Nadelbäume „voller Terpene stecken“, seien sie leicht entzündlich. Solange es viel und regelmäßig regnet, sei das kein Problem. Wenn es trocken wird, schon. „Nadelbäume sind wie gefüllte Benzinfässer.“

TV-Tipp: MDR Exakt - Die Story "Hitze, Stürme, Käferplage - Das Waldsterben geht weiter" am 23.9.2020 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen

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