Antrag mit Lichterketten

Bauernhochzeit: Wenn ein Landwirt eine Lehrerin heiratet

Hinterm Kuhstall und ganz unerwartet hielt Stefan vor einem Jahr um Myriels Hand an. Die Idee für die richtige Stimmung kam ihm nur fünf Tage zuvor durch einen Facebook-Beitrag.

50 Jahre: Im top agrar-Jubiläumsjahr blicken wir nach vorne. In die Zukunft blicken auch Myriel Ulrich und Stefan Fensel. Das Paar liebt das Landleben und die Landwirtschaft. Im Mai 2022 läuten für die beiden die Hochzeitsglocken.

Treffen sich ein Landwirt und eine Landwirtin auf der Kärwa, der Kirchweih. Sieben Jahre und viele gemeinsame Stunden und Erinnerungen später läuten für beide die Hochzeitsglocken. Stefan Fensel (30) und Myriel Ulrich (27) aus Eckental bei Nürnberg verbindet vor allem die Spontaneität und die Freude, Projekte zusammen umzusetzen.

Ihr sagt, Ihr habt Euch 2014 ganz klassisch auf der Kärwa kennengelernt. Worum gings im ersten Gespräch?

Myriel: Ich war zu der Zeit noch in der Ausbildung zur Landwirtin und wollte danach meinen Techniker in Triesdorf machen. Stefan hatte das schon abgeschlossen und da lag das Thema Ausbildung für uns auf der Hand.

Was verbindet Euch?

Stefan: Unsere Interessen ergänzen sich einfach. Ich mag es, dass Myriel ein fröhlicher Mensch ist. Sie sitzt gern mit mir auf dem Bulldog oder fährt selbst.

Myriel: Die großen Maschinen haben mich immer fasziniert. Ich komme zwar nicht selbst vom Hof, wusste aber früh: Ich will Landwirtin werden! Stefan unterstützt mich außerdem bei allen blöden Ideen, die ich im Kopf habe – ob Pferdekauf oder Geistesblitz zum Basteln. Vor zwei Jahren haben wir auch einen Verein gegründet, mit dem wir mehr Nähe zwischen den Landwirten und der Landbevöl­kerung schaffen wollen.

Stefan, die Idee für den Heiratsantrag hast Du bei top agrar auf Facebook gesehen und in fünf Tagen umgesetzt. Wie hat das so schnell funktioniert?

Stefan: Myriel liebt Lichterketten und nach der Lichterfahrt zu Weihnachten hatten wir hier noch die ganze Beleuchtung liegen. Die Idee war innerhalb eines Tages umgesetzt. Nachdem ich die Baustellenmatten aufgestellt hatte, musste ich nur die Lichtschläuche daran festmachen. Die Lücken, z. B. beim „i“, habe ich mit schwarzem Klebeband verdunkelt.

Myriel: Eine Freundin vom Reitstall hat mir dann auf dem Heimweg die Augen verbunden und mich hinter den Stall geführt. Ich habe gar nicht damit gerechnet und mich so sehr gefreut! Wir haben noch mit der Familie angestoßen und am nächsten Tag durfte ich dann beim Abbau helfen.

Werden die Lichterketten bei der ­Hochzeit auch wieder ein Thema sein?

Myriel: Auf jeden Fall! Ich habe schon mit meiner Familie Wimpel genäht, die zusammen mit den Lichterketten zum Polterabend und zur Hochzeit im Mai in unserer Halle hängen sollen.

Stefan: Ich freue vor allem auf den Polterabend. Wenn Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht, wird das eine große Party mit über 300 Gästen. Statt Kleid und Anzug ­tragen wir dann Dirndl und Leder­hosen.

Und wohin gehts in den ­Flitter­wochen?

Myriel: Wir machen gerne Urlaub mit Hund. Deshalb überlegen wir, vielleicht nach Rügen zu fahren. Da waren wir schon einmal und auf der Insel gibt es auch für Landwirte ­einiges zu gucken.

Welche Pläne habt Ihr für die Zukunft?

Myriel: Im September werde ich an der Berufsschule verbeamtet. Aktuell ist Stefan bei seinem Bruder angestellt. In ferner Zukunft wäre vielleicht ein eigener kleiner Hof schön. Vielleicht finden wir ja mal den passenden Betrieb für uns hier in Bayern.

"Willst Du mich heiraten?" als Schriftzug mit Lichterketten

Spontan und wunderschön: Lichterketten sind Myriel Ulrichs liebste Dekoration. Die beiden Leucht-Herzen umrahmen heute das Hofschild des Naturland-Milchviehbetriebs. (Bildquelle: Privat)


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