Agrarland wird immer teurer

Die Preise für Agrarland sind im Jahr 2011 weiter kräftig gestiegen. Um 14 % auf fast 13.500 Euro/ha gings in die Höhe. Damit kletterten die Preise noch stärker als im Vorjahr (plus 9 %). Allerdings wies die Entwicklung zum Teil deutliche regionale Unterschiede auf. In den neuen Ländern ist der Preis für Agrarflächen verglichen mit Vorjahresniveau um 19 % auf 8.800 Euro angestiegen.

Die Preise für Agrarland sind im Jahr 2011 weiter kräftig gestiegen. Um 14 % auf fast 13.500 Euro/ha gings in die Höhe. Damit kletterten die Preise noch stärker als im Vorjahr (plus 9 %).

Allerdings wies die Entwicklung zum Teil deutliche regionale Unterschiede auf. In den neuen Ländern ist der Preis für Agrarflächen verglichen mit Vorjahresniveau um 19 % auf 8.800 Euro angestiegen. In Westen Deutschlands legten die Erlöse im Mittel um 10 % auf 20.500 Euro zu. So steht es im aktuellen Situationsbericht des DBV.

Insgesamt sind 2011 nur 0,7 % der Flächen verkauft worden, die meisten davon in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen.

Je nach Bodengüte, Nutzungsart oder regionaler Lage sind die Preisunterschiede beim Kauf von Agrarflächen erheblich. Für den relativ hohen Preisstand in Bayern (besonders Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern) und Nordrhein-Westfalen (besonders Regierungsbezirke Düsseldorf und Münster) sind auch die starke Nachfrage nach Bebauungs-, Verkehrs- und Ausgleichsflächen maßgebend. Für 2011 ergibt sich bei Agrarlandverkäufen ein auf 1,55 Mrd. Euro gestiegener Umsatz. Das sind gegenüber dem Vorjahr plus 15 %.

60 % der Agrarflächen sind zugepachtet

Der Boden wird als Eigentums- oder Pachtfläche im Verhältnis von 39 % Eigentums- zu 60 % Pachtflächen genutzt. Die übrigen knapp 2 % der Flächen haben die Landwirte nach Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 unentgeltlich zur Bewirtschaftung erhalten. Bedingt durch die Vergangenheit gibt es aber einen Unterschied zwischen Ost und West: Im früheren Bundesgebiet befinden sich 53 % der LF in Pacht und 46 % in Eigentum, in den neuen Bundesländern sind dagegen 74 % in Pacht und 25 % in Eigentum. Die in der Bewirtschaftung befindlichen Eigenflächen sind zwischen 2007 und 2010 in den neuen Bundesländern um 5 Prozentpunkte angestiegen.
 
Betriebe mit weniger als 10 ha LF haben im Durchschnitt nur etwa ein Viertel ihrer Flächen gepachtet. Bei Betrieben mit 500 ha und mehr sind es gut 76 %. In Haupterwerbsbetrieben sind durchschnittlich 56 % der Flächen gepachtet, in Nebenerwerbsbetrieben 46 %. In den Personengesellschaften steigt der durchschnittliche Pachtanteil auf  65 % und in juristischen Personen sogar auf 80 % an.

Hektarpachtpreise von über 400 Euro auf 9 % der Pachtflächen

Für 9 % der Pachtflächen in Deutschland wurde nach zuletzt für 2010 vorliegenden Ergebnissen eine Jahrespacht je Hektar von mehr als 400 Euro gezahlt. Bei Ackerflächen waren es entsprechend sogar 11 %, bei Grünland dagegen nur 2 %. Für 22 % der Pachtflächen lag die durchschnittliche Jahrespacht je Hektar unter 100 Euro. Bei Neupachten dürfte das Bild etwas anders aussehen. Die amtliche Statistik gibt darüber aber keine Auskunft. Fest steht aber, dass die 2012er Preise auf einem ganz anderen Niveau liegen dürften, Beispiel Münsterland, wo die 1000 Euro-Marke vielerorts schon überschritten ist.

Im Durchschnitt des früheren Bundesgebietes sind die Pachtpreise zwischen 2007 und 2010 um 9 % auf 255 Euro/ha angestiegen, bei Ackerland deutlich stärker als bei Grünland. Von einem niedrigeren Niveau ausgehend fiel der Anstieg der Pachtpreise in Ostdeutschland prozentual wesentlich stärker aus (+ 16 %) als im westlichen Bundesgebiet. Absolut gesehen waren die Steigerungen zwischen Ost und West in etwa gleich. Die für Neupachten gezahlten Preise in den neuen Ländern lagen 2010 mit 166 Euro/ha bei etwa knapp der Hälfte des Pachtpreisniveaus in Westdeutschland (347 Euro/ha). Beim Verhältnis von Boden- zu Pachtpreis nähern sich der Osten und der Westen Deutschlands immer weiter an. (ad)

Weitere Fakten aus dem Situationsbericht finden Sie hier auf unserer Themenseite...


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