Unfaire Handelspraktiken

Agrarstrukturgesetz: LEH-Bosse schreiben Beschwerdebrief wegen Klöckners Aussagen

"Zutiefst erschrocken und persönlich diskreditiert" fühlen sich die Manager der deutschen Handelsketten über die Äußerungen von Julia Klöckner.

Die Bundesregierung hat vergangene Woche eine Gesetzesänderung verabschiedet, die zu faireren Handelsbeziehungen in der Lebensmittelkette führen soll. Bei einer Pressekonferenz begründete Bundesagrarministerin Julia Klöckner die Notwendigkeit mit „unfairen Handelspraktiken“ gegenüber kleinen Lieferanten. Als Beispiel führte die CDU-Politikerin kurzfristige Stornierungen der Handelsketten von verderblichen Waren an.

Das empört die Handelsketten. Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche haben sich nun die Chefs von Aldi, Edeka, Rewe und der Schwarz-Gruppe in Protestbriefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere Mitglieder des Bundeskabinetts beschwert.

Klöckner habe „die großen Lebensmittelhandelsunternehmen kollektiv öffentlich scharf angegriffen“, heißt es in dem Schreiben. Die Unternehmer und Manager der führenden Lebensmittelhändler zeigten sich „mehr als irritiert“ über die öffentlichen Vorwürfe, die jeglicher sachgerechten Würdigung widersprächen, zitiert die Zeitung aus dem Brief. Dabei stören sich die Unterzeichner vor allem auch an dem Ton, den die Ministerin anschlägt.

So zeichne die CDU-Politikerin „ein Zerrbild der Lebensmittelhändler, die angeblich systematisch Verträge und Recht brechen“, heißt es weiter. Man sei „über diesen massiven Angriff auf die Reputation unserer Unternehmen zutiefst erschrocken und fühlen uns persönlich diskreditiert“, schreiben die Handelsmanager.

Sie verwahren sich „entschieden gegen derlei Unterstellungen“. Es sei enttäuschend, „dass sich ein solch beispielloser Vorgang öffentlicher Diffamierung durch ein Mitglied der Bundesregierung in dieser Weise zugetragen hat“, heißt es in dem Schreiben. „Trotz der üblichen politischen Härte sollten dabei aber die Grenzen des politischen Anstands und der Ehrabschneidung nicht überschritten werden.“

Die Bauernpräsidenten zeigen sich verärgert von diesem Brief und antworten ebenfalls öffentlich: Bauernpräsidenten schreiben empörten Brief an Chefs des LEH

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