Alle drei Minuten verschwindet ein Hof in Europa

Die Linke Fraktion (GUE/NGL) im Europäischen Parlament (EP) will mit einem in Brüssel diese Woche veröffentlichten Manifest, die europäische Öffentlichkeit auf das anhaltende Höfe-Sterben in der Europäischen Union (EU) aufmerksam machen

Die Linke Fraktion (GUE/NGL) im Europäischen Parlament (EP) - zu der auch die deutsche Fraktion Die Linke gehört - will mit einem in Brüssel diese Woche veröffentlichten Manifest, die europäische Öffentlichkeit auf das anhaltende Höfe-Sterben in der Europäischen Union (EU) aufmerksam machen. Nach Berechnungen der GUE/NGL seien in den letzten zehn Jahren in der EU alle drei Minuten ein landwirtschaftlicher Betrieb aufgegeben worden.

Eine verfehlte Politik und falsche Weichenstellungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hätten mit dazu beigetragen, dass kleine bäuerliche Betriebe imm stärker von der Landkarte verschwinden. Die Linke-Fraktion im EP bemängelt, dass in der laufenden GAP von den jährlich 55 Milliarden Euro, die dem Agrarsektor zur Verfügung gestellt werden alleine 80 Prozent der Mittel an nur 20 Prozent der Empfänger gingen.

GUE/NGL (Bildquelle: Logo)

Kritik üben GUE/NGL an den Kommissionsvorschlägen zur post 2020 GAP, die die verfehlte Politik der Vergangenheit fortsetze und vor allem die großen Agrochemie-Konzerne wie Monsanto begünstige, die Umwelt und öffentliche Gesundheit gefährde und Tierwohl außer Acht ließen.

In ihrem Manifest stellen die Linke sieben Forderungen für die Ausgestaltung der künftigen GAP auf:
-       Eine nachhaltige Produktion und Konsumverhalten
-       Ein angemessenes Einkommen für kleien und mittlere Landwirtschaftsbetriebe sowie soziale Absicherung für Farmer und Arbeitnehmer im Agrarsektor
-       Eine faire Alternative zu Freihandelsabkommen und das Ende von Exportsubventionen
-       Eine Klimafreundliche auf Gesundheitsschutz ausgerichtete GAP
-       Ein Geschlechter- und altersgerechte Balance in der Landwirtschaft
 
„30 Jahre Gemeinsame Agrarpolitik haben in den Ländlichen Räumen und unseren Ökosystemen schwere Verluste nach sich gezogen“, sagte der deutsche unabhängige Europaabgeordnete Stefan Eick. Die GAP habe verheerende Auswirkungen für traditionelle bäuerliche Betriebe nach sich gezogen und negative Auswirkungen auf das Leben von Millionen Menschen und Tieren in der EU uns außerhalb nach sich gezogen.

Die GAP habe zu einer fortschreitenden Konzentration der Produktionsbedingungen mit einer Intensivierung der Landwirtshaft zulasten der ländlichen Regionen geführt. Zudem hätten externe Abhängigkeiten von landwirtschaftlichen Produkten vor allem die größten und wohlhabendsten Wirtschaften begünstigt. „So haben Agrochemiekonzerne ihre Gewinnmargen drastisch ausweiten können durch die enorme Ausweitung des Chemieeinsatzes wie Pestizide und Düngemittel“, sagte Eck. Die Auswirkungen auf Umwelt, Böden, sowie die Wasser- und Luftverschmutzung seien vor allem in Europa gewaltig , sagte der unabhängiger EU-Abgeordneter für konsequenten Tier- und Umweltschutz.
 


Diskussionen zum Artikel

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ausgerechnet die Linken

Haben nicht Ihre Vorgänger die Privat- und Kleinbetriebe in der ehemaligen DDR geradezu erwürgt. Sie sind doch die Hauptschuldigen an den Strukturunterschieden in Deutschland.

von Christian Bothe

@Gahse Mich wundert die Position der LINKE auch,weil sie es besser wissen müssten.Ich habe schon mal kommentiert,das die damalige Enteignung in der DDR sicher nicht rechtens war aber was sich daraus entwickelt hat,nämlich eine funktionierende wettbewerbsfähige industrielle LW ist ... mehr anzeigen

von Stefan Lehr

Die Ursachen sind viel vielfaeltiger.

Es fehlt mir in dieser Erklaerung leider die Darstellung der Ursache WARUM die Betriebe aufhoeren. Da sind zum Einen die ueberbordenden buerokratischen Huerden, die viele dieser Betriebe am Ueberleben hindern, zum Anderen ist es auch die - gerade von den Gruenen und Linken - forcierte ... mehr anzeigen

von Heinrich Esser

Ich würde die Linken zwar nie wählen, aber hier haben sie recht. Die Agrarpolitik ist falsch ausgerichtet, wenn irgendwelche Investoren, die ihren Ursprung nicht in der Landwirtschaft haben (Fielmann etc.), Millionen an Geldern abgreifen, die den kleinen Betrieben fehlen. Zusätzlich ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Landflucht

ist ein großes Thema in Ländern , die sich in den letzten Jahren ihre Industrie aufgebaut haben. Die niedrigen Einkommen und die hohe Arbeitsbelastung ähnelt sich doch überall.

von Gerhard Steffek

Krokodilstränen!

Ausgerechnet die Linken. Hat ja schon der Erste in seinem Kommentar geschrieben. Noch dazu wenn ich mir deren "Programm" ansehe, dann kommt mir die Galle hoch. Das ist doch alles eher ein Witz und das soll man ernst nehmen? Die Ansinnen hören sich ja gut an, aber die Verwirklichung ... mehr anzeigen

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