Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus: Supermärkte müssen Präsenz regionaler Produkte erhöhen

Die Supermärkte machen es es regionalen Anbietern sehr schwer, ihre Produkte zu listen. Für den Handel im Vordergrund steht noch immer, dass große Mengen mit gleicher Qualität geliefert werden müssen.

„Der Lebensmitteleinzelhandel muss kleineren und neuen Unternehmen verstärkt die Möglichkeit einräumen, eigene Produkte präsentieren zu dürfen.“ Dies forderte Mecklenburg-Vorpommern Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft M-V und NETTO.

Bisher würde es regionalen Anbieter sehr schwer gemacht, im Handel gelistet zu werden. Verträge würden vor allem mit denjenigen geschlossen, die in der Lage sind, ihre Produkte zu jeder Zeit und in jedweder nachgefragten Menge zu liefern.

Dabei könnte auch der Einzelhandel von Kooperationen mit regionalen Partnern profitieren: „Regionale Produkte stehen hoch im Kurs und werden auch von den hiesigen Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger nachgefragt. Produkte aus der Region stehen für Frische, Geschmack, Qualität und Sicherheit, da der Weg der Ware kürzer und damit auch besser nachvollziehbar ist“, sagte Backhaus. Nach dem BMEL-Ernährungsreport 2018 legen etwas mehr als drei Viertel (78 Prozent) der 1.000 vom Forsa-Institut repräsentativ befragten Bundesbürger Wert darauf, dass Lebensmittel aus ihrer Region kommen.

NETTO gehe mit gutem Beispiel voran, lobte Backhaus. Die Stärkung der regionalen Wirtschaft sei eine zentrale Säule der Unternehmensphilosophie. Über 300 Artikel beziehe das Unternehmen direkt von Betrieben und Produktionsstätten um den jeweiligen Standort herum.

„Gerade in ländlichen Regionen erlebt der Verkauf direkt am Ort der Produktionsstätte eine Renaissance. Dort finden Gemüse, Obst und Fleisch ohne Zwischen- und Umwege direkt zum Verbraucher. Und auch Städter müssen nicht auf regionale Lebensmittel verzichten, sondern können sich auf Wochenmärkten mit Produkten aus der Umgebung eindecken“, erklärte der Minister.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

@Fitzel

Warum die Bauernverbände? Die Politik will, die Politik fordert. Wäre die Politik wirklich daran interessiert, ausserhalb der Sonntagsreden und des Wahlkampfes oder sonstiger populistischer Aktivitäten, etwas für die regionale Wertschöpfung zu tun, hätte sie eine ganz scharfe und ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Ein Thema, bei dem die Bauernverbände die Initiative ergreifen könnten...

Warum lernen die Bauernverbände eigentlich nicht von Umweltschützern und NGOs, wie Politik heutzutage funktioniert? Statt sich immer nur mit ein paar warmen Worthülsen für regionale Erzeugung einzusetzten, könnte man die Mittel der NGOs einsetzen, indem man selbst Veränderungen ... mehr anzeigen

von Stephanie Winhard

Was...

... "die Leute" sagen und was sie dann wirklich kaufen, sind zwei Paar Schuhe - und zuallererst vom Preis abhängig.

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