Bio-Legehennenhalter können kein Grün im Auslauf garantieren

Der Öko-Anbauverband Biopark steht weiter in der Kritik, weil einige Mitgliedsbetriebe keine Pflanzen in den Ausläufen ihrer Legehennen vorweisen können. Wie die Tageszeitung taz berichtet, weigere sich der Verband jedoch, Sanktionen zu verhängen. Biopark erklärt, es werde ja nachgesät, das sei nur schnell zertrampelt.

Der ökologische Anbauverband Biopark steht weiter in der Kritik, weil einige Mitgliedsbetriebe keine Pflanzen in den Ausläufen ihrer Legehennen vorweisen können. Wie die Tageszeitung taz berichtet, weigere sich der Verband jedoch, Sanktionen zu verhängen.

Biopark erklärt dazu, dass die Betriebe sehr wohl nach jeder Ausstallung wieder Gras ansäen würden. Dieses ist dann offenbar nur sehr schnell nicht mehr sichtbar, was an den großen Tierzahlen - oftmal viele tausend pro Gebäude - liegt. Laut der taz ist das Problem seit Jahren bekannt, Betriebe und Behörden würden es aber bislang nicht in den Griff bekommen.

Laut EU-Ökoverordnung muss Freigelände für Geflügel überwiegend aus einer Vegetationsdecke bestehen. Diese Vorschrift soll es erschweren, dass der Boden durch Wind und Wasser erodiert, dass Nährstoffe aus den Ausscheidungen der Hühner ins Grundwasser gelangen und dass die Hühner Schadstoffe über Bodenpartikel aufnehmen, erklärt die Zeitung weiter. Außerdem biete ein grüner Auslauf den Hühnern deutlich mehr Deckung.

Ostendorff gegen Bio-Großanlagen

Für solche Bio-Großanlagen darf es laut Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff keinen Freifahrtschein geben. Er ist der Ansicht, dass es nicht zu rechtfertigen ist, wenn Bio-Großerzeuger Umweltanforderungen und Tierschutzstandards nicht einhalten. Der Anbauverband Biopark müsse dafür sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben und die gute fachliche Praxis umgesetzt werden.

Biopark weigere sich bislang gegen Bio-Großerzeuger Sanktionen zu verhängen. Dies führe zu einem Vertrauensverlust von Verbrauchern in die hohen Bio-Standards, so Ostendorff weiter. „Bio-Legehennen, mit maximal 3000 Tieren pro Stall sowie einem entsprechenden Auslauf mit Vegetationsdecke, müssen als Bio-Standards eingehalten und in der Praxis umgesetzt werden. Dabei ist eine geschlossene Vegetationsdecke besonders wichtig, um Nährstoffauswaschungen zu verhindern und den Tieren Beschäftigung zu ermöglichen“, so der Politiker.

Es könne auch nicht sein, dass mehrere „Ställe“ in einem Gebäude zusammengelegt werden. Es müsse ein klarer Unterschied zwischen einer Bio- und konventioneller Tierhaltung sichtbar sein.
 
Ostendorff fordert zudem die Lebensmittelketten auf, die Umsetzung der guten Bio-Standards zu prüfen. Und die Bundesregierung schließlich müsse mit einer klaren und eindeutigen Ausführungsvorschrift dafür sorgen, dass jeder Stall in der Bio-Legehennen- Haltung ein einzelnes Gebäude ist und mit maximal 3000 Tieren belegt ist. Auch bei der Revision der EU-Öko-Verordnung sollte sie sich für eine klare und eindeutige Regelung einsetzen.

Biopark wehrt sich

Verärgert über die Berichte in der taz und die anschließende Stellungnahme Ostendorffs zeigen sich Biopark und die von Ostendorff angesprochenen Betriebe. In einem gemeinsamen Schreiben stellen sie klar:

  • Alle Ausläufe weisen Pflanzen auf
  • die genannten 30.000 Legehennen in einem Gebäude haben keine Verbindung zu Fürstenhof
  • mehr Deckung als Bäume mit tief hängenden Zweigen gibt es nicht. Aber gerade dies soll laut LALLF keine Vegetationsfläche darstellen, trotz anderer Absprachen

Herr Ostendorff wird zu einem Vorortbesuch eingeladen.

 

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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