BUND gibt Landwirtschaft Schuld an Massenunfall auf A19

Nachdem ein Sandsturm am Freitag auf der A19 bei Rostock zu einem Massenunfall mit acht Toten geführt hat, hat die Umweltschutzorganisation BUND der Landwirtschaft die Schuld dafür gegeben. „Durch die jahrelange Vernachlässigung der Bodenstruktur haben die Böden immer weniger Humusgehalt, sie degradieren“, sagte Burkhard Roloff gegenüber der Presse.

Nachdem ein Sandsturm am Freitag auf der A19 bei Rostock zu einem Massenunfall mit acht Toten und 131 Verletzten geführt hat, hat die Umweltschutzorganisation BUND der Landwirtschaft die Schuld dafür gegeben. „Durch die jahrelange Vernachlässigung der Bodenstruktur haben die Böden immer weniger Humusgehalt, sie degradieren“, sagte der Agrarkritiker Burkhard Roloff gegenüber der Presse. Die obere Krume trockne durch die breite Verwendung von Kunstdüngern aus. Je geringer der Humusgehalt vor allem bei den leichteren Böden in der Nähe der Unfallstelle sei, desto einfacheres Spiel habe der Wind, so der BUND-Mitarbeiter.


Er machte darüber hinaus die großen Agrarstrukturen aus DDR-Zeiten ohne Hecken mit verantwortlich für den Bodenabtrag. Die Wind-Erosion sei auf den großen Feldern in Mecklenburg-Vorpommern viel größer als beispielsweise in Schleswig-Holstein, wo die Felder vergleichsweise eine noch überschaubare Größe haben.

Als totalen Unsinn bezeichnete Mecklenburg-Vorpommerns Bauernpräsident Rainer Tietböhl unterdessen diese Vorwürfe. Es habe jetzt sechs Wochen lang deutliche Trockenheit geherrscht, so dass keinem Landwirt ein Vorwurf zu machen sei. „Das sagen Leute, die keine Ahnung von der Landwirtschaft haben“, ärgerte sich Tietböhl. Er wies auch die Theorie zurück, dass die Verwendung von Kunstdünger schuld an der Bodenqualität sei. „60 bis 70 % des Strohs, das ist auch Humus, bleibt im Acker. Dann kommt Dung dazu, dann kommt teilweise Gülle dazu, das ist alles Humus, den wir dem Acker zuführen.“


"Sturmböen sind im Norden keine Seltenheit", stellte auch Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. In Mecklenburg waren am Freitag Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von 117 km/h gemessen worden. Bauern aus der Umgebung versuchten, den Sand zu binden, indem sie Gülle auf die umliegenden Felder ausbrachten. Dies soll ihnen laut Presseberichten auch gelungen sein. (ad)
 


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