Agrarpolitiker im Bundestag

Bundestagswahl: Scholz SPD gewinnt und die Agrarpolitik muss sich sortieren

Nach einer langen Wahlnacht ist klar, die SPD hat die Bundestagswahl knapp gewonnen. Die Agrarpolitik muss sich sortieren. Eine erste Übersicht über das agrarpolitische Personal im neuen Bundestag.

Die SPD hat die Bundestagswahl knapp gewonnen. Nach Angaben des Bundeswahlleiters wurden die Sozialdemokraten mit Olaf Scholz am Sonntag mit 25,7 % stärkste Partei. Die CDU/CSU kommt am Ende auf 24,1 %. Die Grünen erzielen 14,8 % der Stimmen und erringen damit Platz 3. Danach folgt die FDP mit 11,5 %. Die AfD landet mit 10,3 % auf dem fünften Platz. Die Linke rutscht auf 4,9 % ab, schafft aber trotz des Verfehlens der 5%-Hürde den Einzug in den Bundestag, weil sie drei Direktmandate in Berlin und Leipzig erhält.

Klöckner musste zittern

In den Wahlkreisen gibt es einige Überraschungen, auch bei den in der Agrarpolitik engagierten Bewerbern um ein Mandat für den Bundestag. So verfehlt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) das Direktmandat in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie erreichte dort nur 29,1 % der Erststimmen. Ihren Wahlkreis gewinnt der SPD-Bewerber Joe Weingarten mit 33%. Klöckner steht allerdings auf Platz 1 der CDU-Landesliste in Rheinland-Pfalz und kommt am Ende mit einem Bundestagsmandat doch noch zum Zug. Auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), Uwe Feiler (CDU), zieht nicht direkt sondern über die Landesliste Brandenburg in den Bundestag.

Breher, Connemann und Stegemann holen Direktmandat

Sicher gewonnen hat hingegen die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher ihren Wahlkreis Cloppenburg/Vechta mit 49 % der Erststimmen. Auch die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Gitta Connemann hat ihren Wahlbezirk Unterems mit knapp 45% der Stimmen verteidigt und wird eine weitere Wahlperiode in Berlin dranhängen können. CDU-Agrarsprecher Albert Stegemann kann seinen Wahlkreis rund um Lingen im Emsland sowie dem Kreis Grafschaft Bentheim mit 40,5% verteidigen und zieht ebenfalls direkt in den Bundestag ein. Hermann Färber von der CDU hat das Direktmandat im Wahlkreis Göppingen in Baden-Württemberg mit 31 % der Stimmen gewonnen. In Sachsen-Anhalt setzt sich im Wahlkreis Burgenland – Saalekreis das bisherige Mitglied im Agrarausschuss Dieter Stier von der CDU mit 26,27 % der Stimmen als Direktkandidat durch.

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