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„Das Halali der Hilal Sezgin“

Tierrechtlerin Hilal Sezgin schreibt in der „Zeit“: „Freies Fleisch für freie Bürger? Was die Massentierhaltung dem sogenannten Nutzvieh antut, ist unerträglich und beschämend. Aber wir verdrängen das lieber.“ Der Bauernverband Schleswig Holstein kritisiert den Zeit-Beitrag von Hilal Sezgin mit folgenden Worten:

Lesezeit: 3 Minuten

Tierrechtlerin Hilal Sezgin schreibt in der „Zeit“: „Freies Fleisch für freie Bürger? Was die Massentierhaltung dem sogenannten Nutzvieh antut, ist unerträglich und beschämend. Aber wir verdrängen das lieber.“


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Der Bauernverband Schleswig Holstein kritisiert den Zeit-Beitrag von Hilal Sezgin mit folgenden Worten:


Wo schreibt sie es? In der „Zeit“, der bekanntlich Masse vor Klasse geht. Gerne erinnert man sich an „Die Rache aus dem Stall“. Nach massiven Protesten bis hin zur Demo vor dem Verlagsgebäude erklärte auch der deutsche Presserat die Beschwerde der Bauern über die Artikelserie als begründet.

Doch zurück zu Frau Sezgin: „Die etwa 10 Prozent Ferkel, die in den ersten Lebenswochen sterben oder gegen die Wand geschlagen, hoppla, euthanasiert werden, sind nur kleine Nummern im Geschäftsbuch. Verschleißteile sozusagen, Kollateralferkel.“

Wer zum Hilali auf die deutsche Tierhaltung bläst, sollte ein Thema nicht verdrängen: Die Wildtiere. Wie geht es denen eigentlich? Die Natur ist keine heile-heile-Gänschen-Welt. So sterben 10 % der Rehe im ersten Lebensmonat, ein Drittel im ersten Jahr. Kollateral-Kitze eben. Das Durchschnittsalter eines Rehs liegt bei 2 Jahren. Die meisten Tiere verenden im Winter aus Futtermangel. Dazu kommen Infektionen und Parasitenbefall. „Artgerecht ist nur die Freiheit“, sagt Sezgin. Diese Freiheit kann also kurz und schmerzhaft sein. Oder ist das alles doch nicht so schlimm, Natur eben?

Bei Wildschweinen ist die Sterblichkeit der Frischlinge unzumutbar hoch. Es sterben knapp 30 Prozent im ersten Jahr, meist im ersten Monat. Die Sterblichkeit ist abhängig von der Zahl der Fressfeinde. Sind Wölfe in der Nähe, sterben etwa 70 Prozent. Echte Kollateral-Frischlinge eben. Und niemand beschwert sich, auch Frau Sezgin nicht! Artgerecht ist ja nur die Freiheit. Besser als ein Nutztierleben? Dann liegt wohl in der Kürze die Würze...

Sezgin hat recht: Bei Hausschweinen liegen die Ferkelverluste bei vergleichsweise geringen acht bis 15 Prozent. Im Vordergrund stehen hier der Tod durch Erdrücken und Lebensschwäche. Kollateralferkel eben, nur viel mehr.



Natur hat nicht das Ziel, jedes Tier zu erhalten. Das einzelne Tier hat keinen Selbstzweck. Bauern schützen, pflegen und hegen ihre Tiere. Auch diese haben keinen Selbstzweck, sondern dienen unserer Ernährung. Auch hier gibt es Kompromisse, nur sind sie tierfreundlicher: Nutztiere werden jeden Tag satt, leiden keinen Durst, werden nicht von Raubtieren verfolgt, sondern vor Krankheiten und Witterungsunbilden geschützt. Artgerecht und frei wie die Natur? Sicherlich nicht. Besser für das Tier? Auf jeden Fall überlegenswert!



Übrigens: In Deutschland ereignen sich im Jahr knapp 200.000 Wildunfälle. Skandal? Nein, irgendwie ganz normal. Waren ja wir alle zusammen, auch Frau Sezgin oder die Zeit-Redakteure.



Der Presserat kritisierte seinerzeit einen Verstoß gegen die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht durch die Zeit-Redaktion. Sezgin ist erklärte Tierrechtlerin. Es ist sozusagen artgerecht, wenn sie so schreibt. Aber ein Qualitätsblatt wie die Zeit sollte eine noch frische Rüge des Presserats nicht einfach abhaken, sondern sich um mehr Ausgewogenheit bemühen. Oder ist die Mutation zum Quantitätsjournalismus bereits vollzogen?

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