Demo gegen Wiesenhof-Schlachthof in Königs Wusterhausen

Am Samstag demonstrierten Naturschutzverbände und Anwohner gegen die geplante Erweiterung eines Wiesenhof-Schlachthofs in Königs Wusterhausen. Aufgerufen hatte das Bündnis „Meine Landwirtschaft“/Wir haben es satt", das u.a. jährlich in Berlin eine große Demo zur Grünen Woche ausrichtet.

Demo in Königs Wusterhausen (Bildquelle: "Wir haben es satt!")

Am Samstag demonstrierten Naturschutzverbände und Anwohner gegen die geplante Erweiterung eines Wiesenhof-Schlachthofs in Königs Wusterhausen. Aufgerufen hatte das Bündnis „Meine Landwirtschaft“/Wir haben es satt", das u.a. jährlich in Berlin eine große Demo zur Grünen Woche ausrichtet.

Die Teilnehmer forderten einen Stopp der geplanten Verdopplung der Schlachtkapazitäten auf 240.000 Hühner am Tag. In dem Schlachthof des größten deutschen Geflügelproduzenten sehen die Veranstalter ein Symbol der verfehlten Agrarpolitik unter Bundesminister Christian Schmidt (CSU). Statt tatenlos zuzusehen, wie immer mehr Ställe mit zehntausenden Tieren gebaut würden, müsse die nächste Bundesregierung den Stallumbau hin zu besonders artgerechten Haltungsformen fördern, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir haben es satt!“-Sprecher Jochen Fritz: „Wir brauchen einen Umbau der Landwirtschaft zu mehr ‚Klasse statt Masse‘. Die nächste Bundesregierung muss endlich den gesellschaftlich gewollten Umbau anpacken. Die Bevölkerung will gute Tierhaltung, der Staat muss den Bauern beim Stallumbau unter die Arme greifen. Die Bauern, die uns gesund ernähren, ihre Tiere artgerecht halten und die Artenvielfalt schützen, müssen wieder von ihren Produkten leben können. Eine Fehlbesetzung wie Bundesminister Schmidt darf es daher nach der Bundestagswahl nicht noch einmal geben.“
 
Kerstin Rist, Anwohnerin und Mitglied der Bürgerinitiative „KW stinkt’s“: „Ohne Genehmigung hat Wiesenhof seine Kapazitäten auf 160.000 Hühner am Tag erhöht. Nicht einmal als ich Strafanzeige erstattet habe, haben die Behörden reagiert. Wir haben es hier mit lokalem Staatsversagen zu tun. Die Behörden sind Wiesenhof als weltweit agierendem Konzern, der sich offenbar nicht um Gesetze und Vorschriften schert, nicht gewachsen. Daher sage ich: Herr Umweltminister Vogelsänger, dieser Skandalschlachthof darf nicht erweitert werden!“
 
Angela Dinter von der Tierschutzorganisation PROVIEH: „Mit jeder Schlachthoferweiterung entstehen Megaställe, in denen 40.000 Tiere und mehr gehalten werden. Diese Tiere sehen nie Tageslicht, sind völlig überzüchtet und landen nach 36 Tagen in diesen Hühner-Schlachthöfen. Um Klima, Umwelt und Gesundheit zu schützen, muss der Fleischkonsum reduziert werden. Wir brauchen mehr Tierschutz und langsamer wachsende Tiere, denn der Qualzucht muss ein Ende gesetzt werden.“

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht

Die Redaktion empfiehlt

Die Organisatoren der jährlichen „Wir haben es satt“ Demonstrationen veranstalten im September eine Aktionstour durch Deutschland. Ziele sind Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Brandenburg. ...

Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen