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"Der Wolf kann Naturschutzziele gefährden"

Eine neue Studie fordert die Regulierung des Wolfsbestandes und eine bessere Förderung der Weide.

Eine breit angelegte Studie namhafter Experten der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg sieht die Ausbreitung des Wolfes kritisch. Sie berge nicht nur Konflikte mit Weidetierhaltern, sondern gefährde einige Naturschutzziele. Warum erklärt Prof. Rainer Luick von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg im Interview mit top agrar Südplus.

  1. Prof. Luick, wie sind Sie bei Ihrer Untersuchung konkret vorgegangen und wer hat sie in Auftrag gegeben?

Prof. Luick: In unsere Studie sind die Kompetenzen von sechs renommierten Experten eingeflossen. Die Expertise basiert nicht auf eigenen empirischen Untersuchungen. Es ist vielmehr die Analyse und Reflexion von verfügbaren Daten und Informationen und eine Synthese existierender Normen. Wir standen dazu mit hunderten Weidetierhaltern in Kontakt. Unser Anliegen war, zu diesem hochemotionalen Thema ein seriöses und differenziertes Positionspapier zu entwickeln, das die Interessen und Anliegen möglichst vieler Akteure adressiert. Eine konkrete Absicht haben wir verfolgt: In diesem Jahr wird für die kommenden sieben Jahre der Rahmen für die programmatischen Ziele, die konkreten Instrumente und die Finanzierung der Agrarpolitik der EU Länder beschlossen. Darin eingebunden sind auch wichtige Naturschutzaspekte. Indirekt geht es dabei auch um den Wolf, denn jetzt wird entschieden, ob es für extensive, weidetiergebundene Grünlandnutzungen sinnvolle und auskömmliche Instrumente geben wird.

2. Warum kann die Ausbreitung des Wolfes für den Naturschutz nicht zielführend sein?

Prof. Luick: Naturschutz sehen wir als Warenkorb mit vielen Zielen, die sich auf einer gesellschaftlichen Werte- und Normenskala auch ständig ändern. Nach Sesshaftwerdung und Ausbreitung ist auch der Wolf Objekt und Ziel des Naturschutzes. Wichtiges Ziel bleibt auch die Erhaltung und die Entwicklung von artenreichen, extensiven Grünlandökosystemen. Dafür brauchen wir die entsprechenden tierhaltenden...

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