Direktzahlungen sichern Existenz

Die EU-Direktzahlungen, die Landwirte aus dem europäischen Haushalt bekommen, stehen oft in der Kritik. Landwirte würden ihren Hof viel lieber ohne Ausgleichszahlungen bewirtschaften – die meisten sind aber auf das Geld aus Brüssel angewiesen. Warum das so ist, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).

Die EU-Direktzahlungen, die Landwirte aus dem europäischen Haushalt bekommen, stehen oft in der Kritik. Landwirte würden ihren Hof viel lieber ohne Ausgleichszahlungen bewirtschaften – die meisten sind aber auf das Geld aus Brüssel angewiesen. Warum das so ist, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).
So machen die Ausgleichszahlungen im EU-Durchschnitt 36 % des Einkommens der Landwirte aus. In Deutschland liegt dieser Anteil sogar teilweise bei der Hälfte des landwirtschaftlichen Einkommens. Das zeigt, wie wichtig die Gelder aus Brüssel für die Existenz der Landwirte sind.

Als Gegenleistung bekommt der Verbraucher sehr günstige Lebensmittel, die sicher und gesund sind, erklärt der Bauernverband weiter. Schließlich würden sie regelmäßig kontrolliert. Während der Verbraucher noch vor 40 Jahren 25 % des Einkommens für Lebensmittel ausgeben musste, seien es heute nur noch 11 %. Ohne die EU-Direktzahlungen müssten die Preise für Lebensmittel steigen.

Nicht ohne Grund heißen die „Subventionen“ im Fachjargon „Ausgleichszahlungen“, heißt es weiter. Die Bauern erbringen eine Reihe von gesellschaftlichen Leistungen dafür: Sie sorgen für die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln, für die Pflege und den Erhalt der Kulturlandschaft, für die Gewinnung von Erneuerbaren Energien und für die Attraktivität des ländlichen Raumes. Eine Honorierung hierfür durch Direktzahlungen im Rahmen der EU-Agrarpolitik ist daher gerechtfertigt. Denn die in der EU geltenden höheren Umwelt-, Tierschutz- und Sozialstandards sind für die europäischen Bauern mit Zusatzkosten und einer Benachteiligung im internationalen Wettbewerb verbunden, so der RLV.

Wie eine Umfrage im Rahmen des „Eurobarometers“ der EU-Kommission ergab, sind mehr als drei Viertel (77 %) der EU-Bürger der Meinung, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) allen Bürgern der EU zugutekommt. Mehr als 80 % der EU-Bürger befürworten die Kernziele der Europäischen Agrarreform, also die Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln, ausgewogenere Entwicklung der ländlichen Gebiete oder Unterstützung von Junglandwirten. Die Mehrzahl der EU-Bürger befürworten die Unterstützung der Landwirte und den Anteil, den diese Unterstützung im EU-Haushalt einnimmt.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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