Donau Soja verbietet Glyphosat in der Abreife

6,5 Mio. t Soja wurden 2015 in ganz Europa, inklusive der Ukraine geerntet. Das sind 71 % mehr als 2012. Bis 2025 könnte sich die Produktion um nochmals 215 %, auf 20,5 Mio. t erhöhen.

6,5 Mio. t Soja wurden 2015 in ganz Europa, inklusive der Ukraine geerntet. Das sind 71 % mehr als 2012. Bis 2025 könnte sich die Produktion um nochmals 215 %, auf 20,5 Mio. t erhöhen.

„Schaffen wir eine Steigerung der Erträge, eine stärkere Einbindung der Sojabohne in die Fruchtfolge und die Nachfrage nach Donau Soja nachhaltig zu steigern, bin ich davon überzeugt, dass sich Europa, bei gleichbleibendem Bedarf, 2025 zu 50 statt heute 5,7 % selbstversorgen kann,“ sagt Matthias Krön, Obmann des Verein Donau Soja.

Damit zählt Soja heute zu einer bedeutenden europäischen Ackerkultur. Gleichzeitig werden 40 Mio. t Sojabohnen und Sojaschrot (äquivalent zu Sojabohnen) aus der weltweiten Ernte von 319 Mio. t, nach Europa importiert. 85 % davon sind gentechnisch verändert (GVO).

Die meist verwendete GVO-Sorte ist Roundup Ready (RR), die in Verbindung mit dem Totalherbizid Glyphosat verwendet wird. Krön wiederholt in diesem Zusammenhang unbestätigte Behauptungen von Glyphosatgegnern: Das Mittel finde sich im Urin, Muttermilch und Bier und sei wahrscheinlich krebserregend sowie für Krankheiten, Fehlgeburten, Missbildungen und Todesfälle verantwortlich.

Die Bedenken der Verbraucher hält der Obmann daher für rechtens. "Die Verwendung von Sikkationsmitteln und damit die Anwendung des Totalherbizids Glyphosat, gehört bestimmt nicht zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Wir nehmen die Bedenken unserer Konsumenten sehr ernst und setzen dies in unserem Standard um“, so Krön.

Daher sei seit Anfang des Jahres die Verwendung von Sikkationsmitteln für alle Donau Soja Bauern und innerhalb der gesamten Donau Region verboten. „So können wir die Anwendung von Glyphosat im Donau Raum maßgeblich reduzieren.“ Donau Soja setze sich für eine gute landwirtschaftliche Praxis ein. Der Verein veröffentlichte unter anderem seine „Best Practice Manuals“ für den konventionellen und biologischen Anbau von Soja.
 
Auch auf der Abnehmerseite gewinnt Soja aus Europa laut dem Verein laufend mehr an Bedeutung. Immer größere Mengen an zertifiziertem Donau Soja würden vor allem in Mitteleuropa in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung eingesetzt.
 
„Während wir uns für den verstärkten Anbau von Soja in Europa einsetzen, ist es uns besonders wichtig, dass der Sojaanbau möglichst nachhaltig bleibt. Der Donau Soja Standard sieht strenge Regulierungen für die Landnutzung, den Pflanzenschutz und die Gentechnik vor. Wir behalten uns vor, den Donau Soja Standard weiter zu entwickeln, so wie wir es jetzt im Bereich Sikkation beschlossen haben,“ sagt Krön.
 


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