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Ein Pferdeschlachter berichtet: "Pferdefleisch ist hochwertig"

Pferdefleisch hat in diesen Tagen einen anrüchigen Ruf bekommen, als handele es sich grundsätzlich um einen groben Verstoß, Pferdefleisch als Lebensmittel auszuweisen. Dabei gibt es für dieses hochwertige Nahrungsmittel einen kleinen, feinen Markt, wie Richard Mecke aus Werne berichtet.

Lesezeit: 2 Minuten

Pferdefleisch hat in diesen Tagen einen anrüchigen Ruf bekommen, als handele es sich grundsätzlich um einen groben Verstoß, Pferdefleisch als Lebensmittel auszuweisen. Dabei gibt es für dieses hochwertige Nahrungsmittel einen kleinen, feinen Markt, wie Richard Mecke aus Werne berichtet.

 

Mecke ist Eigentümer und Geschäftsführer einer Schlachterei und Metzgerei, die neben Schweine-, Lamm- und Rindfleisch auch Pferdefleisch anbietet, schreibt das Wochenblatt Westfalen-Lippe. Ursprünglich ist das vor mehr als 60 Jahren gegründete Familienunternehmen sogar eine reine Pferdemetzgerei gewesen.

 

Obwohl ihn der Betrug am Kunden durch die falsche Deklaration ärgert, bemüht sich Mecke durch den Dialog mit der Presse, Sachlichkeit in das Thema zu bringen. „Pferdefleisch ist ein hochwertiges Produkt“, betont der Schlachter. Es sei cholesterin- und fettarm sowie sehr eisenhaltig. So enthalten beispielsweise 100 g Pferdefleisch 3,5 mg Eisen – Rinder liefern dagegen nur 1,9 mg.

 

Und warum wird Rind- durch Pferdefleisch ersetzt?, fragt das Wochenblatt. „Schuld ist der Preis. Rind ist teurer als Pferd. Vor allem im vergangenen halben Jahr haben die Preise für Rinder angezogen“, erklärt der Experte. Er selbst schlachtet etwa 20 Pferde pro Woche, die alle aus Deutschland stammen. Größtenteils sind es Privatkunden, die ihre Tiere an den Schlachter verkaufen. Im Vorfeld muss der Besitzer jedoch erst den dazugehörigen Pferdepass vorlegen. In diesem steht, ob das Pferd als Schlachttier eingetragen ist. Zudem ist dort vermerkt, wenn das Tier mit Medikamenten behandelt wurde. Auch Mecke hält ein paar eigene Pferde, um immer ausreichend Ware für seine Kunden zu haben.

 

Für ein durchschnittliches Schlachtpferd werden nach Angaben des Wochenblattes derzeit etwa 40 bis 60 Cent/kg Lebendgewicht o. MwSt. bezahlt. Bei guter Fleischqualität sind auch mehr als 80 Cent möglich. Durchschnittlich haben Pferde eine Ausschlachtung von 60 %, bei guten Schlachtkörpern sind es bis zu 63 %. D.h., bei einem 600 kg schweren Tier wären dies 360 kg. Besonders geeignet sind laut Mecke übrigens mittelalte Reitpferde. Kaltblüter und andere „dicke“ Rasse haben dagegen zuviel Fett.

 

Bekannte Produkte aus Pferdefleisch sind der rheinische Sauerbraten, Steaks, Fleisch- und Bockwurst, Salami, Mettwurst und Frikadellen. In Europa essen die Italiener mit 1 kg pro Kopf und Jahr das meiste Pferdefleisch. Wir kommen gerade mal auf 40 g. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2012 in Deutschland etwa 11.300 Pferde geschlachtet, 2 % weniger als im Vorjahr. (ad)

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