Embargo: Gefährliche Panschereien bei Lebensmitteln in Russland

In Russland schlägt das Handelsembargo gegen die EU voll durch, und weckt kriminelle Geister. So ist u.a. Milch zur Mangelware geworden, das Defizit soll sich laut Pressemeldungen 2015 auf 8 Mio. t belaufen haben. Daraus wollen skrupellose Geschäftemacher Kapital schlagen und panschen kräftig bei den Lebensmitteln.

In Russland schlägt das Handelsembargo gegen die EU voll durch, und weckt kriminelle Geister. So ist u.a. Milch zur Mangelware geworden, das Defizit soll sich laut Pressemeldungen 2015 auf 8 Mio. t belaufen haben.

Daraus wollen skrupellose Geschäftemacher Kapital schlagen und panschen offenbar kräftig bei den Lebensmitteln. So war in den russischen Medien ein Hüttenkäse zu sehen, der in einem Experiment angezündet wurde und wie Popcorn im Topf sprang. Unter dickem grauen Rauch brannte der „Käse“ 10 Minuten lang. Grund: In dem zum Verzehr angebotenen Produkt war nicht ein Milliliter Milch, sondern Stärke, Kreide, Seife, Backpulver, Kalk oder sogar Zement, hieß es auf der Nachrichtenseite "Fontanka".

Zwar hätten die Behörden die Tore des Herstellers geschlossen, allerdings sei das Problem „systemisch“. Auch die Behörden wüssten, dass massenweise gefälschte Käse etc. auf dem Markt seien. Die zuständige Aufsichtsbehörde fiel daher als Lösung lediglich ein, eine Liste mit ehrlichen Herstellern zu veröffentlichen.

Fassungslos zeigte sich eine Verbraucherorganisation nach einem Warentest. 60 % der Waren würden Ersatzstoffe beinhalten. Noch höher sei der Anteil beim Fleischprodukten. Die meisten Hersteller würden den mangelnden Wettbewerb nach ihrer Einschätzung voll ausnutzen und sich nicht anstrengen, gute Produkte zu produzieren, so die Verbraucherschützer.
 
Dennoch stehen die Bürger nach wie vor hinter dem Einfuhrverbot für europäische Lebensmittel. Aktuellen Umfragen zufolge sollen 40 % Putins Maßnahmen für richtig halten. Anfang 2015 seien es nur 21 % gewesen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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