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EU-Parlament will Antibiotika im Tierstall drastisch begrenzen

Der Mehrheitsbeschluss des EU-Parlamentes am Donnerstag in Straßburg zur Eindämmung von Antibiotika und schärferen Kontrollen in der Tiermast wird von EU-Abgeordneten aller Parteien begrüßt. Nach zweieinhalbjährigen Debatten um die Änderung des EU-Arzneimittelgesetzes rücken Antibiotikarestenzen in den Fokus.

Lesezeit: 2 Minuten

Der Mehrheitsbeschluss des EU-Parlamentes am Donnerstag in Straßburg zur Eindämmung von Antibiotika und schärferen Kontrollen in der Tiermast wird von Europaabgeordneten aller Parteien begrüßt. Nach zweieinhalbjährigen Debatten um die Änderung des EU-Arzneimittelgesetzes rücken die alarmierenden Antibiotikaresistenzen beim Menschen in den Fokus der Tiermedizin.

 

„Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin wird in Zukunft sehr viel stärker kontrolliert. Bestimmte Antibiotika, die bei Menschen als letztes Mittel eingesetzt werden (sogenannte Reserveantibiotika), werden in der Tierzucht komplett verboten“, erläuterte der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im EU-Parlament, Peter Liese, nach der Abstimmung. Durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht entstünden resistente Keime entstehen, die auch auf den Menschen übertragen werden können. Neben der Tier zu Mensch-Übertragung werden Keime ebenso von Landwirten oder Tierärzten bei Besuchen oder der Aufnahme in Krankenhäusern eingeschleppt. Insgesamt sterben durch Antibiotikaresistenzen jährlich 25.000 Menschen in der EU nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

 

Landwirte und Veterinäre müssen über Antibiotika in der Tiermast lückenlos Buch führen in Zukunft

„Antibiotikaresistenzen sind eine der drängendsten globalen Gefahren. Bislang werden doppelt so viele Antibiotika in der Tiermast wie in der Humanmedizin eingesetzt. Es ist ein großer Erfolg, dass Reserveantibiotika künftig den Menschen vorbehalten bleiben sollen“, sagte der agrarpolitische Koordinator der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling.

 

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Bessere Haltungsbedingungen und die Separierung kranker Tiere könnten dazu beitragen, den Antibiotikaeinsatz runterzufahren. Jetzt gehe es darum, dass die neuen Vorschriften auch umgesetzt würden, mahnte Häusling eine rasche Einigung bei den anstehenden Trilog-Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten an. „Umfassendes Datenmaterial zum Verkauf und zur Verwendung von Antibiotika sind ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den übermäßigen Antibiotika-Einsatz“. Auf Drängen der Grünen schreibe die neue EU-Verordnung fest, dass Daten über die Verwendung antimikrobieller Arzneimittel auf jedem Bauernhof in der Europäischen Union künftig verpflichtend vorgeschrieben und von Landwirten sowie Tierärzten protokolliert werden müssen.

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