Forscher bilanzieren den Nutzen von Agrarmaßnahmen

Eine ökonomische Bewertung von Naturschutzmaßnahmen haben Wissenschaftler vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vorgenommen. In einer Studie übersetzen sie die Maßnahmen sowie ihre Unterlassung in Geldeinheiten. Als Schlussfolgerung empfehlen sie eine Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Eine ökonomische Bewertung von Naturschutzmaßnahmen haben Wissenschaftler vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vorgenommen. In einer Studie übersetzen sie die Maßnahmen sowie ihre Unterlassung in Geldeinheiten. Als Schlussfolgerung empfehlen sie eine Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Den finanziellen Wert einer abwechslungsreichen Landschaft und von einer Artenvielfalt haben Wissenschaftler des Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung berechnet. Aus ihren Ergebnissen schließen sie, dass die ökonomischen Leistungen der Natur in ihrer Bedeutung für den Menschen und die Gesellschaft bisher unterschätzt werden. Ihre Berechnungen und Schlussfolgerungen haben sie in dieser Woche in einer Teilstudie zum Projekt „Naturkapital Deutschland – TEEB DE“ veröffentlicht.

Laut den Forschern ersparen die derzeitigen Naturschutzmaßnahmen in Auen, Mooren und in der Agrarlandschaft der Gesellschaft Kosten für die Reinhaltung von Wasser in Höhe von 230 Mio. € pro Jahr. Für den Umbruch von Grünland in Ackerland veranschlagen sie gesellschaftliche Folgekosten, die zwischen 440 und 3000 € pro Hektar und Jahr liegen. Für eine ausbleibende landwirtschaftliche Nutzung von Gewässerrandstreifen kalkulieren die Wissenschaftler einen höheren Nutzen ein als er Kosten verursacht. Laut der Teilstudie ist der Nutzen für die Wasserqualität in Bächen und Flüssen, für Meeresschutz, Fischfang und die biologische Vielfalt bei naturbelassenen Gewässerrandstreifen fast doppelt so groß wie die aufgewendeten Kosten.

An die Politik geben die Wissenschaftler die Empfehlung, die Agrarprämien gezielter an ökologische Leistungen zu binden. Damit mischen sie sich direkt in die politische Debatte um die Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik ein. „Eine konsequente Umschichtung der Subventionen hin zu einer zielorientierten Honorierung ökologischer Leistungen würde in der Landwirtschaft ein erhebliches Potenzial zur Erhaltung von Ökosystemleistungen und Naturkapital mobilisieren“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Die Studie "Naturkapital Deutschland – TEEB DE" läuft am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) seit dem Jahr 2012. Das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzieren das Projekt. Die Studie ist in eine internationale Erhebung eingebunden, die den Zusammenhang zwischen den Leistungen der Natur, der Wertschöpfung der Wirtschaft und dem menschlichen Wohlergehen zum Thema hat.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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