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Gemüsebauern hadern mit bürokratischen Tücken

Niedersachsens Gemüsebauern sehen sich vor vielfältigen Herausforderungen. Auf dem 8. Gemüsetag in Hamburg zählte Thomas Albers dazu die Novellierung der Düngeverordnung, die Verfügbarkeit geeigneter Pflanzenschutzmittel und den Mindestlohn.

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Niedersachsens Gemüsebauern sehen sich vor vielfältigen Herausforderungen. Auf dem 8. Gemüsetag in Hamburg zählte Thomas Albers, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau Norddeutschland, am Mittwoch dazu die Novellierung der Düngeverordnung, die Verfügbarkeit geeigneter Pflanzenschutzmittel und den Mindestlohn.


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Bei der anstehenden Novellierung der Düngeverordnung bekannte er sich laut Bauernverband zu den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis, lehnte aber überzogene Begrenzungen der zulässigen Überschüsse in Nährstoffbilanzen ab. Zudem sei es für den Gemüsebau mit häufig kleinflächigem Anbau wichtig, praktikable Lösungen zu behalten. Die Düngebedarfsermittlung müsse sich an tatsächlichen Ertragserwartungen orientieren.


Als problematisch bezeichnete der Vertreter des erwerbsmäßigen Gemüseanbaues in Norddeutschland die Situation bei der Verfügbarkeit geeigneter Pflanzenschutzmittel insbesondere für den integrierten Gemüseanbau. Mit Empfehlungen an die Bundesregierung versuche die Fachgruppe, Lücken zu schließen und mache sich für eine EU-weite Harmonisierung stark. Albers bedauerte, dass hier bislang noch zu wenig erreicht worden sei.


Einige Tücken befürchten die Gemüsebauern durch die Umsetzung des Mindestlohnes, obwohl ein Sondertarifvertrag Abweichungen erlaubt. Neben Problemen mit Zeitkonten und Aufzeichnungspflichten sehen die Gemüsebauern in erster Linie die in der Saison notwendige Flexibilität bei ihren Arbeitskräften gefährdet.


In Niedersachsen betreiben rund 1.000 landwirtschaftliche Betriebe erwerbsmäßig Gemüsebau. Im vergangenen Jahr haben sie in Niedersachsen um die 18.000 ha mit Gemüse bestellt. Der Anbau hat sich von den Nahversorgungszentren im Raum Hannover und Braunschweig Richtung Vechta und Cloppenburg sowie Lüneburg und Harburg verschoben.


Die Gemüsebauern sind analog ihren Kollegen in der Landwirtschaft vom Strukturwandel nicht verschont worden. Große Betriebe stehen heute in direkten Geschäftsbeziehungen zu den großen Lebensmittelketten. Daneben haben kleinere Gartenbaubetriebe ihre Kundschaft, die Wert auf Regionalität und saisonale Produkte legen. Dies gilt insbesondere für Höfe in bevorzugter Lage und mit guten Direktvermarktungschancen im eigenen Hofladen. Wichtigste Gemüsekulturen auf Niedersachsen Feldern sind neben dem Spargel Eissalat, Speisezwiebeln sowie Möhren und Karotten.