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Höfe in Baden-Württemberg Schlusslicht beim Einkommen

Die Einkommen der Betriebe im Südwesten konnten zulegen. Doch wegen der gestiegenen Kosten sind die Aussichten laut Landesbauernverband für alle Sparten ernüchternd.

Lesezeit: 4 Minuten

Der Präsident des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg Joachim Rukwied stellte diese Woche die Unternehmensergebnisse im Wirtschaftsjahr 2021/22 vor. Im Schnitt betrug das Ergebnis je Familienarbeitskraft 42.710 €. Im Vorjahr lag es bei 34.681 €. Damit sind die Haupterwerbsbetriebe wieder Schlusslicht unter den Bundesländern.

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Die Corona-Pandemie habe die Schweinehaltung schwer getroffen, jetzt stürzten die Folgen des Ukrainekrieges diesen Betriebszweig immer tiefer in eine Existenzkrise, warnt Rukwied. „Die Erzeugerpreise insbesondere bei den Ferkelzüchtern sind bei weitem nicht kostendeckend“, erklärte der Bauernpräsident. „Die Veredlungsbetriebe konnten zwar ein Plus von 37,7 % auf 40.913 € je Familienarbeitskraft erzielen.“

Die Kosten für Futter, Energie, Dünger und Pflanzenschutzmittel seien jedoch in die Höhe geschossen und die Umsetzung von kostenintensiven Auflagen für Schweinehalter belasten die Betriebe zusätzlich. Investitionen für einen Umbau der Tierhaltung sind laut Rukwied kaum umsetzbar.

Milchviehhaltung: Steigende Erlöse bei steigenden Kosten

Futterbaubetriebe mit Schwerpunkt Milch- und Rindfleischerzeugung erholten sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Das Unternehmensergebnis stieg bei den Milchviehbetrieben um 31,7 % auf 50.235 € (Vorjahr: 38.149 €) je Familienarbeitskraft.

Futterbaubetriebe mit Rindermast und Mutterkühe konnten ein dringend benötigtes Plus von 22,3 % auf lediglich 22.335 € (Vorjahr: 18.265 €) je Familienarbeitskraft erwirtschaften. „Ein knapp versorgter Rindfleischmarkt und höhere Milchpreise haben zu diesen Verbesserungen geführt,“ begründet Rukwied die Steigerung. Obwohl der Milchpreis momentan auf sehr hohem Niveau sei, hätten auch die Milchviehbetriebe mit hohen Produktionskosten zu kämpfen.

Acker- und Weinbau mit Zuwächsen

Seit mehreren Jahren verharren die Unternehmensergebnisse der Ackerbau- und Weinbaubetriebe auf schwachem Niveau. „Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr konnten die Weinbaubetriebe endlich ihr Einkommensniveau verbessern“, sagt Rukwied.

„Die Betriebe konnten einen Zuwachs um 53 % auf 38.554 € (Vorjahr: 25.203 €) je Familienarbeitskraft verzeichnen.“ Die Ackerbaubetriebe erwirtschafteten ein Plus von 38,7 % auf 45.647 € (Vorjahr 32.916 €) je Familienarbeitskraft. Die Ackerbauern profitierten von den guten Preisen aus der Ernte 2021.

Obstbau bricht massiv ein

Während alle Sparten eine positive Ergebnisentwicklung verzeichnen konnten, sind die Einkommen der Obstbaubetriebe massiv eingebrochen. „Das vergangene Wirtschaftsjahr war geprägt durch gesunkene Apfel- und Beerenpreise sowie hohe Betriebsmittelkosten. Das hat sich deutlich auf das Unternehmensergebnis niedergeschlagen“, erklärt Rukwied das negative Ergebnis.

„Die Obstbaubetriebe müssen einen Einkommensrückgang von 37,8 % auf 38.509 € (Vorjahr: 61.904 €) je Familienarbeitskraft verkraften.“ Die Prognosen für diesen arbeitsintensiven Betriebszweig seien durch die gestiegenen Produktions- und Lohnkosten im aktuellen Wirtschaftsjahr weiterhin schwierig, das zeigen beispielsweise auch die rückläufigen Anbauflächen im Beerenbereich.

Produktionskosten und Kaufzurückhaltung schmälern Aussichten

Wie in vielen Wirtschaftsbereichen schlagen die Auswirkungen des Ukrainekrieges in der Landwirtschaft voll durch. „Deutlich höhere Ausgaben für Diesel, Strom, Gas, Wasser, Futter-, Dünge- und Pflanzenschutzmittel machen unseren landwirtschaftlichen Familienbetrieben schwer zu schaffen“, erklärt der Bauernpräsident die aktuelle Situation auf den Höfen.

„Die Bevölkerung kämpft ebenfalls mit gestiegenen Lebenshaltungskosten und spart zuerst bei höherpreisigen regionalen Lebensmitteln. Diese inflationsbedingte Kaufzurückhaltung der Konsumenten hat die Umsätze beispielsweise bei Direktvermarktern einbrechen lassen.“ Die Agrarmärkte sind angespannt und die Erzeugerpreise schwanken sehr stark. Die arbeitsintensiven Sonderkulturbetriebe sind zusätzlich durch den gestiegenen Mindestlohn massiv belastet. LBV-Präsident Rukwied betont abschließend: „Es ist eine große Herausforderung, in diesen unsicheren Zeiten eine stabile Lebensmittelproduktion sicherzustellen.“

Politik muss wichtige Entscheidungen endlich fällen

Wichtige politische Entscheidungen stehen immer noch aus, die neben den Tierhaltern, nun auch Betriebe mit Biogasanlagen benachteiligen. „Beim Tierwohl fehlt es der Ampelkoalition am politischen Willen für eine Finanzierung des Umbaus. Vor allem Schweinehalter brauchen dringend Zukunftsperspektiven. Und bei Erneuerbaren Energien richtet die Erlösabschöpfung der geplanten Strompreisbremse großen finanziellen Schaden an und verunsichert die Branche. Bei Biogas sind schon zahlreiche geplante Investitionen gestoppt worden. Anstatt Landwirte mit Abschöpfungen zu belasten, brauchen sie eine verlässliche Grundlage für die dringend notwendigen Investitionen“, erklärt Rukwied.

Die Daten zu den Unternehmensergebnissen 2021//22 basieren auf den Buchführungsergebnissen von 1.209 landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben, die die baden-württembergische Landwirtschaft im Haupterwerb repräsentieren. Der Arbeitskräfteeinsatz je ausgewertetem Betrieb liegt bei zwei Arbeitskräften je Unter­nehmen beziehungsweise 2,8 AK je 100 ha. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche der ausgewerteten Betriebe beträgt rund 74 ha pro Betrieb.

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