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Holm: „Wölfe rotten Weidetiere aus“

Das aktuelle Interview diese Woche mit Martin Holm, Vorsitzender der AG Fleischrinderzüchter Niedersachsen: Wölfe wüten in Niedersachsen. Wie viele Rinder haben die Raubtiere schon gerissen? Holm: Offiziell gibt es etwa 80 Wölfe, realistische Zählungen kommen aber auf deutlich über 100.

Lesezeit: 3 Minuten

Das aktuelle Interview diese Woche mit Martin Holm, Vorsitzender der AG Fleischrinderzüchter Niedersachsen:


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Wölfe wüten in Niedersachsen. Wie viele Rinder haben die Raubtiere schon gerissen?

Holm: Offiziell gibt es etwa 80 Wölfe, realistische Zählungen kommen aber auf deutlich über 100. Einzelne Wölfe und Rudel gibt es flächendeckend. Alleine im letzten Jahr sind etwa 170 vom Wolf gerissene Rinder und Schafe bestätigt. Das Schlimme ist: Die Zahl der Wölfe und Risse wird sich jedes Jahr verdoppeln.


Welche Folgen hat das für Rinderhalter?

Holm: Betroffen sind insbesondere Mutterkuh-Halter. Verbreitet sich der Wolf weiter, wird die Weidehaltung verschwinden. Denn die Kosten für den nötigen Herdenschutz können die Betriebe nicht erwirtschaften. Zusätzlich zu den getöteten Tieren belasten die Weidetierhalter besonders die indirekten Folgen: Nach einem Wolfsangriff sind die Herden kaum zu händeln, reagieren panisch und gefährden so Tierhalter und die Bevölkerung.


Wie beurteilen Sie Förderungen und Entschädigungen?

Holm: Die Ansiedlung des Wolfes ist politisch gewollt, doch mit den Folgen lässt man die Tierhalter alleine. Rinderhalter bekommen keine Förderung für vorbeugenden Herdenschutz – es sei denn, ihnen oder ihren Nachbarn wurden schon Tiere gerissen. Für Präventionsmaßnahmen wären alleine in Niedersachsen nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 156 Mio. € nötig. Bis zur Entschädigung warten Landwirte außerdem bis zu einem halben Jahr. Das ist inakzeptabel. Nicht selten haben Landwirte zudem begründete Zweifel an den Ermittlungsergebnissen der Behörden. Das zerstört jedes Verständnis für den Wolf.


Wie beurteilen Sie den Schutzstatus?

Holm: In Europa gibt es zehntausende Wölfe. Gleichzeitig sind alleine in Niedersachsen 18 Weidetier-Rassen vom Aussterben bedroht. Eine Ausbreitung des Wolfes schränkt die Weidehaltung ein und gefährdet die Artenvielfalt. Die Schäden sind monetär kaum zu bewerten. Der Wolf gehört eingezäunt.


Was fordern Sie vom Wolfsmanagement?

Holm: In Niedersachsen gibt es kein Wolfsmanagement. Stattdessen laufen die Verantwortlichen mit öffentlichen Geldern in Millionenhöhe den Problemen hilflos hinterher. Wollen wir zukünftig noch Weidehaltung, müssen Tierhalter die Kosten für den Mehraufwand zu 100% erstattet bekommen. Auch sollte die Beweislast umgekehrt werden: Kann der Wolf als Ursache für ein totes Tier nicht ausgeschlossen werden, wird sofort gezahlt. Das wäre günstiger, schneller und würde die Akzeptanz für den Wolf verbessern.


...aus der neuen top agrar 4/2016 Seite R2

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