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Tierärzte wollen Hoheit über Antibiotika behalten

Für einen sachgerechten Umgang mit dem Thema Antibiotika, mehr Transparenz auf den Höfen und ein besseres Monitoringsystem hat sich der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Hans-Joachim Götz auf der Grünen Woche ausgesprochen. Nur so könnte sehr schnell weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden.

Lesezeit: 3 Minuten

Für einen sachgerechten Umgang mit dem Thema Antibiotika, mehr Transparenz auf den Höfen und ein besseres Monitoringsystem hat sich der Präsident des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Hans-Joachim Götz auf der Grünen Woche ausgesprochen. Nur so könnte sehr schnell weniger Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt werden.

 

An dem Recht der Tierärzte, selbst Medikamente an Tierhalter zu verkaufen, möchte Götz allerdings festhalten, da nur so eine kontrollierte Überwachung von Medikamentenabgabe und Behandlung von Tierbeständen durch den Tierarzt möglich sei. „Ein Wegfall des tierärztlichen Dispensierrechts wird nur die größeren Betriebe fördern und keinesfalls automatisch zu einer Verringerung des Einsatzes von Antibiotika führen“, ist sich der Tierarzt sicher. Ohne werde es weniger Kontrollen geben, Medikamente würden teurer und die Überwachung des Einsatzes von Antibiotika werde erschwert.


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Reinhild Benning vom BUND forderte, schon auf Betriebsebene zu erheben, wieviel Antibiotika eingesetzt wird. Zudem solle Deutschland die Produktion von Fleisch insgesamt senken, um den Angebotsüberhang gemessen am Konsum auf dem relevanten innereuropäischen Markt zu senken und eine Verbesserung der Preise für die Erzeuger zu erzielen.

 

FDP-Agrarsprecher Hans-Michael Goldmann – selbst Tierarzt - sagte zu, der Agrarausschuss werde alles dafür tun, dass der Antibiotika-Einsatz reduziert wird. „Aber wir müssen uns um Fachlichkeit bemühen. Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin liegt weit hinter dem Einsatz in der Humanmedizin zurück.“ Tierärzte verabreichten aus seiner Sicht völlig zu recht Medikamente an Tiere. Zudem sei er strikt dagegen, dass Dispensierrecht für Tierärzte abzuschaffen.

 

Zu dem häufig herangezogenen Argument, in anderen Ländern wie Dänemark werden weniger Antibiotika verabreicht, äußerte sich der Präsident der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Dr. Gerhard Greif: “Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die geringeren Einsatzzahlen gerade von Antibiotika in Dänemark damit zu tun haben, dass dort das Schwermetall Zink zur Verhinderung von Krankheiten in hoher Dosierung eingesetzt wird. Zink kann Krankheiten wie Durchfall verhindern, bei deren Auftreten wir in Deutschland Antibiotika verabreichen müssen, weil es schlicht und ergreifend verboten ist.”

 

Grünen-Sprecher Friedrich Ostendorff schiebt die Grundprobleme auf die Tierhaltung selbst.

„Mehr Platz, mehr Auslauf, längere Mastdauern: Alles Forderungen der Bundestierärztekammer, die Frau Aigner in ihrem Maßnahmenpaket leider völlig unberücksichtigt lässt. Wir fordern die Bundesregierung auf, in der Haltungsfrage endlich zu handeln und damit an den Kern des Antibiotikaproblems in Großställen zu gehen. Das System der Tierhaltung muss geändert werden“, so der Politiker. Er sagte seine Unterstützung für das Vorhaben zu, das Rabattsystem für Antibiotika abzuschaffen. „Es ist nicht einzusehen, dass Tierärzte aufgrund hoher Abnahmemengen nur die Hälfte des Einzelpreises für ein Medikament zahlen.“ Die Grünen forderten zudem Festpreise für Antibiotika. (ad)


(Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version zitiert der bpt Reinhild Benning mit den Worten, "Betriebe in Deutschland sollten wieder deutlich kleiner werden". Diese Aussage hat Frau Benning aber nicht auf der Veranstaltung getroffen.)

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