Kritiker zerreißen Agrarreform

Horper: "Umweltverbände verkaufen die Menschen für dumm"

Als Greenwashing, Sieg der Agrarlobby, Verrat an der Umwelt und Betrug am Willen des Bürgers verurteilen Umweltschützer den Kompromiss zur GAP-Reform. Das ärgert Michael Horper.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau kritisiert die Äußerungen vieler Umwelt- und Naturschutzverbände zu den Entscheidungen des EU-Agrarministerrates zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als populistisch und nicht sachgerecht.

Der Präsident des Verbandes, Michael Horper, kennt die Naturschutzanstrengungen der Landwirtschaft und hält die Aussagen der sogenannten Umweltorganisationen für völlig falsch. „In Rheinland-Pfalz werden bereits über 30 % aller landwirtschaftlich genutzen Flächen unter besonderer Berücksichtigung Naturschutz relevanter Aspekte bewirtschaftet und diese Entwicklung wird sich künftig mit der Einführung der sogenannten Eco-Schemes weiter verstärken“, macht Horper deutlich. „Aber von Blühstreifen alleine können wir Menschen nicht leben. Auch weiterhin müssen Nahrungsmittel erzeugt und unsere Mitbürger versorgt werden.

Die Landwirtschaft müsse die Ernährung der Bevölkerung, die Erzeugung erneuerbarer Energie und die Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen unter einen Hut bekommen. Das gelinge ihr bisher sehr gut, stellt Präsident Horper fest. Das Zusammenspiel zwischen Landbewirtschaftung und Naturschutz sei grundlegender Bestandteil des landwirtschaftlichen Handelns.

Das immer wiederkehrende Gejammer und Schlechtreden durch die Umweltverbände möge zwar für das Einsammeln von Spenden und das Gewinnen von Mitgliedern sinnvoll sein, es werde der tatsächlichen Sachlage aber nicht gerecht.

Es sei ein Armutszeugnis, das sich die Naturschutzverbände selbst ausstellten. In der neuen Förderperiode der GAP werde es in der Landwirtschaft keine Leistungen mehr ohne Gegenleistung im Umweltschutz geben.

Auch die Kritik an größeren Betrieben sei reiner Populismus. Es sei völlig falsch, dass größere landwirtschaftliche Betriebe weniger Rücksicht auf den Umweltschutz nehmen würden. „Ich wünsche mir, dass die Aussagen der Umweltorganisationen sowohl von den Medien, als auch von allen Menschen in unserem Land endlich verstärkt hinterfragt werden“, so Horper.

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