Insektenschwund: Schulze Föcking besucht Entomologischen Verein

Mit Sorge sieht Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking die Gefahr des zunehmenden Insektenschwundes. "Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen", sagte sie beim Entomologischen Verein Krefeld.

Mit Sorge sieht Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking die Gefahr des zunehmenden Insektenschwundes. "Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen", sagte sie bei einem Besuch des Entomologischen Vereins Krefeld. Dieser untersucht seit 1989 den Rückgang der Biomasse bei Fluginsekten und hatte mit der Veröffentlichung seiner Ergebnisse letztes jahr für Aufregung gesorgt. Danach sind stellenweise Rückgänge um bis zu 75 Prozent zu verzeichnen.

In Krefeld sprach die Ministerin mit den Mitgliedern über die Forschung des Vereins und die möglichen Ursachen des Insektenschwunds. Aufbauend auf den Erfahrungen der Krefelder Entomologen hat das Umweltministerium das Landesumweltamt (LANUV) mit der Erstellung eines erweiterten, flächendeckenden Insektenmonitorings beauftragt.

Auf 120 repräsentativ ausgewählten Probeflächen soll die Biomasse von fliegenden, blütenbestäubenden Insekten wie z. B. Bienen, Hummeln und Schmetterlingen untersucht werden. "Weil mehrere Faktoren im Verdacht stehen, zum Rückgang der Insekten beizutragen, ist die Ursachenforschung das Gebot der Stunde. In der Stichprobe werden fast alle unsere Landnutzungsformen einbezogen", sagte Schulze Föcking.

Damit ist NRW das erste Bundesland, das die Rückgänge bei Insekten systematisch in der Fläche in einer mehrjährigen Studie untersucht. Die abschließenden Ergebnisse der Langzeitstudie sollen bis Ende 2022 vorliegen.

Die Untersuchung bietet laut dem Ministerium eine statistisch valide Datengrundlage für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Insektenrückgangs. Zurzeit wird ein multifaktorieller Ursachenkomplex angenommen: Neben dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden der Verlust blütenreicher Lebensräume ("bunte Wiesen"), Nährstoffeinträge aus der Luft, Lichtverschmutzung, der Verlust von ungenutzten Brachflächen und blütenreichen Wegrainen sowie kräuterreichen Gärten und Parks und nicht zuletzt auch Effekte des Klimawandels diskutiert.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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