Überraschend

Jan Philipp Albrecht soll Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung werden

Die Heinrich-Böll-Stiftung wählt im Dezember einen neuen Vorstand. Überraschend will dies der schleswig-holsteinische Energie-, Umwelt- und Agrarminister Jan Philipp Albrecht werden.

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht soll neuer Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung werden. Wie die Tageszeitung taz aus Berlin und der NDR erfahren haben, soll der 38-jährige Grünen-Politiker die Denkfabrik seiner Partei zusammen mit der Soziologin Imme Scholz führen, die bisher stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik ist.

Der Aufsichtsrat der Böll-Stiftung will der Mitgliederversammlung die beiden Besetzungen im Dezember vorschlagen. Das habe er in seiner Sitzung am 24. Oktober beschlossen, meldet die taz. Die Amtszeiten der beiden aktuellen Vorstände, Barbara Unmüßig und Ellen Ueberschär, enden turnusgemäß Ende März 2022.

"Die Nominierung als Co-Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung ist eine große Ehre für mich und ich bin im Falle einer Wahl durch die Mitgliederversammlung bereit, diese reizvolle Herausforderung anzunehmen", sagte er im Interview mit der "Bild".

Dass Albrecht nun Stiftungschef werden soll, ist laut der taz ungewöhnlich. Albrecht ist recht jung für den Job und seine Karriere in Kiel war äußerst kurz. Im August 2018 war er erst aus dem Europaparlament ins Kabinett von CDU-Ministerpräsident Daniel Günther gewechselt, weil sein Vorgänger Robert Habeck Grünen-Chef in Berlin geworden war. Über die Hintergründe von Albrechts Wechsel ist nichts Näheres bekannt.

"Klar ist, dass ich bis zur Landtagswahl im kommenden Jahr mein Ministeramt mit vollen Kräften wahrnehmen und für ein starkes grünes Ergebnis streiten werde", sagte Albrecht gegenüber dem NDR.

Mit Blick auf die Frage, wer die Grünen in den Landtagswahlkampf führen soll, teilte die Partei dem Sender mit, sie hätten sich für die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl einen Zeitplan gegeben, an den sie sich auch weiterhin hielten. Der Landesvorstand will der Partei und der Öffentlichkeit am 3. November ein Spitzenduo zur Landtagswahl 2022 vorschlagen.