Gastkommentar

Journalist Dirk Fisser: "Zu Schwert und Pflug kommt Alu-Hut"

Die Demonstrationen von Landwirten in Berlin und Hannover zeigen, wie gespalten der Berufsstand ist. Ein Blick von Außen...

Ein Gastkommentar von Dirk Fisser. Er ist Redakteur bei der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zu seinen Schwerpunktthemen zählen Landwirtschaft und Agrarpolitik. Der Kommentar ist zuerst erschienen im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Vor etwa einem Jahr bekam mein Verlag Post von einer Person, die offensichtlich unzufrieden war mit meiner Berichterstattung über die Landwirtschaft. Der Brief richtete sich nicht direkt an mich, aber es ging um mich: Die Geschäftsführer wurden aufgefordert, mich aus dem Verkehr zu ziehen. Ansonsten übernehme man das selbst. Eine Unterschrift fehlte, dafür klebte eine Patrone auf dem Blatt Papier. Sorgsam aufgeklebt mit Tesa-Film.

Zwei Tage später sollte ich einen Vortrag vor Landfrauen halten. Ich wollte auch darüber sprechen, dass sich nach meiner Wahrnehmung ein Teil der Branche zunehmend radikalisiert. Als ich die Powerpoint-Folien dafür zusammengebaut hatte, wusste ich von dem Brief noch nichts.

Wo führt die Unzufriedenheit hin?

Warum ich Ihnen das hier erzähle? Bedroht und beleidigt werden Journalisten zunehmend. Ich frage mich aber seit diesem Brief: Wo soll die Unzufriedenheit auf den Bauernhöfen hinführen? Und konkreter in den vergangenen Tagen mit Blick auf die Bauernproteste: Kann das überhaupt ein gutes Ende nehmen?

Da fahren Landwirte aus der ganzen Republik nach Berlin, an ihren Treckern, auf ihren Masken und Mützen das Emblem einer Bewegung, die vor fast hundert...


Diskussionen zum Artikel

von Gregor Grosse-Kock

Das Gute

In Allem ist, wenn" unsere " Zeitungen weiterhin so ein schlechtes, unwahres Bild malen, müssen wir Sie nicht mehr kaufen - zumal wir immer weniger werden erledigt sich das Problem von ganz Allein! Unsere Journalisten arbeiten schon an die Zeit danach, wenn wir Sie nicht mehr brauchen!

von Anton Obermeier

Hab

unser Schmierenblatt schon vor fünf Jahren abbestellt. Mir fehlt die tägliche Hetze gegen die Landwirtschaft nicht im Geringsten.

von Gerhard Rieder

Schade,

Von Herrn Fisser hatte ich mehr Substanz und Hintergrund erwartet....

von jörg Meyer

Probleme sind vielfältig,aber

In der Landwirtschaftspoitik gibt es mittlerweile soviele Ziele, das sie sich z.t. widersprechen, gegeneinander aufheben und sogar ausschließen. Aber langfristig kann man nicht Wasser bergauf fließen lassen. Es wäre an der Zeit die Hochschulen wieder unabhängiger von der Politik zu ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Es könnte ja sein,

dass Herr Fisser sich darum mal kümmert. Auch der Nitratbericht, die Messstellen und die Düngeverordnung wären spannende und lohnende Themen, die nach Wahrheit dürsten. ---- Ich muss aber zugeben, dass eine eingepackte Patrone als Drohung auf das schärfste verurteilt werden muss, ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Bilder

Sehr wohl haben Sie ihr schwarz/ weiß Bild gewählt. Es soll eine pastorale Ausstrahlung vermitteln. Medien haben einen enormen Einfluss auf Meinungsbildung. Ich lese auch viel, dass mein Leben nicht betrifft und bin auf Neutralität angewiesen. Wenn es um Ideologien/ Religionen geht, ... mehr anzeigen

von Christian Aukamp

Deutschland schafft sich ab

die Bauern sprechen nicht mit einer Stimme, das ist richtig. Aber die aktuellen Bauern Demos pauschal in ein so schlechtes Licht zu rücken ist unangebracht und journalistisch mangelhaft! DüngeVO, TierhaltungsVO, Mercosur und der "Insektenschutz" nehmen die dt. Bauern in den ... mehr anzeigen

von Norbert Post

alte Denke

... erst stirbt der Bauer dann das Land... ist eine alter Spruch. Das Land wird nicht sterben so ist die Realität. Es interessiert doch keinen außer uns, dass wir sterben. Allenfalls interessiert es die, die bestens von uns leben. Aber es gibt ja immer wieder neue Jobs. Wir lassen uns ... mehr anzeigen

von Norbert Post

Neid

Wir Bauern wissen alles besser, gucken immer auf den Nachbarn ob der noch nen dickeren Trecker hat und vor allem alle anderen außer wir keine Ahnung von Landwirtschaft. Is ja klar, wie sollen die auch Ahnung haben. Die NGOs, Politker, Handel, unseren Genossenschaften spielen mit uns wie ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Dann gehört Frau Sommer wohl auch zum Umfeld der Aluhutträger

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bauern-widerstand-2021-in-berlin-sie-wollen-uns-weghaben-aber-wir-raeumen-das-feld-nicht-a3442379.html Rebecca Sommer ist eine internationale, seit 2012 in Berlin sesshafte deutsche Menschen- und Völkerrechtsadvokatin. Bis zu ihrer ... mehr anzeigen

von Fritz Gruber

Es stimmt Herr Fisser

Wir Bauern sind uns nicht einig daß liegt daran das der Viehalter mit anderen Problemen zu Kämpfen hat als zb der Ackerbau wo wir uns aber alle einig sind das wir herausgefunden haben das wir längst keine freien Bauern mehr sind Politik und Journalismus sollten zuerst Mal erkennen ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Wenn du etwas wagst, wächst dein Mut. - Wenn du zögerst, deine Angst. (Mahatma Gandhi)

Sie umschreiben die Landwirte als kleinen Berufsstand, zudem auch noch als extrem gespalten. Nein, Herr Fisser, die Restbestand deutscher Bauern ist nicht klein, er ist weit eher winzig und damit als Wählerklientel im Eigentlichen bedeutungslos. Wenn Sie sich aufgeschlossen ehrlich mit ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Natürlich können und wollen wir die Zukunft mitgestalten!

Aber nicht über unsere Köpfe hinweg! Wenn dann auch noch die Braune Krücke helfen soll die Bauern zu deklassieren, dann hört für mich der Spaß auf! Unsere Bewegung distanziert sich von jeglicher Braunen Soße! Wir lassen uns weder in diese rechte Ecke drängen, noch von übler ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Rechte Ecke!

Wir sollten den Vorwurf der "rechten Ecke" gelassener sehen, bzw. entsprechend kontern. Denn aus Sicht der Linken ist alles andere, was nicht in ihre Sichtweise paßt, heutzutage doch nur noch "Rechts". Das wurde genauso zum Schlagwort aufgebauscht wie "Massentierhaltung", etc. __ __ Aber ... mehr anzeigen

von Bernd Rüsseler

Bemerkenswert

Bemerkenswert ist an dem Fleissaufsatz vor allem, daß daraus mal wieder das Selbstverständnis deutlich wird, das einige Journalisten zu haben scheinen. Die meinen offenbar, schon allein kraft Zugehörigkeit zu ihrem Berufsstand allen anderen "erklären" zu können, was diese zu denken, ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

@Rüsseler

Für mich ist es immer wieder interessant wie die Journaille jeglichen Couleurs versucht das Tun und Schaffen unserer Bauern zu bewerten. Manchmal sogar mit Fachkompetenz,meistens aber nicht und nur dem Mainstream folgend.Fisser hat recht,was das gemeinsame Auftreten der Bauern gegenüber ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Entschuldigung, Herr FISSER,

Das L ist zu viel gewesen !

von Wilhelm Grimm

Fissler in seiner kleinen engen Welt

würde sich an Radikalisierungstendenzen schuldig machen, wenn es sie denn gäbe. Wenn er die Protestaktionen der Bauern gesehen hätte und sie mit anderen Protesten der verschiedensten Gruppen verglichen hätte,- was er offensichtlich nicht getan hat, wäre er zu eine völlig anderen ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Fremdgestaltung

Die Belastungsgrenze der Landwirtschaft hat in einer Industriegesellschaft ihre Grenzen. Dann geht es auch ohne Hof oder als Hobby mit ein paar Hektar, wenn keine Rentabilität mehr da ist. Andere Bauern in Agrarstaaten müssen um ihr Überleben kämpfen ohne Alternative. Die Deutschen ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Das ist der neue Volkssport!

Bedroht, aber viel mehr beleidigt werden die Landwirte auch schon seit Jahren. Bedroht durch Stalleinsteiger, die man nicht mehr Einbrecher nennen darf, auch durch anonyme Briefe. Aber die Begriffe, wie Massentierhalter, Sklavenhalter oder vielfach Tierquäler, Brunnenvergifter und vieles ... mehr anzeigen

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