EUROPA/Antimikrobielle Resistenzen/EPSCO

Kampf gegen Antimikrobielle Resistenzen beginnt in den Ställen Premium

Antibiotika in Tierställen nur in Ausnahmefällen. CDU-Europaabgeordneter Peter Liese und Kinderarzt zieht mit Ex-Herzchirurg und EU-Gesundheitskommissar an einem Strang

Die Verabreichung von Antibiotika in der Tiermast muss auf unbedingt notwendige Ausnahmen beschränkt bleiben. Diese Position vertritt der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.

Im Vorfeld des Gesundheits- und Verbraucherschutzministerrates (EPSCO) am kommenden Freitag rief der litauische ehemalige Herzchirurg die EU-Mitgliedstaaten dazu auf, die Ratsempfehlungen für einen verantwortungsbewussten Umgang von Antibiotika durch Landwirte und Tierärzte zu beschließen.

Jährlich sterben 30.000 Menschen in der EU, weil immer mehr Erreger beim Menschen gegen klassische Antibiotikamedizin Resistenzen entwickeln. Einen erheblichen Anteil an der Immunisierung gegen Antibiotika geht auf den verbreiteten Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht vor allem in Ställen zurück.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Wilhelm Grimm

Ja Herr Henken, diese Aussage ist falsch !

Aber am Freitag werden alle Medien diese falsche Aussage für richtig erklären, allen voran das ZDF. Frau Schulze und ihr Gefolge feiern ihren Etappensieg und die Presseerklärung des DBV ist nicht willkommen und fällt unter den Tisch, sie ist nicht reißerisch. Da hört doch keiner hin !

von Klaus Schneider

Wichtigtuer und Verleugner ?

Selbst wenn sich die Menschheit vegan ernähren würde, wäre keine einzige Resistenz im Humanbereich weniger. Resistenzen im Humanbereich (HA) sind hausgmacht ! Die Angriffe auf die Landwirtschaft beinhalten die wissenschaftliche Grundlage dieauch zu Hexenverbrennung im Mittelalter führte oder sind nur billige Ablenkungsmanöver der Götter in ....

von Erhard Dörmann

Herr Liese

Herr Liese haut nur solche Sprüche heraus! Wenn man ihm dann eine kritische email schreibt, dann antwortet er nicht einmal. Wahrscheinlich hat er keine Antwort auf sachlich vorgetragene Argumente.

von Gerhard Steffek

Alter Wein in neuen Schläuchen -

könnte man hier sagen. Der Artikel berichtet jetzt über eine EU-Initiative. Wenngleich schon die vorsorgliche Behandlung in DE nicht mehr erlaubt ist, so muß sie ja nicht in ganz Europa gleichermaßen verboten sein. Nur für den 08/15-Bürger macht das keinen großen Unterschied. Unwissend über die deutsche Gesetzeslage hierzu betrachtet er aufgrund dieser EU-Gesetze den dt. Landwirt dann ebenfalls als "Brunnenvergifter" seiner Gesundheit. Weshalb dann gedanklich der Wein in alten Schläuchen bleibt. Wieder einmal eine hervorragende Publicity für die EU auf Kosten der Landwirte und die dt. Regierung schaut in ihrer Trotteligkeit zu, wie sich andere mit ihren alten Federn neu schmücken. Vielleicht sogar Kalkül, zur Stärkung des europäischen Gedankens? Auf die eigene Vorreiterrolle verzichtet man dann gerne, es wäre vielleicht zu nationalistisch. Für so etwas sind die Bauern dann mal wieder das richtige Opfer. In Bezug auf die Resistenzen ist es aber schon fragwürdig. Wo und wann sind denn die ersten aufgetaucht? Doch in einer Klinik in England, in den 70er Jahren! In Indien hat man die höchste Rate an Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung. Warum? Weil dort die Bevölkerung zu Versuchen für neue Antibiotikas von der Pharmaindustrie mißbraucht wird. Wie kommt es, daß voriges Jahr 24 Eritreer in DE Asyl ersuchten, die an TBC erkrankt waren deren Keime antibiotikaresistent sind. Haben die in irgendeiner Art und Weise Massentierhaltung? Es gibt einen großen Fragenkomplex der zu beantworten wäre, denn die Landwirtschaft wird hier die geringste Schuld Anteil haben. Wie ist es denn mit den MRSA-Keimen im Abwasser? Gelangen die Keime mit dem Klarwasser in die Flüsse? Wenn ich bedenke wieviele Kläranlagen an Flüssen liegen die Badewässer sind bzw. in solche fließen... Wie sieht es denn aus mit dem Kläranlagenpersonal? Welche resistenten Keime tragen die in sich. Wieviele Resistenzen entstehen durch nicht auskurierte Erkrankungen, bei denen Antibiotika verordnet wurden. Die Tiere bekommen die entsprechende Dosis, aber beim Menschen der nach drei Tagen mit der Einnahme schon wieder aufhört obwohl die Dosis fünf Tage vorsieht... Wie sieht es da aus? Aber es ist ja so einfach für die eigene Selbstbeweihräucherung und Profilierung ein Bauernopfer aus den Hut ziehen zu können.

von Rudolf Rößle

1 Tag

in die Apotheke stehen und schauen was verschrieben wird. Da gehen Mengen von Antibiotika über den Ladentisch. Der größte Unfug dabei ist, dass der Arzt Schachteln nicht verteilen kann, so hortet sich nicht benötigte Arznei bei den Bürgern in den Haushalten. Die Krankenkassenbeiträge könnten gesenkt werden durch Mitgabe nur benötigter Arznei. Auch die Krankenkassen müssen doch hellhörig werden, wenn Krankheitsbild und Verschriebenes nicht stimmig ist. ZB. leichte Erkältung und Antibiotika? Virus/ kein Bakterium.

von Lars Henken

Ich bin gerade etwas irritiert....

Als ich den Artikel gelesen habe, habe ich doch etwas mit den Augen gerollt. Zitat:".... immer mehr Menschen gegen klassische Antibiotikamedizin Resistenzen entwickeln....." diese Aussage ist falsch. Nicht Menschen entwickeln Resistenzen, sondern die zu bekämpfenden Erreger werden gegen ein Antibiotikum resistent. Der Rückgang des Antibikotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung scheint mal wieder kompletten hinten runter zufallen. Antibiotische Leistungsförderer sind in der EU seid dem 01.01.2006 verboten. Bei uns in Deutschland ist der prophylaktische Einsatz von Antibiotika doch längst verboten. Der Einsatz von Antibiotika zur Leistungssteigerung ist in Deutschland meines Wissens nach doch auch verboten, haben wir in Deutschland wieder den Vorreiter gemacht und die anderen Länder haben zugeschaut? Und gerade wenn Humanmediziner auf die Tierhaltung schimpfen, habe ich da immer das Gefühl man sucht einen Sündenbock. Für die Humanmedizin ist nicht mal bekannt, welche Antibiotikamenge überhaupt eingesetzt wird. Hygienemängel in den Krankenhäusern werden oft einfach ignoriert, denn Hygiene kostet Geld. Da können wir uns einiges bei den Niederländern abschauen. Vor kurzen haben ich einen Artikel gelesen in dem hieß es, dass etwa 10% der resistenten Keime aus den Ställen kommen und 90% aus der Humanmedizin. Natürlich müssen wir in der Tierhaltung an diesem Problem arbeiten, aber die Tierhaltung als allein-schuldig auszuweisen und im Humanbereich weiter zu schlafen wird das Problem nicht lösen.

von Richard Huber

Der Kampf gegen diese Resistenzen

muss in der Humanmedizin beginnen. Die Verabreichung von Antibiotika gemessen am Körpergewicht ist in der Humanmedizin um ein Vielfaches höher als in der Tierhaltung. Dazu werden gerade in der Humanmedizin in sehr seltenen Fällen vor der Verabreichung von Antibiotika Antibiogramme erstellt.

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