Kartoffeln: Das Kraut sicher abtöten

Die Krautregulierung in Kartoffeln gewinnt zunehmend an Bedeutung, da der Qualitätsanspruch in allen Nutzungsrichtungen enorm gestiegen ist. Durch diese Abreifebeschleunigung reifen die Knollen gleichmäßiger ab, lösen sich leichter von den Stolonen und sind zum Erntetermin einheitlich schalenfest.

Die Krautregulierung in Kartoffeln gewinnt zunehmend an Bedeutung, da der Qualitätsanspruch in allen Nutzungsrichtungen enorm gestiegen ist. Durch diese Abreifebeschleunigung reifen die Knollen gleichmäßiger ab, lösen sich leichter von den Stolonen und sind zum Erntetermin einheitlich schalenfest. Dadurch wird beim Roden sowohl die Beschädigungs- als auch die Infektionsgefahr der Knollen gesenkt, berichtet Burkhard Linneweber von der Landwirtschaftskammer NRW im aktuellen Wochenblatt Westfalen-Lippe.
 
Das schnellere Abtrocknen der Dämme nach der Krautbeseitigung führt laut dem Berater zudem zu einer besseren Siebfähigkeit des Bodens und fördert somit ein sauberes Erntegut. Ein krautfreier Kartoffelbestand gewährleistet darüber hinaus eine störungsfreie Ernte und eine höhere Flächenleistung bei der Rodung. Der Erntetermin wird durch die Maßnahme allerdings etwa drei bis vier Wochen im Voraus festgelegt.
 
Als Weiteres kann in diesem Jahr der regional sehr starke Krautfäulebefall mit Fungiziden oft nicht mehr gestoppt werden. Dann besteht die Gefahr, dass sich auch die Knollen mit Braunfäule infizieren. Hier muss durch die Krautabtötung in Kombination mit sporentötenden Fungiziden eine weitere Ausbreitung unbedingt verhindert werden, so Linneweber weiter.
 
Bei Pflanz- und Speisekartoffeln wird durch die rechtzeitige Krautregulierung Einfluss auf die Knollensortierung und somit auf die vermarktungsfähige Ware genommen. Der Anteil von übergroßen Knollen, ein großes Problem im vergangenen Jahr, lässt sich so deutlich reduzieren. Darüber hinaus können die Stärkeeinlagerung gezielt gesteuert, die Koch- und Geschmackseigenschaft der Speiseware gesichert und die Lagerfähigkeit verbessert werden. Dieses alles klappt aber nur, wenn richtig vorgegangen wird, erklärt der Fachmann. Seine Tipps:

  • Eingriffe bei mechanischer oder chemischer Krautbeseitigung möglichst gering halten
  • Krautabtötung in noch grünen, aktiven Beständen führt zu Stoffwechselstörungen. Erst durchführen, wenn das Kartoffellaub von blaugrün nach gelbgrün umfärbt.

  • Behandlung mit Reglone führt zu weniger Stärke. Bei unsachgemäßem Regloneeinsatz kommt es zudem zu Gefäßbündelverbräunungen; bei falschen Einsatz von Basta zu Nabelendnekrosen an den Knollen.

  • Erst, wenn trockenheitsbedingte Welkeerscheinungen nach Regen verschwunden sind, darf mit der Krautabtötung begonnen werden. Ist die Abtötung dennoch nur bei Trockenheit möglich, sollte die Anwendung in die frühen Morgenstunden gelegt werden.

  • Sind höhere Stärkegehalte erwünscht, darf das Abtöten immer erst nach ein bis zwei Sonnentagen erfolgen, nicht nach stärkesenkenden Niederschlägen.
 
Zugelassene Produkte:
  • Reglone
  • Basta
  • Shark
  • Quickdown

Hinweis: In früheren Jahren wurde der Termin für die Krautabtötung meistens an der Färbung des Laubes und nach Datum festgelegt. Dies funktioniert laut Linneweber zunehmend nicht mehr, besonders in diesem Jahr überhaupt nicht. Rechtzeitige Proberodungen von Hand auf allen Schlägen müssen Basis für die Terminfestlegung sein. Wer das nicht macht, wird laut dem Berater in diesem Jahr mal wieder zu spät bemerken, dass bei grünen Beständen Ansatz und besonders die Knollengröße je nach Pflanztermin schon weit fortgeschritten sind. Um Übergrößen zu vermeiden, müssen aktive Bestände, die zudem in diesem Jahr witterungsbedingt über die Nachlieferung noch gut mit Stickstoff versorgt werden, zügig behandelt werden. Hier gilt unbedingt, je grüner, intakter, desto schonender. (ad)

Wie die Spritzfolgen aussehen, erklärt Linneweber im Wochenblatt 29/2012.
 

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