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Klarheit in der Tierwohldiskussion schaffen

Tierschutzinitiativen, Tierschutzpläne, Tierschutzlabel standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) gemeinsam mit Partnern eingeladen hatte.

Lesezeit: 2 Minuten

Tierschutzinitiativen, Tierschutzpläne, Tierschutzlabel standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) gemeinsam mit Partnern eingeladen hatte. Die Referenten stimmten darin überein, dass Licht in den Dschungel der vielfältigen Initiativen gebracht werden muss und ein bundeseinheitliches Vorgehen sowie eine verbindliche Kennzeichnung vonnöten sind.

 

Landrat Herbert Winkel (Landkreis Vechta) betonte, dass die Nutztierhaltung zukunftsfähig gemacht werden muss. Er riet zu einer Versachlichung der aktuellen Tierwohl-Diskussion. Dazu solle die Veranstaltung beitragen.

 

Uwe Bartels, Minister a.D. und Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, forderte eine nationale Gesamtstrategie für mehr Tierwohl. Bund und Länder müssten sich endlich verständigen. Es dürfe keine Alleingänge geben und kein gegenseitiges Überbieten. Auch gilt es, neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch andere für die Vermarktung wichtige Abnehmer in die Pflicht zu nehmen. Mit seinem Positionspapier zum Tierschutz in der Nutztierhaltung habe das AEF bundesweit Akzente gesetzt. Konstruktiv wirke es mit seinen Mitgliedsbetrieben an dessen Umsetzung mit.

 

Gert Lindemann, Minister a.D., Vorsitzender des Kompetenzkreises Tierwohl des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erläuterte aktuelle Sichtweisen der Bundesregierung in der Tierwohlfrage. Auch Lindemann plädierte für einen einheitlichen Tierschutzplan von Bund und Ländern.

 

„Ist Akzeptanz für die moderne Tierhaltung in der Gesellschaft erreichbar?“ fragte Staatssekretärin Anne-Marie Keding, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt. Sie berichtete, dass auch in den Dörfern mittlerweile ein Umdenken stattfinde.

 

Prof. Dr. Achim Spiller, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, Georg-August-Universität, Göttingen erläuterte, dass es an einer Strategie für die Nutztierhaltung in Deutschland fehlt. Spiller warb für zukunftsfähige hybride Wettbewerbsstrategien.

 

Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender der PHW-Gruppe, informierte am Beispiel seiner Unternehmensgruppe über Möglichkeiten für mehr Tierwohl. Insgesamt habe Deutschland bereits wesentlich höhere Standards in der Hähnchenhaltung als fast alle anderen Länder. Diese müssten im Sinne einer Evolution weiterentwickelt werden.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter Moderation von Prof. Dr. Thomas Blaha mit den Referenten sowie mit dem ISN-Vorsitzenden Heinrich Dierkes wurde deutlich, dass die Region sich dem Veränderungsprozess stellen müsse. Die Bereitschaft dafür sei vorhanden. Nun gelte es, Schritt für Schritt die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft zu stellen.

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