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Alle Reden der Bauerndemo im Video - Klöckner verteidigt Agrarpaket

Video der kompletten Facebook-Übertragung zum Nachschauen. Und: Bundesagrarministerin Klöckner bleibt bei ihrem Agrarpaket und erklärt, warum es keine andere Möglichkeit gibt.

Klöckner verteidigt Agrarpolitik der Bundesregierung

Julia Klöckner im Morgenmagazin (Bildquelle: ARD)

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die von der Bundesregierung geplanten Reformen in der Landwirtschaft verteidigt. Dazu gehören unter anderem strengere Auflagen beim Insektenschutz und beim Düngen.

Im Inforadio vom rbb sagte die CDU-Politikerin am Dienstag, die Anpassungen seien nötig, um die Umwelt zu schützen:

"Wir sehen auf der einen Seite einen Insektenschwund. Wir sehen auf der anderen Seite, dass es zu viel Nitrat im Grundwasser gibt, an einigen Stellen. Und wir sehen, dass es mehr Wunsch nach Tierwohl gibt und deshalb Stallumbauten notwendig werden. Das ist teuer und diese Investitionen wird im Zweifel kein junger Mensch tätigen, sondern woanders seinen Beruf suchen. Und das ist nicht in unserem Interesse."

Klöckner verwies darauf, dass die Bauern mehr Geld bekommen sollen, damit sie die Maßnahmen stemmen können:

"Es ist in unser aller Interesse, dass es regionale Landwirtschaft gibt und deshalb bedarf es auch der Förderprogramme, die wir heute im Deutschen Bundestag mit dem Rekordhaushalt für die Landwirtschaft beschließen werden."

Das vollständige Interview hören Sie hier

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Horper: Politik muss endlich Sachverstand walten lassen

Michael Horper (Bildquelle: Bauernverband)

„Die Bauern und Winzer sind es leid, dass nur noch der Populismus und der sogenannte Mainstream die Politik bestimmen und nicht mehr der Sachverstand“, kritisiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper.

„Seit Jahren kämpft der bäuerliche Berufsstand gegen dieses Verhalten der politischen Entscheidungsträger an. Ebenso ist seit Jahren der Insekten- und Bienenschutz ein wichtiger Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Arbeit. Die bedarfsgerechte Ausbringung von Düngemitteln gehört zur guten fachlichen Praxis. Die Nitratgehalte des Grundwassers sind mittlerweile insgesamt rückläufig. Die Landwirtschaft arbeitet gemeinsam mit der staatlichen Beratung intensiv an der Optimierung der Umweltleistungen. Die Trendwende ist klar erkennbar und dennoch werden Auflagen eingeführt, bei dem jeder Mensch mit klarem Verstand nur den Kopf schütteln kann“, betont Horper.

Die Politik müsse endlich wieder zur Sacharbeit zurückkehren. Auch der immerwährende Hinweis auf mögliche Strafzahlungen seitens der EU helfe nicht weiter. Überzogene Auflagen würden landwirtschaftliche Existenzen zerstören und der Umwelt nicht einmal helfen: „Das Maß ist voll, die Landwirte spielen diese politischen Spielchen nicht mehr mit! Die Bauern wollen bei politischen Entscheidungen zu Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen eingebunden werden. Außerdem ist das Land Rheinland-Pfalz aufgefordert, die sogenannten Roten Gebiete räumlich anzupassen und Einschränkungen nur dort vorzunehmen, wo die Landwirtschaft tatsächlich der Verursacher ist. Es muss endlich Schluss damit sein, die Landwirtschaft insgesamt unter Generalverdacht zu stellen und sie mit immer schärferen Auflagen zu belegen“.

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Kurrek: Agrarpaket gefährdet die Wirtschaft

von Helena Biefang

Detlef Kurrek (Bildquelle: Bauernverband)

Mecklenburg-Vorpommern fürchtet um seine Wirtschaftskraft. Der Bauernverband fordert daher seine Landwirte dazu auf, sich an den Protesten gegen das Agrarpaket zu beteiligen.

„Das von der Bundesregierung vorgelegte Agrarpaket gefährdet nicht nur unsere landwirtschaftlichen Betriebe, sondern ist auch eine Gefahr für die Lebensmittelproduktion und den Erhalt unserer ländlichen Räume“, begründet Detlef Kurrek, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, den Unmut der Landwirte. Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern knapp 25 000 Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Was viele nicht wissen: An jedem Arbeitsplatz in der Landwirtschaft hängen bis zu sieben weitere Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.

Die Ölmühle Power Oil GmbH aus Rostock beispielsweise habe in den vergangenen zwei Jahren deutlich gespürt, wie sich eine veränderte Gesetzgebung in der Landwirtschaft auf ein Unternehmen auswirken kann. Nach dem Verbot der Rapsbeize, hätten viele Landwirte ihre Fruchtfolgen geändert. Dadurch habe sich die Anbaufläche von Winterraps um 14 % im Vergleich zum Vorjahr verringert. Bei Power Oil wird somit weniger Raps aus MV verarbeitet und die Rohstoffe für die Produkte müssen importiert werden.

Kooperationen statt Verbote

Wie so etwas in der Praxis funktionieren kann, zeigt das F.R.A.N.Z.-Projekt – ein Gemeinschaftsprojekt von Bauernverband und der Umweltstiftung Michael Otto. Seit drei Jahren arbeiten hier Landwirte und Wissenschaftler zusammen, um herauszufinden, welche Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Praxis zu mehr Biodiversität auf den Äckern führen. Und das mit Erfolg:

„So haben sich wieder Vögel angesiedelt, die in der Gegend bereits verschwunden waren“, berichtet Landwirt Marco Gemballa. Von zehn Arten, die für eine intakte Natur stehen, konnten acht wieder beobachtet werden. Auf rund 1000 Euro pro Hektar beziffert Gemballa die Kosten für die zusätzlichen Umweltmaßnahmen.

„Es ist für unseren Betrieb schon wichtig, dass wir durch die Versuche ökonomisch nicht schlechter gestellt werden“, stellt er klar. Für die Zukunft könne er sich vorstellen, dass Blühstreifen und bewirtschaftete Flächen auch aus Geldern finanziert werden, die aus Ausgleichsmaßnahmen etwa für den Straßenbau kommen.

„Ich bin davon überzeugt, dass sich aus einem so praxisnahen Miteinander von Landwirten und Wissenschaftlern ganz konkrete und wissenschaftlich begründete Handlungsempfehlungen für alle Betriebe in unserer Region ergeben werden“, sagt Bauernpräsident Detlef Kurreck.

Dialog mit Bundestagsabgeordneten

Ob der Bundestag dem Agrarpaket zustimmen wird, liegt auch in der Hand der Abgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Initiative „Land schafft Verbindung - MV“ hat deshalb in den vergangenen Tagen das Gespräch mit den Bundestagsabgeordneten aller Parteien in MV gesucht und ihnen einen Korb mit Lebensmitteln aus MV überreicht. Für den 4. Dezember wurden die Politiker in den Landwirtschaftsbetrieb Kühling nach Zemmin eingeladen.

„Dort wollen wir uns alle an einen Tisch setzen und über die Zukunft in der Landwirtschaft sprechen“, kündigt Dr. Kathrin Naumann, Sprecherin von „Land schafft Verbindung MV“ an.

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FDP: "Regierung dabei, Landwirtschaft abzuschaffen"

Carina Konrad (Bildquelle: FDP)

Carina Konrad, stellv. Vorsitzende des Agrarausschusses meint, das Agrarpaket der Bundesregierung hat das Fass aber zum Überlaufen gebracht: „Agrarpolitik nach Gutsherrenmanier kennen wir von der Union seit Jahren. Die Bauern demonstrieren, um dagegen zu protestieren, dass man ihnen die Existenzgrundlage nehmen will. Die Symbolpolitik von Frau Klöckner richtet mehr Schaden an, als dass sie Nutzen bringt", sagt sie.

In Zeiten des Klimawandels nehme die Bedeutung von Pflanzenschutzmitteln zu. Die Bauern hätten es mit Schädlingen und Krankheiten zu tun, die es in der Vergangenheit nicht gab. Um zu verhindern, dass sie die Ernte ruinieren, bräuchten sie mehr Wirkstoffe und neue, digitale Technik auf dem Acker. "Statt Vollgas zu geben, fährt die Bundesregierung aber mit angezogener Handbremse und ist so auf dem besten Weg, Landwirtschaft in Deutschland abzuschaffen und uns von Importen abhängig zu machen.“

Hocker: Landwirtschaft braucht keinen wissenschaftsfernen Aktionismus

Und der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Gero Hocker, ergänzt: „Die Bauern demonstrieren, weil sie mit den Ministerinnen Klöckner und Schulze zurecht unzufrieden sind. Aus politischem Kalkül stellen die Landwirtschafts- und die Umweltministerin eine ganze Branche bei Tierwohl, Insektenschutz und Düngeverordnung vor unlösbare Aufgaben. Wir brauchen keinen wissenschaftsfernen Aktionismus der Bundesregierung, sondern ein Moratorium, um gemeinsam mit den Landwirten sachlich fundierte Maßnahmen zu beschließen und die Weichen für die künftige Nahrungsmittelproduktion zu stellen."

Laut Hocker müssten die politischen Beratungen zu Agrarpaket und Düngeverordnung ruhen, solange die im Raum stehenden Maßnahmen nicht von der Wissenschaft als notwendig und zielführend bestätigt sind.

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AbL: Agrarpolitische Strategie muss auf den Tisch

Georg Janßen (Bildquelle: AbL)

Für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fallen die Bauernproteste nicht vom Himmel. Viel zu lange hätten die Verantwortlichen in der Politik es versäumt, die notwendigen Veränderungen in der Landwirtschaft mit den Bauern und mit anderen Teilen der Gesellschaft gemeinsam zu erarbeiten und dann gezielt umzusetzen.

Georg Janßen, AbL-Bundesgeschäftsführer: „Über Jahrzehnte gab es von Politik, Wissenschaft und Verbänden die Ansage, dass wir es richtig machen, wenn wir die internationale Kostenführerschaft mit billigen Preisen anstreben und dafür schnelle und große Wachstums- und Intensitätsschritte vollziehen. Dieses Agrarmodell der Rationalisierung stößt jetzt immer deutlicher an wirtschaftliche, ökologische, gesellschaftliche und politische Grenzen.“

Laut Janßen zeige sich nun, dass die Bauern für ihre Arbeit keine fairen Preise und kein ausreichendes Einkommen erzielen. Die Auswirkungen auf Umwelt und Natur würden heute stärker wahrgenommen und bei einem Weiter-So drohe die Unterstützung der Gesellschaft verloren zu gehen. „Die Bundesregierung reagiert spät auf den öffentlichen Druck und will nun mit Gesetzen und Verboten gegensteuern. Das kann aber noch mehr Berufskollegen zur Aufgabe ihrer Höfe bringen.“

Aus dieser Situation komme man nach Ansicht von Janßen nur heraus, wenn wir uns alle in die Pflicht und in die Verantwortung nehmen. Bauern, Verbraucher- und Umweltbewegung, Lebensmitteleinzelhandel, Milch- und Fleischunternehmen und Politik seien jetzt gefordert aufeinander zuzugehen. Die Bundesregierung müsse mit allen Beteiligten eine Nutztierstrategie, eine Ackerbau- und eine Grünlandstrategie vorlegen, aus der klar hervorgeht, welche Ziele angepackt und umgesetzt werden sollen, in welcher Zeit dies erfolgen soll, was das für unsere Höfe kostet und welche finanzielle Unterstützung dafür genutzt bzw. geschaffen wird.

„Es muss endlich darum gehen, nicht den Ausstieg aus der Landwirtschaft zu forcieren, sondern den noch vorhandenen Höfen eine wirtschaftliche Perspektive aufzuzeigen. Die Bundesregierung muss mit uns darüber verhandeln, wie sie eine Qualitätsstrategie umsetzen will, die unsere Erzeugnisse auf regionalen Märkten nach vorne bringt, anstatt unsere heimische Landwirtschaft den Exportinteressen mit Freihandelsabkommen wie Mercosur zu opfern“, so Janßen.

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BUND: Landwirte sollten gegen Bauernverbände demonstrieren

Olaf Bandt (Bildquelle: BUND)

Nach Ansicht von Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), transportieren die Bauerndemos vor allem eine Blockade- und Verweigerungshaltung. Die Proteste sollten sich seiner Meinung nach viel stärker gegen die Landesbauernverbände und den Deutschen Bauernverband richten. „In diesen Verbänden wurde maßgeblich dafür gesorgt, dass es einen enormen Reformstau zu Lasten der bäuerlichen Strukturen gibt. Beispielsweise wurden der Umbau der Nutztierhaltung und eine Änderung des Düngerechts jahrelang blockiert. Verbesserung an der EU-Agrarpolitik werden ebenfalls abgelehnt. Dabei wären genau diese Fördermittel geeignet, die gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen an die Agrarbetriebe zu finanzieren“, so Bandt.

Von allein würden das die meisten Bauernhöfe nicht schaffen. Der Strukturwandel, das Sterben bäuerlicher Betriebe und der Schwund der Artenvielfalt hätten oft die gleichen Ursachen: Eine Agrarpolitik, die auf maximale Intensivierung und Exportorientierung setzt und vielfach einen ruinösen Wettbewerb zu Lasten von Mensch, Tier und Natur anheizt. Bäuerliche Landwirtschaft und der Schutz von Natur und biologischer Vielfalt dürfen nach Überzeugung des BUND nicht gegeneinander ausgespielt werden.

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BÖLW: Alle müssen ihre Hausaufgaben machen

Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (Bildquelle: Biofach)

Der Vorsitzende des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, ist der Ansicht, dass die Diskussion zu den Bauernprotesten zunehmend einem Schwarzer-Peter-Spiel gleicht.

„Die Verbraucher erwarten von den Bauern einen besseren Umgang mit den Tieren und mehr Rücksicht auf die Umwelt – wollen aber am liebsten billig einkaufen. Die Bauern verlangen von der Politik Klarheit darüber, wo die Reise hingehen soll – tun sich aber schwer, Veränderungsbedarf zu benennen. Und die Politik fordert die Kunden auf, mehr Geld für ihre Ernährung auszugeben – scheut sich aber vor der erforderlichen Rahmensetzung“, sagte er am Montag.

Ungeachtet dessen würden sich die Klimakrise und die Biodiversitätskrise, die Belastung von Wasser und Böden sowie die Epidemie ernährungsbedingter Krankheiten weiter zuspitzen und künftigen Generationen untragbare Lasten aufbürden.

Auch Löwenstein spricht sich für einen Umbau von Landwirtschaft und Ernährung aus. Vor allem müsse die Europäische Agrarpolitik mit dem Ziel umgestaltet werden, nicht pauschal Flächenbesitz zu belohnen, sondern ausschließlich Leistungen für die gefährdeten Allgemeingüter – also Leistungen, die durch den Markt nicht honoriert werden. Die Rahmenbedingungen müssten so gesetzt werden, dass eine Produktion rentabler ist, die Klima, Tiere und Umwelt schützt. Bei Schädigung von Allgemeingütern muss das Verursacherprinzip gelten.

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Linke: Landwirtschaft nicht länger zu billiger Rohstofflieferantin degradieren

Bundestag/Achim Melde (Bildquelle: Archiv)

Nach Ansicht der Linken-Agrarsprecherin Kirsten Tackmann hat sich die Landwirtschaft durch die Agrarpolitik in der EU und im Bund in eine gefährliche Sackgasse gefahren. "Die strategische Ausrichtung der Landwirtschaft auf möglichst billige Rohstofflieferung für den globalisierten Weltagrarmarkt hat verheerende Folgen für Mensch und Natur. Die Zeche für diese falsche Agrarstrategie zahlen allzu oft die Agrarbetriebe. Sie erarbeiten die Profite der international agierenden Konzerne im vor- und nachgelagerten Bereich, die ihren Reichtum auf unser aller Kosten vermehren“, erklärt Tackmann.

„Dass das Produktionsrisiko allein bei den Erzeugerbetrieben liegt, war schon Ergebnis einer Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts, der leider keinerlei Konsequenzen gefolgt sind. Dabei kennt die Bundesregierung das Dilemma. Die Landwirtschaft macht als Primärerzeugerin den kleinsten Teil der Bruttowertschöpfung in der Lebensmittelkette mit durchschnittlich 13,6 Prozent aus, während der nachgelagerte Wirtschaftsbereich im Durchschnitt über 86 Prozent abschöpft. Landwirte dürfen nicht länger Verlierer dieses absurden Systems sein", so die Linke.

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Nabu: "Umweltprobleme nicht leugnen"

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagte am Dienstag, dass sich die Umweltprobleme nicht leugnen lassen. „Bestäuber verschwinden in Rekordtempo, die typischen Feldvogelarten sind dramatisch eingebrochen. Unser Grundwasser ist mit Nitrat belastet und die Klimabilanz der Landwirtschaft unverändert schlecht. Darüber müssen wir einen Dialog führen.“

Die Bundesregierung müsse daher jetzt seiner Meinung anch für eine gerechtere Agrarpolitik sorgen, die Brücken schlägt statt weitere Gräben in der Gesellschaft zu reißen. „Unsere Steuergelder müssen endlich bei jenen Landwirten ankommen, die umwelt- und klimafreundlich produzieren wollen – von der Politik aber bislang Steine in den Weg gelegt bekamen. Rund 60 Milliarden Euro stehen hierfür pro Jahr in Brüssel bereit. Dieses Geld darf keine Turbo-Landwirtschaft mehr fördern. Es muss gerechter und nachhaltiger verteilt werden. Die Bundesregierung muss zudem faire Preise und Wettbewerbsbedingungen ermöglichen, regionale Vermarktung stärken und ausreichend Platz für die Artenvielfalt schaffen, in jedem Betrieb.“

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Naturschutzring: Neustart in der Agrarpolitik unaufschiebbar

DNR-Präsident Kai Niebert: „Die heutigen Proteste zeigen: Die Landwirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Doch weder das Aktionsprogramm Insektenschutz, noch die Auflagen zum Schutz unseres Grundwassers haben die Landwirte in diese Krise gebracht, sondern eine Agrarpolitik, die seit Jahrzehnten auf maximale Intensivierung und Exportorientierung setzt.

Die Fortsetzung einer solchen Politik kann daher keine Option sein. Sie treibt Landwirte in einen ruinösen Wettbewerb, in dem die Wertschätzung ihrer Arbeit und für Lebensmittel auf der Strecke geblieben ist. Und sie ist mitverantwortlich für die tiefe Biodiversitäts- und Klimakrise. Ein Fakt, der weder geleugnet, noch kleingeredet werden kann."

Laut Niebert ist ein Neustart in der Agrarpolitik überfällig. Die milliardenschweren Agrarsubventionen müssten endlich so eingesetzt werden, dass sie Landwirten und dem Klima-, Umwelt- und Tierschutz zugutekommen.

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vor von Alfons Deter

Einen Tag vor dem geplanten Protest von bis zu 10.000 Bauern in Berlin sind am Montag bundesweit tausende Schlepper Richtung Hauptstadt sowie zu einer Staffelfahrt durch NRW gestartet.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Lob

an top agrar, dass sie die Veranstaltung begleitet haben. Auch auf anderen Kanälen wie Instagram waren viele Eindrücke auf den Smartphones zu sehen.

von Rudolf Rößle

Ich hoffe

die Ministerinnen schauen sich dieses Video an und ihre Reden. Den Gipfel fand ich von Frau Schulze, dass Sie ihre Forderungen mehrfach wiederholt hat . Ein Bauer versteht auch einmal gesagt, was Sie meint. Der Witz war die Agrarsubventionen. Jeder weiß, dass aus den angeblichen 114 Euro/ Bürger ein mehrfaches an Geld durch Wirtschaftsbelebung und Arbeitsplatzsicherung an die BRD zurückfließt.

von Mike Krause

Inhalt ?

Werter Verfasser der Meldung; haben Sie sich Frau Klöckner angehört? Von Anfang bis Ende? ICH WAR DABEI mit vielen anderen! Frau Klöckner beleidigt uns mit ausschließlicher Phrasendrescherei und Inhaltlich auf vom LSV gestellte Fragen kann man alles auf einen Punkt bringen => Frau Klöckner sagte " " - NICHTS Das ist beleidigend für unser Intelekt ! Konkrete Frage => Phrase als Antwort! Angeblich mehr Geld für Landwirtschaft; das Geld wird lt Klöckner für Ausbau Internet auf dem Lande und Straßen verwendet =>>> wo leben wir denn ? Ich brauche kein Internetradio beim Melken ! Das sind Gelder die angeblich den Bauern zugesprochen wird aber in Wahrheit geht das Geld in Strkturförderung! Dann widerspricht Sie sich selbst! Hört euch das mal an! Ich bin sehr enttäuscht von der Politik - und den offz Medien :(

von Gregor Grosse-Kock

Verstand

Ist nicht in die Sachverhalte gekommen! Jeder hat sein Ding gemacht - mehr als bescheiden!

von Reiner Matthes

Herr Bandt vom BUND deutet an, was er eigentlich will:

ran an den großen Geldtopf der Agrarfördermittel. Zwar ohne Sachbezug und ohne Kompetenz in Sachen Landwirtschaft, aber wie sagt man: Gier frisst Verstand.

von Christian Aukamp

Weihnachten

Frau Schulze verlässt unter Buh Rufen nach wenigen Minuten das Rednerpult, Frau Klöckner ignoriert das wahre Anliegen zehntausender Bauern - und unterschätzt diese damit gewaltig!! Man darf gespannt sein, ob die beiden Weihnachten noch Minister sind!

von Robert Sigmund-Wild

Alle müssen ran?

so die Anregung, dennoch sind es derzeit nur die Bauern. Sei es zum Thema Grundwasserschutz, hier ist u. A. bekannt, daß Mischwasserkläranlagen in etwa für den gleichen Nitrat-Eintrag und das punktuell, verantwortlich sind, oder sei es im Volksbegehren Bayern, welches zum Insektenschutz nur von Bauern zu leisten ist, aus Kostengründen jedoch nicht von den Kommunen, die jedoch Mücken mit Insektengift vernichten, weil es unangenehm ist, sich von jenen zwicken zu lassen. Das Insektenschutzprogramm in Bayern trat zum 1.8.2019 in Kraft, welches wir Landwirte jetzt umzusetzen haben, weil es der Bürger so wünsche. Und trotzdem wurde in der bayerischen Sendung Quer vor wenigen Tagen tatsächlich im Wortlaut beinahe humorvoll, ironisch ,die Landwirtschaft als "Krawallmacher gegen Umweltschutz" bezeichnet. Es scheint keine Rolle mehr zu spielen, wenn es darum geht mit Respekt behandelt zu werden, selbst wenn wir allen Forderungen nachkommen könnten. Eine Unverschämtheit! Diese Menschen sind dafür mitverantwortlich, dass unsere Kinder von Mitschülern und neuerdings von Lehrern gemobbt werden!

von Wilhelm Grimm

Frau Bundeskanzlerin Merkel,

machen sie es wie Kanzler Schröder: Beide müssen weg ! Sonst wird es keinen Frieden auf dem Lande geben.

von Gerd Uken

O Ton 50% am Nitrat im Grundwasser ist

Die Landwirtschaft Schuld von den anderen 50% sagt die aber nichts wie die denn die Einträge reduzieren sollen u.20% weniger düngen hätten sie ja auf die roten Gebiete abgewälzt. Ich höre da so wa wie „ es hätte ja alles viel schlimmer kommen können“ und der Berufsstabd sollte sich nicht auseinander dividieren lassen.2.12. 40 ig Verbände 3 std bei Mutti Merkel da kommen die aus der Vorstellung Stunde gar nicht raus bei über 80 Teilnehmern befürchte ich. Gut das sie einige ha schon kennt von Hofbesuchen gelle.

von Norbert Scheppach

das letzte Zucken ...

... einer toten Branche! Auch wenn es noch nicht alle begriffen haben. Die Landwirtschaft, wie wir sie kennen, ist tot. Gewollt tot. Erst immer fleissig wachsen oder weichen (ohne Geld), dann Auflagen bis zum Abwinken (und wenn die Bauern es objektiv betrachten, sind die meisten leider notwendig und gehen teilweise nicht mal weit genug) und dann das ungesteuerte Eindringen von Investorenkapital (unter Auschluss der Bauern) in die Branche. Gleichzeitig Preise am Markt, die nicht kostendeckend sind. Am Ende des Tages ist die Substanz verfrühstückt - außer bei einigen wenigen. Da hilft keine Demo und es helfen keine Subventionen. Das Interview zeigt auch nur die Hilflosigkeit der gegenwärtigen Politik (und den Stellenwert der Landwirtschaft). Verbraucher-Bashing ist übrigens auch nicht hilfreich! Was es braucht ist eine Landwirtschaft, die ihre Fähigkeiten und ihre Qualität in den Vordergrund stellt. Einen Handel, der das transportiert und die höheren Preise, die er durchsetzen muss, fair aufteilt. Gleichzeitig Anpassung der Landwirtschaft an die gesellschaftlichen Anforderungen (Qualität, Tierwohl, Umweltverträglichkeit, Klimaschutz, etc.). - that's the challenge!

von Karlheinz Gruber

Frau Schulze Umweltmintisterin

hat gesagt, dass Sie die Umfragen der Verbraucher als Basis hernimmt. Laßt uns endlich um den Verbraucher und seine Meinung kämpfen. Durch Infostände in den Städten. Die Verbraucher werden nicht zu uns kommen. DAs ist denen zu Umständlich. Es zeigt sich immer mehr, WIR müssen dahin. Sofort, sonst haben die jetzigen Proteste keine Nachhaltige Wirkung. Also los. Ich bin dabei.

von Stephanie Winhard

Meinung "der Leute"

Auf Spiegel online gibt es nun doch einen kleinen Bericht über die Demo in Berlin. In den Kommentaren kann man sich ein "schönes"Bild der Bevölkerungsmeinung machen: https://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/protestaktion-tausende-bauern-legen-zentrum-von-berlin-lahm-thread-988072-1.html

von Stephanie Winhard

Aufklärung / Verklärung

Ich kann mich Karlheinz Gruber nur anschließen. Selbst hier auf dem Dorf haben die Nicht-Landwirte schlicht keine Ahnung, keinen Durchblick, keine Übersicht und keine differenzierte Meinung dazu, was Landwirte eigentlich machen. Die sehen nur die Schlepper auf dem Feld, hintendran die "Gift- oder Güllespritze", es macht Lärm, bringt Dreck auf die Wege und Straßen, staubt im Sommer und die armen Tiere werden ja geschlachtet. Aber im Supermarkt volle Regale und billige Preise haben wollen. Das ist gar nicht bös gemeint, aber die LW ist mittlerweile so weit weg von der restlichen Bevölkerung, daß es schlicht keine Rolle in deren Leben mehr spielt. Ich versuche, in dem mir möglichen winzigen Rahmen, mir für jeden interessierten Mitbürger Zeit zu nehmen und ihm einige Zusammenhänge zu erklären. Warum die Bauern so wütend und frustriert sind, warum was gemacht wird/werden muß, was wir gern anders hätten, etc. Leider überfordert das in Umfang und Komplexität viele (Erklärbär und Zuhörer). Warum haben die NGOs so großen Erfolg mit ihren Aktionen? Weil sie es auf wenige Punkte in Bilderbucheingängigkeit herunterbrechen. So etwas prägt sich ein und bleibt hängen. "Rettet die Bienen!" ist ein genialer Slogan! Wer würde denn da Nein sagen? Also schnell unterschreiben und mit gutem Gewissen heim. Sowas brauchen wir auch! Und alles nutzen, was wir haben: Knuddelige Kälber, Lämmchen, flauschige Küken... Die Bevölkerung bekommen wir erst einmal über die emotionale Schiene an den Haken. Dann kann man sie mit Fakten behutsam füttern.

von Alfons Hümmer

Wenn man sich das Interview von Frau Klöckner anhört wird einem bewusst, dass Frau Klöckner nicht verstanden hat, was uns Landwirte bewegt. In diesem Interview weist die Ministerin eindeutig der Landwirtschaft die alleinige Schuld an zu hohen N-Werten im Grundwasser zu. Dabei möchten wir Landwirte als erstes wissen, wo die Messstellen liegen. Erst dann wird klar, ob wir Landwirte tatsächlich die Verursacher der teilweise zu hohen N-Gehalte sind. Sollten wir Landwirte tatsächlich und objektiv nachweisbar die Verursacher sein, werden wir Konsequenzen ziehen und auch schwarzen Schafen in den eigenen Reihen auf die Zehen treten. Aber wir Landwirte wollen uns nicht länger für etwas verantworten müssen, was Politiker (bewusst falsche Auswahl und Meldung von Messpunkten nach Brüssel), Städte und Gemeinde (undichte Kanalsysteme, vorsätzlich undichte Kläranlagen), oder Genehmigungsbehörden hinsichtlich unterschiedlichen Anforderungen von J-G-S-Anlagen im Vergleich zu gemeindlichen Kläranlagen zu verantworten haben. Die Landwirtschaft muss eh schon für die Erzeugung von Lebensmittel dienen, die in Deutschland wesentlich billiger sind als in Europa und in der restlichen Welt (und das bei höchster Lebensmittelsicherheit). Sie will aber nicht für weitere (absichtliche ?) Versäumnisse der Politik verantwortlich gemacht werden!!! Ich warte eh schon lange darauf, dass nur Lebensmittel in Deutschland importiert und vermarktet werden dürfen, die nach den Vorschriften erzeugt wurden, die deutsche Landwirte erfüllen müssen! Wenn ihr Politiker es schafft, die Importkriterien auf deutsches Recht anzuheben, benötigen wir keine Ausgleichszahlungen vom Staat mehr. Dann werden wir vom Endverbraucher für unser Produkt gerecht bezahlt.

von Karlheinz Gruber

Wenn die Politik nicht will,

dann wollen die nicht. Und die wird nicht wollen, solange die Verbraucher nicht aufgeklärt wurden. Und die Verbraucher werden zur Zeit von wem aufgeklärt? Richtig, von fast keinem. Daß ist unsere Wunde Seite, unsere offene Flanke. Wir müssen zusätzlich zu den Protesten endlich anfangen, wie die NGOs, die Verbraucher mit Infoständen und Aktionen IN DEN STÄDTEN aufklären. Das sind die, die bei den Volksbegehren unterschreiben ohne daß Sie wissen, was und wofür. Erst wenn wir den Verbraucher haben, wird es leichter. Die Wir haben es satt Krakeler sind schon in den Startlöchern und wollen im Januar auf der Welle mitreiten. Was glaubt Ihr wird dann kommen. Der Verbraucher unterscheidet derzeit nicht zu stark. Also liebe Kollegen, rein in die Städte, und Aktionen mit dem Verbraucher. Ich bin dabei.

von Karl-Heinz Mohrmann

Frau Klöckner soll zurücktreten. Aber sie wird sich weiter bei Frau Merkel einschleimen. So wie Sie es immer getan hat

von Hubertus Berges

Klöckner gestörte Wahrnehmung

Vor 30 Jahren hat das Politbüro in Ost-Berlin genauso wie Frau Klöckner argumentiert. Jeder weiß, wie weit die damit gekommen sind... Der Gipfel dieser gestörten Wahrnehmung war Klöckners Aussage, hier zu lesen bei top agrar online: Die Bauerndemonstrationen sehe sie als Rückenwind für ihre Politik. Dazu fällt einem nun wirklich NICHTS mehr ein!!!

von Volker Grabenhorst

Das liegt daran, dass an Muttis Kabinettstisch nur Leute mit dem Intellekt von Drittklässlern sitzen. (Hoffentlich zensiert TA nicht wieder, es ist keineswegs meine Absicht, Grundschüler zu beleidigen). Die funktionierenden Gehirne in den Ministerien haben nur die in unserem Land am höchsten bezahlten Beamten, die Staatssekretäre

von Martin Krautter

Bauern Bashing

Habe das Interview heute morgen gesehen. Das war nur Bauern-Bashing vom feinsten. Wie kann man nur die Tatsachen so falsch darstellen. Hier fragt man sich wie eine Frau welche aus der Landwirtschaft kommt so Falsch werden kann. Es gibt es nur noch eines den Rücktritt von Frau Klöckner zu fordern!!!!

von Wilhelm Grimm

Ich hätte die Klöckner ausgeladen !!!

Sie hat nichts kapiert! Ohne belastbare Zahlen und Beweise zum Indektenschwund und zum Nitrat im Grundwasser ? Die haben nicht alle Tassen im Schrank. Dreckige Politik mit einer falschen Zielsetzung lässt sich nicht mit Geld heilen, da sie nicht zukunftsfähig ist und die Zukunft unserer jungen Landwirte ruiniert.

von Klaus Jensen

Das die Weinkönigin nicht begreifen will, dass...

...wir keine weiteren Subventionen wollen....

von Steffen Hinrichs

Setzt heute ALLE miteinander ein Zeichen

Setzt das Mercosur-Abkommen sofort aus und verlagert die Probleme nicht ! Nehmt Alle den Dialog an und findet gemeinsam Lösungen die jeder mitgehen kann !

von Gerd Uken

Frau Klöckner bietet ja Hilfe an

https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/bund-liefert-argumente-gegen-bauernkritik-559954

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