Landwirtschaft gefeit gegen Krise im Euro-Raum

Keinen Anlass zu größerer Besorgnis bietet nach Auffassung des Göttinger Agrarökonomen Prof. Stefan Tangermann die gegenwärtige Krise im Euroraum für die Landwirtschaft. „Unabhängig vom weiteren Verlauf der Krise kann die Landwirtschaft relativ gelassen bleiben“, sagte Tangermann letzte Woche auf der Agrarfinanztagung der Landwirtschaftlichen Rentenbank und des DBV.

Keinen Anlass zu größerer Besorgnis bietet nach Auffassung des Göttinger Agrarökonomen Prof. Stefan Tangermann die gegenwärtige Krise im Euroraum für die Landwirtschaft. „Unabhängig vom weiteren Verlauf der Krise kann die Landwirtschaft relativ gelassen bleiben“, sagte Tangermann letzte Woche auf der Agrarfinanztagung der Landwirtschaftlichen Rentenbank und des DBV.

Der ehemalige Direktor für Handel und Landwirtschaft bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) begründete seine Einschätzung zum einen mit dem hohen Anteil an Sachwerten in der Landwirtschaft. Zum anderen seien die Aussichten für die globalen Agrarmärkte längerfristig positiv, und zwar unabhängig vom Euro-Raum.

Experiment im Großmaßstab

Tangermann betonte, die Landwirtschaft profitiere sogar tendenziell von der Krise, zumindest so lange sie sich nicht verschärfe. Sowohl niedrige Zinsen als auch ein schwacher Euro kämen der Landwirtschaft entgegen und verbesserten ihre Wettbewerbsfähigkeit. Stärker in Mitleidenschaft gezogen würde der Sektor laut Tangermann allerdings bei einer Verschärfung der Krise mit einem Zerbrechen der Währungsunion und heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Die weitere Entwicklung der Krise im Euro-Raum nannte der frühere Hochschullehrer „schwer vorhersehbar“. Dabei spiele eine Rolle, dass die Politik zwar den Euro retten wolle, dafür jedoch über kein klares Konzept verfüge und immer wieder Grundsätze über den Haufen werfe. Tangermann: „Wir alle sind Teilnehmer eines Experiments im Großmaßstab.“

Der Präsident des Thünen-Instituts, Prof. Folkhard Isermeyer, forderte erneut eine konzertierte Aktion von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um die Tierhaltung in Deutschland als gesamtgesellschaftliche Aufgabe langfristig zu sichern.

DBV-Präsident Joachim Rukwied bezeichnete die Landwirtschaft als Zukunftsbranche und verwies auf deren anhaltend hohen Finanzierungsbedarf. Auch zukünftig werde in der Landwirtschaft Arbeit durch Kapital ersetzt. Deshalb habe der Agrarkredit weiterhin große Bedeutung zur Finanzierung und für die Liquidität der landwirtschaftlichen Betriebe, so Rukwied an die Adresse der anwesenden Bankenvertreter.

Was Rukwied noch sagte, lesen Sie hier:
Rukwied forderte auf Agrarfinanztagung mehr Eigenverantwortung für Landwirte (20.3.2013)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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