LVM-Landwirtschaftstag: Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft aus?

Rund 1.000 Landwirte und Branchenvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet sind heute zum fünften LVM-Landwirtschaftstag "Landwirtschaft im Aufbruch – digital, modern und nachhaltig" nach Münster gekommen.

Rund 1.000 Landwirte und Branchenvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet sind heute zum fünften LVM-Landwirtschaftstag "Landwirtschaft im Aufbruch – digital, modern und nachhaltig" nach Münster gekommen. Unter anderem erläuterten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und EU-Kommissar für Haushalt und Personal, Günther H. Oettinger, in ihren Reden, in welche Richtung die Politik die landwirtschaftliche Entwicklung in Zukunft steuern wird.

Julia Klöckner betonte, dass man nur dann langfristig wettbewerbsfähig sein könne, wenn man tragfähige Antworten auf die zahlreichen Fragen im Zusammenhang mit der wachsenden Weltbevölkerung, Klimawandel, Verbrauchererwartungen und Tierwohl finde. "Die Digitalisierung ist für mich ein Schlüssel für die weitere Entwicklung der Agrarwirtschaft in den kommenden Jahren. Sie ist ein Mittel zum Zweck, um zum Beispiel das Tierwohl zu messen und zu vermehren, die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln zu erreichen oder auch den Beruf des Landwirts leichter und attraktiver zu gestalten“, erläuterte Klöckner.

Von der hochtechnisierten bis zur solidarischen Landwirtschaft

Zukunftsforscher Matthias Horx prognostizierte, dass vor allem drei Zukunftszenarien die weitere Entwicklung der Branche prägen werde. Zum einen werde man auf eine großflächigere und zugleich hochtechnisierte Landwirtschaft treffen, die eher in Richtung einer biologischen Rohstoffwirtschaft tendiere. Im Szenario von „Next Nature“ kann zwischen Natur und Künstlichkeit nicht mehr unterschieden werden. Die Gesellschaft wird kein Fleisch mehr essen, da es Ersatzprodukte mit dem gleichen Geschmack geben wird. Darüber hinaus werde im Szenario „Bio Plus“ ein Wachstum einer renaturalisierten Agri-Kultur stattfinden, in den Elemente der alten bäuerlichen Landwirtschaft mit moderner, bewusster Ernährung und dem Bio-Sektor verschmelzen.

Moderne Technik nutzen und nachhaltig wirtschaften

Dr. Eberhard Nacke, Leiter der Abteilung Produktstrategie bei Claas, stellte dar, wie sich die Landtechnik bis zum Jahr 2030 verändern wird. Landwirte seien auch zukünftig an noch effizienterer Technik interessiert, um die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe abzusichern. „Das Maschinenwachstum wird nicht unendlich weitergehen. Es gibt Leistungsgrenzen“, sagt Nacke. Automatisierung sei das Landtechnikthema der Zukunft.

Stall der Zukunft wird teuer

Andreas Pelzer, Sachbereich Rinderhaltung bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, setzte einen Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit. Potenzial für mehr Tierwohl und Arbeitsqualität könne auch mit der Digitalisierung der Landwirtschaft einhergehen. Vor allem in der Automatisierung von Arbeitsprozessen ließen sich viele Vorteile bündeln. „Der Stall der Zukunft wird teuer, nachhaltig, smart, intelligent und digital“ prognostiziert Pelzer.

Rund 1.000 Gäste informierten sich im Oktober beim LVM-Landwirtwirtschaftstag 2018 über aktuelle landwirtschaftsliche Themen. (Bildquelle: LVM Versicherung/Guido Recki)

Mit seinem Vortrag "Finanzierung der Europäischen Agrarpolitik der Zukunft – was erwartet die deutschen Landwirte?" eröffnete EU-Kommissar Günther Oettinger den zweiten Teil der Veranstaltung am Nachmittag. Daran schloss sich eine Diskussion über die politischen Rahmenbedingungen mit den Landwirten Philipp Schulze Esking (aus Billerbeck), Elmar Schulze-Heil (Amelsbüren), Thomas Haselmann (Glandorf) sowie dem Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring, an.

LVM-Vorstandsvorsitzender Dr. Mathias Kleuker hat gegenüber den anwesenden Vertretern aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik die Verbundenheit der LVM mit der Landwirtschaft zum Ausdruck gebracht. Schließlich seien es die Landwirte gewesen, die die LVM vor über 120 Jahren als regionalen Haftpflichtversicherungsverein ins Leben gerufen hätten. "Von Landwirten – für Landwirte" – so habe das Gründungsmotto damals gelautet. Kleuker: "Ohne das Engagement der Bauern im Jahr 1896 gäbe es die LVM Versicherung nicht.
 
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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Rita Kienberger

Landwirtschaft im Aufbruch - digital,modern und nachhaltig!?

Aufbruch heißt für viele,Ausstieg aus der Landwirtschaft! Diese schöne neue Welt ohne anständige Entlohnung muß man nicht haben. Die wachsende Weltbevölkerung wird seit 40 Jahren hergezogen,als ob Deutschland die ganze Welt ernähren kann!

von Wolfgang Reiner

Bei so viel heißer Luft

braucht man sich über das Fortschreiten der Klimaerwärmung nicht zu wundern.

von Gerhard Rieder

So viele Visionen. ....

sagte nicht schon unser Altkanzler Helmut Schmidt ' Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen '..... Eine Glaskugel hätte es auch getan.

von Adolf Bauer

Digitalisierung

die gute Frau Klöckner glaubt also , die Digitalisierung bringt uns die schöne neue , und vor allem grüne Welt. Sicher wird die Sammlung und Aufbereitung von Daten in Stall und Feld etwas bringen. Vor allem dem vor- und nachgelagertem Bereich. und sicher auch ein kleines bisschen dem Landwirt Aber eines übersehen alle diese Typen, Klöckmer, Horx etca: Die Arbeit in der Landwirtschaft, vor allem mit Tieren ist immer an reale, z.t. manuelle und manchmal auch noch anstrengende Arbeit gebunden und an Anwesenheit an sieben Tagen in der Woche. Wer von den ganzen Schwätzern würde das wollen, vor allem zu der Entlohnung ? Gebt jedem , der meint, den Landwirten die Welt erklären zu müssen, ohne se gelernt zu haben und zu praktizieren, Gummistiefel und Verantwortung für einen Betrieb für ein Jahr. Ich denke, das würde viele Augen öffnen und viele Pleiten herbeiführen.

von Wilhelm Gebken

Zitat: "Darüber hinaus werde es in Szenario „Bio Plus“ ein Wachstum einer renaturalisierten Agri-Kultur stattfinden, in den Elementen der alten bäuerlichen Landwirtschaft mit moderner, bewusster Ernährung und dem Bio-Sektor verschmelzen."

Nein, da irrt er gewaltig. Das wird es nicht geben. "Alte bäuerliche Landwirtschaft" (also "bio") ist Raubbau am Boden und und an den Tieren. Irgendwann wird das auch der Dümmste merken. Insbesondere deswegen, weil der Dümmste diesen Stuss für eine bessergestellte "urbane" Elite bezahlen muss.

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