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Mais-Saatgut weniger gentechnisch verunreinigt

Der Trend der letzten Jahre bestätigt sich. Bei der diesjährigen Saatgutabfrage von Greenpeace und Bioland bei den Kontrollstellen der Bundesländer ist weniger gentechnisch verunreinigtes Mais-Saatgut gefunden worden. Lediglich 10 von insgesamt 494 Proben waren positiv. Das entspricht einem Anteil von 2,0 %.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Trend der letzten Jahre bestätigt sich. Bei der diesjährigen Saatgutabfrage von Greenpeace und Bioland bei den Kontrollstellen der Bundesländer ist weniger gentechnisch verunreinigtes Mais-Saatgut gefunden worden. Lediglich 10 von insgesamt 494 Proben waren positiv. Das entspricht einem Anteil von 2,0 % und damit 0,6 % weniger als im Vorjahr. Die Verbände begrüßen diese Entwicklung, fordern aber, weiterhin am Prinzip der Nulltoleranz bei Saatgut festzuhalten.



„Das Ergebnis der letzten beiden Jahre zeigt, dass die Kontrollen zu einer nachweisbaren Verbesserung der Saatgut-Reinheit geführt haben“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. Für Saatgut gilt in der EU ein Reinheitsgebot, Verunreinigungen mit Gen-Saaten sind grundsätzlich verboten. Dennoch drängen die Saatguthersteller und der Bundesverband der Deutschen Pflanzenzüchter darauf, Schwellenwerte für gentechnisch verunreinigtes Saatgut zuzulassen, so Plagge.


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„Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist ebenso möglich wie notwendig. Das Gesetz darf nicht aufgeweicht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten und ungewollt in die Nahrungskette gelangen“, ergänzt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace. Ein Schwellenwert von 0,1 % bei Mais-Saatgut würde in der Praxis zu etwa 100 Gen-Pflanzen pro Hektar führen.



Die mit gentechnisch verändertem Mais-Saatgut verunreinigten Proben wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachen und Schleswig-Holstein gefunden. Dabei handelte es sich um Saatgut der Firmen Pioneer Hi-Bred, KWS, Monsanto, Caussade Semences und Panam France.


FDP für technischen Grenzwert


FDP-Agrarsprecherin Christel Happach-Kasan machte sich in diesem Zusammenhang erneut für den Ersatz der Nulltoleranz im Umgang mit GVO durch Einführung eines technischen Grenzwertes sowohl bei Saatgut wie auch bei Lebensmitteln stark. "Bei Futtermitteln hat sich dies bewährt. So wird Rechtssicherheit geschaffen", sagte sie.


Gentechnik ist laut Happach-Kasan Alltag. Jeder komme mit Produkten der Gentechnik in Berührung. Ihre zahlreichen Vorteile als gegeben hinzunehmen und gleichzeitig die Anwendung der Züchtungsmethode in Zweifel zu ziehen, hält sie für Irreführung der Verbraucher. "Es ist absurd, für hochgiftige Dioxine Grenzwerte zu akzeptieren, gegenüber sicheren Produkten der Züchtungsmethode Gentechnik jedoch die sogenannte

Nulltoleranz zu fordern."


Die Tatsache, dass es den Saatgutunternehmen weitgehend gelinge, die Nulltoleranz umzusetzen, ist nach Ansicht der FDP-Politikerin kein Argument um diese weiterhin zu erhalten. Die Kosten dafür seien hoch und müssten von den Verbrauchern bezahlt werden, ohne dass diesen ein Nutzen gegenüber steht. "Es ist ethisch nicht vertretbar, Saatgutpartien oder Lebensmittel mit einem unerwünschten Gehalt an GVO zu vernichten."


Ebner: Kontrollsysteme unverzichtbar


Auf die Bedeutung der Kontrollen hat unterdessen der Sprecher für Agrogentechnik der Grünen, Harald Ebner, hingewiesen. "Gentechnikfreies Saatgut ist keine Vision, sondern Realität. Unsere Kontrollsysteme funktionieren und schützen die Verbraucher wirksam gegen Gentechnik in der Nahrungskette", sagte er am Mittwoch.


Die Gentech-Freiheit ist und bleibt seiner Meinung nach möglich und dürfe nicht der Profitgier der Saatgutkonzerne zum Opfer fallen. "Ministerin Aigner hat mit dem Segen von Angela Merkel und der FDP 2011 die Nulltoleranz für illegale Gentech-Verunreinigungen in Futtermitteln aufgeweicht, diese verantwortungslose Politik bringt auch die Reinheit des Saatgutes in Gefahr!", so Ebner. (ad)

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