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topplus Ernährungsstrategie

Mehr Augenmerk auf pflanzenbasierte Ernährung

Die Bundesregierung startet mit der Erarbeitung einer Ernährungsstrategie, die bis 2023 fertig sein soll. Ein zentraler Baustein könnte die Gewichtung von pflanzlichen und tierischen Produkten werden.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Bundesregierung nimmt ihr Vorhaben eine Ernährungsstrategie bis 2023 zu erarbeiten in Angriff. An diesem Mittwoch findet die Auftaktveranstaltung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dazu statt. „Wir werden, insbesondere mit Blick auf Kinder, mit den Akteuren bis 2023 eine Ernährungsstrategie beschließen, um eine gesunde Umgebung für Ernährung und Bewegung zu schaffen“, hatten SPD, Grüne und FDP im Dezember in ihren Koalitionsvertrag geschrieben.

Im Vorfeld legt ein Bündnis aus 22 Verbänden, das sich „Ernährungswende Anpacken“ nennt, ein Positionspapier vor. Es fordert darin ambitionierte Ziele und einen klaren Zeitplan für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen der Ernährungsstrategie. Zudem müsse die Ernährungsstrategie und die darin definierten Maßnahmen mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein, heißt es weiter.

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Folgende konkrete Maßnahmen hält das Bündnis für essenziell:

  • Finanzierung einer flächendeckenden, gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und eine Weiterentwicklung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
  • Überprüfung der Lebensmittelbesteuerung mit dem Ziel einer sozial gerechten, gesundheitsfördernden, umweltverträglichen und dem Tierschutz zuträglichen Ausrichtung.
  • Förderung einer pflanzenbasierten Ernährung mit dem Ziel, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.
  • Stärkung einer sozial gerechten, gesundheitsförderlichen und umweltfreundlichen Ernährungskompetenz in Schule und Beruf.
  • Verbesserung der Qualifizierung und Verankerung von Ernährungsbildung und Ernährungstherapie im Gesundheitswesen.
  • Verbindliche Regulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung.
  • Erhöhung der Leistungen in der sozialen Mindestsicherung im Kampf gegen Ernährungsarmut.

Als einen der zentralsten Punkte für die Strategie bezeichnet die Internistin und Ernährungsmedizinerin so Dr. Lisa Pörtner von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und Mitautorin des Positionspapiers die Förderung stärker pflanzenbasierter Ernährungsweisen und die deutliche Reduktion des Konsums tierischer Lebensmittel. „Der Anbau und die Vermarktung von heimischem Obste, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen muss durch angebots- und nachfrageseitige Maßnahmen sowie durch ein verbessertes Angebot bei der Aus- und Fortbildung, z.B. Gartenbau, unterstützt und gefördert werden“, heißt es in dem Positionspapier. Gleichzeitig müssten Schritte unternommen werden, um die Nutztierzahlen in Deutschland deutlich zu reduzieren und umweltfreundlichere und ethisch vertretbare Tierhaltungsformen zu etablieren, schreiben die Verbände weiter.

Für die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung fordern die Verbände eine sukzessive Erhöhung des Anteils an Bioprodukten auf 50 % bis 2030 sowie verpflichtende Maßnahmen zur Messung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Zudem wollen sie Finanzierungslücken in Kitas und Schulen durch Zuschüsse aus Steuermitteln gedeckt haben.

Zudem wünschen sich die Verbände, dass innerhalb der Bundesregierung möglichst viele Ressorts mit- und zusammenarbeiten. Das betreffe vor allem die Ressorts Ernährung und Landwirtschaft; Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz; Wirtschaft und Klimaschutz; Finanzen; Arbeit und Soziales; Familie; Bildung und Forschung sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das Positionspapier wird unter anderem getragen vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), von Slow Food Deutschland und dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv). Beteiligt sind u.a. auch Ärzteverbände und Ökotrophologen.

Lebensmittelwirtschaft warnt vor Bevormundung

Vor einer Bevormundung beim Lebensmitteleinkauf hat zum Auftakt der Ernährungsstrategie der Lebensmittelverband Deutschland gewarnt. „Der Staat hat kein Mandat dafür, den Lebenswandel erwachsener Bürgerinnen und Bürger durch moralische Erziehung oder durch Verhaltenslenkung in seinem Sinne zu verändern", sagte der Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Die Lebensmittelhersteller, die im Verband organisiert sind, rufen dazu auf, die aktuellen Krisen bei der Erarbeitung der Ernährungsstrategie angemessen zu berücksichtigen. Gerade kleine und mittelständische Betriebe müssten sich in den kommenden Monaten wirtschaftlich erst stabilisieren. Deshalb müsse geprüft werden, was mit Blick auf die Bewältigung der Krisen wichtig und leistbar ist, schreibt der Verband in seinem Positionspapier.

Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bezeichnet die Lebensmittelindustrie die Anerkennung und Verlässlichkeit bestehender freiwilliger Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, einschließlich des jeweils geltenden Zeithorizonts. Darin spielt sie auf die freiwillige Grundsatzvereinbarung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten an.

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