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Mit Nachzahlungen die Rente optimieren

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Die Rente der Alterskasse ist bescheiden. Bei der gesetzlichen Rente können Landwirte und besonders deren Ehepartner aber oft noch ein gutes Plus rausholen.

Unsere Autorin: Ursula Quatmann, Rentenberaterin beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, Saerbeck

In vielen Familien bilden die Landwirtschaftliche Alterskasse (LAK) und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) die Basis der Altersvorsorge. Um zu wissen, ob das reicht, empfiehlt es sich ab Mitte 40 eine Zwischenbilanz zu ziehen:

  • Wann wollen Sie und wann Ihr Ehepartner in Rente gehen?
  • Mit welchen Renten von LAK und DRV können Sie beide rechnen? Wann?
  • Gibt es noch Lücken bei den Wartezeiten? Können Sie diese noch füllen?
  • Welche sonstigen Leistungen erwarten Sie im Alter, z.B. aus Riester, Rürup, Lebens- o. Rentenversicherung, Mietshäusern, Photovoltaik, Kapitalanlagen?
  • Reicht die Altersvorsorge aus?

Lücken erkennen

Das Ergebnis ist oft ernüchternd, gerade für Mütter, die lange Jahre v.a. die Kinder umsorgt haben. Aber: Wer sich zeitig kümmert und gut kalkuliert, kann die Lücken noch füllen. Insbesondere die Deutsche Rentenversicherung bietet gute Möglichkeiten, z.B.:

  • die bestehenden Rentenansprüche zu erhöhen und/oder
  • die 35 bzw. 45 Jahre Wartezeit für eine vorzeitige Rente zu erreichen oder
  • die Wartezeit von fünf Jahren voll zu machen, um überhaupt einen Rentenanspruch zu haben.

Welche Optionen Landwirte und ihre Ehepartner konkret haben, zeigen wir anhand von fünf typischen Praxisfällen.

Dabei haben wir mit den derzeit aktuellen Rentenwerten gerechnet, die sich bis zum Rentenbeginn aber noch entsprechend der regelmäßigen Rentenanpassungen erhöhen.

1. Fünf Jahre Wartezeit erfüllt?

Viele Vollerwerbslandwirte haben nur wenig Pflichtbeitragszeiten in der DRV und erreichen die Wartezeit von fünf Jahren nicht. Trotz eingezahlter Beiträge haben sie keinen Anspruch auf Altersrente. Dann gibt es zwei Alternativen: Sie lassen sich die selbst gezahlten Beiträge bei Rentenbeginn erstatten oder sie zahlen freiwillig Beiträge nach.

Die Übersicht zeigt zwei typische Fälle: Landwirtin Pia R. und Landwirt Georg S. haben früh den elterlichen Hof übernommen und zahlen seitdem Beiträge zur LAK. Mit Ausbildung/Studium bzw. Wehrdienst haben sie zwar Zeiten in der DRV absolviert, aber die fünf Jahre Wartezeit nicht erfüllt. Durch die Nachentrichtung von zusammen einigen tausend Euro könnten sie noch eine kleine Altersrente erreichen. Die Einzahlungen können sie monatlich tätigen oder gesammelt bis zum 31. März des laufenden Jahres für das Vorjahr – und steuerlich geltend machen.

2. Freiwillig einzahlen?

Vollerwerbslandwirt Benedikt H., 42 Jahre, hat mit 29 Jahren den elterlichen Betrieb übernommen und zahlt seit dem in die LAK ein. Das bringt ihm mit 67 Jahren eine Rente von ca. 600 €. Nach der Schulzeit hat er aber zunächst

  • eine zweijährige Lehre absolviert,
  • ein dreijähriges Hochschulstudium angeschlossen, um anschließend
  • für fünf Jahre einer gut bezahlten Arbeitnehmertätigkeit nachzugehen.

Mit sieben Pflichtbeitragsjahren hat der Landwirt die Wartezeit von fünf Jahren erfüllt und ab 67 Anspruch auf eine Altersrente von ca. 230 €/Monat.

Mit freiwilligen Einzahlungen könnte Benedikt H. seine Rente erhöhen, dabei ist er bei der Beitragshöhe flexibel und kann diese auch jederzeit ändern, z.B.:

  • Würde er bis 2046 ununterbrochen den Mindestbeitragssatz von 83,70 € pro Monat einzahlen, würde seine Rente auf monatlich 350 € steigen.
  • Würde er ununterbrochen den monatlichen Höchstsatz von 1283,40 € pro Monat einzahlen, betrüge die gesetzliche Altersrente ca. 2050 €/Monat.

Die Wartezeit von 35 Jahren für eine vorzeitige Rente ab 63 kann der Landwirt allerdings nicht mehr erfüllen.

Ob sich die freiwillige Einzahlung...

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