Ökoverbände wollen 20 Prozent Biofläche bis 2027 erreichen

Die Ökoverbände halten es für realistisch, bis zum Jahr 2027 das altbekannte Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen. Sie könnten sich vor Anfragen von umstellungswilligen Landwirten kaum retten. Beim ökologischen Pflanzenschutz sehen sie Potenziale für Biobauern und Konventionelle.

Die Ökoverbände halten es für realistisch, bis zum Jahr 2027 das altbekannte Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland zu erreichen. Sie könnten sich vor Anfragen von umstellungswilligen Landwirten kaum retten. Beim ökologischen Pflanzenschutz sehen sie Potenziale für Biobauern und Konventionelle.

Zu Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin berichten die Ökoverbände von einer anhaltend hohen Nachfrage von umstellungswilligen Landwirten. „Unseren Verbänden werden die Türen eingerannt, die Berater haben kaum noch Zeit da hinterher zu kommen“, sagte der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein zu Beginn der Grünen Woche. Er geht davon aus, dass es im vergangenen Jahr erneut zweistellige Zuwachsraten bei den Biobetrieben gegeben hat. Zu Beginn 2017 hatte die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche die 10 Prozentmarke erreicht. Genaue Zuwachszahlen lägen erst zur Biofach im Februar vor, erläuterte Löwenstein. „Die 20 Prozent Bio werden wir bis 2027 erreicht haben“, prognostizierte der BÖLW-Vorstand weiter. Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Rohstoffen sei ungebremst hoch, so Löwenstein weiter.

BÖLW fordert mehr Tempo in der Pflanzenschutzpolitik

Politisch forderten die Ökoverbände eine verbindlichere Pflanzenschutzpolitik. Union und SPD dürften beim Pflanzenschutz nicht auf Zeit spielen, appellierten die Vertreter des BÖLW. „Die Ausstiegspläne für Glyphosat sind ein wichtiges Signal an Praktiker, Agrartechnikhersteller und Forschende“, sagte Jan Plagge, Präsident von Bioland und ebenfalls im BÖLW-Vorstand. Aus seiner Sicht genügen derzeit weder die Regeln für die Anwendung noch die für die Zulassung, den Pflanzenschutzmitteleinsatz „signifikant“ zu reduzieren. Bei der Zulassung müsse aus seiner Sicht künftig auch die Abdrift bei der Ausbringung berücksichtigt werden. Dafür fehle bisher die rechtliche Grundlage. Plagge forderte erneut auch eine Pflanzenschutzabgabe. Diese sei nicht populär aber biete einen Wettbewerbsanreiz für Betriebe, die sich um Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz engagierten.

Praktiker weiter als die Politik glauben mag

Der Biolandwirt Stefan Palme aus der Uckermark in Brandenburg äußerte sich zuversichtlich, dass sich der Einsatz von chemischen Pflanzenschutz über alle Produktionsrichtungen verringern werde. Aus Kostengründen und wegen sich ausbreitender Resistenzen gegen Mittel schauten sich auch immer mehr konventionelle Landwirte nach Alternativen um, sagte Palme. Aus seiner Sicht seien die Praktiker weiter als die Politik es glauben wolle. Die Zunehmende Digitalisierung in der Landtechnik mache außerdem auch den ökologischen Pflanzenschutz effizienter, berichtete Palme.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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