Peta filmt heimlich in holländischem „Fair Mast“-Geflügelbetrieb und kritisiert Vier Pfoten

Die Tierschutzorganisation Peta hat Videomaterial aus einem Geflügelmastbetrieb ins Internet gestellt. Diesmal stammen die „Undercover-Aufnahmen“ aus einem Mastbetrieb der Plukon Food Group, zu dem auch die deutschen Anbieter Stolle und Friki gehören.

Die Tierschutzorganisation Peta hat Videomaterial aus einem Geflügelmastbetrieb ins Internet gestellt. Diesmal stammen die „Undercover-Aufnahmen“ aus einem Mastbetrieb der Plukon Food Group, zu dem auch die deutschen Anbieter Stolle und Friki gehören. Es wird die Hähnchenverladung gezeigt, Peta behauptet zudem, Antibiotika und gentechnisch verändertes Futter gefunden zu haben.
 
Größter Aufreger für Peta ist aber offenbar, dass es sich bei dem Stall um einen nach dem Label „FairMast“ zertifizierten Betrieb handelt, der „tierfreundlich“ produzieren soll. Das Label entpuppe sich als Verbrauchertäuschung. Die Verbesserungen für die Tiere bezeichnet Peta als marginal und macht das an der durchschnittlichen Mastdauer fest, die statt 35-43 Tage im Fairmast-Betrieb 56 Tage dauere.
 
Besonders pikant dabei: „FairMast“ wird nach Peta-Angaben von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten unterstützt.
 
Echte Missstände oder Konkurrenzkampf unter Gleichgesinnten?
Vier Pfoten reagiert auf die Aufnahmen mit einer ausführlichen Erklärung. Man habe den Betrieb kontrolliert und zertifziert. Die Aufnahmen zeigten die traurige Wahrheit. Die Tiere hätten in dem Betrieb aber fast doppelt soviel Platz wie in konventionellen Ställen. Die Verluste seien mit unter 2% ebenfalls deutlich kleiner, die Behandlung von einzelnen Tieren mit Antibiotika erlaubt.
 
Die gezeigten Verlade-Szenen (Tiere werden kopfüber in Kisten verladen) rechtfertigt Vier Pfoten folgendermaßen: Die maximale Transportdauer in den Kisten läge bei 8 Stunden, das Verladen müsse daher schnell gehen. Die Tiere könnten daher nicht einzeln und aufrecht verladen werden. Es sei nach den Richtlinien erlaubt, die Tiere an den Beinen zu transportieren, jedoch müssten die Tiere an beiden Beinen angefasst werden.