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Pferdefleisch auch in deutscher Lasagne entdeckt

Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschland und die Schweiz erreicht. Die Supermarktkette Real hat gestern Lasagne der Marke Tip zurückgerufen, nachdem Stichproben Pferdefleisch nachgewiesen hatten. Nach Unternehmensangaben erfolge der Rückruf aber rein vorsorglich, ein Gesundheitsrisiko bestehe nicht.

Lesezeit: 2 Minuten

Der Pferdefleisch-Skandalhat Deutschland und die Schweiz erreicht. Die Supermarktkette Real hat gestern Lasagne der Marke Tip zurückgerufen, nachdem Stichproben Pferdefleisch nachgewiesen hatten. Nach Unternehmensangaben erfolge der Rückruf aber rein vorsorglich, ein Gesundheitsrisiko bestehe nicht.


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Die Behörden suchen unterdessen fieberhaft nach Wegen, die das falsch deklarierte Fleisch genommen haben könnte. Presseberichten zufolge sollen neben Real auch Tengelmann, Edeka, Eismann, Markant und Rewe Dortmund von der französischen Skandalfirma Comigel bzw. deren Luxemburger Tochter Tavola beliefert worden sein. Im Fall von Tengelmann sollen bundesweit 512 Läden betroffen sein. Bislang hat lediglich die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann eingeräumt, dass die aus dem Verkehr gezogene A&P-Tiefkühl-Lasagne des Unternehmens von Comigel stammte. Bundesagrarministerin Ilse Aigner sprach von einem schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung.


In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch oder ausschließlich Pferdefleisch verarbeitet worden war.


EU will DNA-Tests einführen


Die EU-Kommission will nun alle Mitgliedstaaten dazu auffordern, Rindfleisch-Produkte auf Spuren von Pferdefleisch zu untersuchen. Die ersten 2500 Gentests könnten den Plänen zufolge im März stattfinden, etwa 200 davon in Deutschland, teilte EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg am Mittwoch nach einem Krisentreffen von acht beteiligten Staaten in Brüssel mit. Mitte April könnten dann erste Ergebnisse vorliegen. Die Produkte sollen zudem auf das entzündungshemmende Medikament Phenylbutazon untersucht werden, das als Dopingmittel bekannt ist.


Am Freitag sollen die EU-Regierungen über die Vorschläge abstimmen. Konsequenz des Skandals könnte außerdem zu einem späteren Zeitpunkt sein, dass Rindfleisch-Produkte in der EU klarer gekennzeichnet sein müssen, ließ Borg durchblicken. Das hatte zuvor auch schon Ministerin Aigner gefordert.


Europol hat laut dem Kommissar die Ermittlungen in den einzelnen Ländern bereits aufgenommen. In den Niederlanden habe es bereits Festnahmen wegen umetikettierten Pferdefleisches gegeben haben, wobei nicht klar ist, ob die Männer für den europaweiten Skandal verantwortlich sind, berichteten einige Zeitungen heute morgen. (ad)


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