Warum hinterfragen die Medien nie die NGOs?

Nichtregierungsorganisationen (NGO) genießen bei Journalisten uneingeschränktes Vertrauen, sind aber eigentlich normale Lobbygruppen mit eigenen Interessen. Der Gesellschaftskritiker Jan-Philipp Hein hat sich in einem Kommentar in der Schweriner Volkszeitung mit diesem Phänomen beschäftigt und sagt viel Wahres.

Nichtregierungsorganisationen (NGO) genießen bei Journalisten uneingeschränktes Vertrauen, sind aber eigentlich normale Lobbygruppen mit eigenen Interessen. Der Gesellschaftskritiker Jan-Philipp Hein hat sich in einem Kommentar in der Schweriner Volkszeitung mit diesem Phänomen beschäftigt.

So verfügten die NGOs wie z.B. Greenpeace, BUND, NABU, Attac, PETA etc. über erprobte PR-Maschinen, die sie in regelmäßigen Abständen anwerfen. Als konkretes Beispiel nennt Hein die jüngste Pressemitteilung von Foodwatch: „Legale Täuschung mit Gesundheitswerbung bei Danone, Unilever und Co. entlarvt“. Kurz darauf brachten Online-Portale, Zeitungen, Radiosender und Fernsehnachrichten die Foodwatch-„Enthüllung“, oft ohne auch nur einen Hauch von Distanz zum Absender. Vielen Verbrauchern sei dabei gar nicht bewusst, dass Foodwatch eine eigenständige Organisation sei, so die Erfahrung des Kritikers.
 
„Die Nichtregierungsorganisationen genießen bei uns Journalisten in vielen Fällen ein beinahe grenzenloses Vertrauen. Sie retten die Welt, die Tiere, die Umwelt, beschützen uns vor den finsteren Machenschaften der Kapitalisten und haben selbstverständlich nie eigene Interessen, die es zu hinterfragen gelten könnte“, so Hein. Über die Ursachen sprach er daher mit dem Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger von der Universität Mainz. Dieser bestätigte: Journalisten übersehen häufig, dass NGOs Eigeninteressen vertreten. „Weil sie mit deren Zielen sympathisieren“, so der Fachmann. Besonders oft hätten Medienvertreter eine Affinität zu den Grünen.

Laut Hein sind aber NGOs eigentlich nichts anderes als „Lobby-Buden“ wie etwa auch die großen Unternehmerverbände. „Dass die regelmäßig Kontakt zu Abgeordneten, Ministern und Staatssekretären haben, gilt vielen als Skandal. Wenn eine Naturschutzorganisation in einer Ausschussanhörung ihren Senf zu irgendwelchen Grenzwerten abgeben will, stört das hingegen niemanden“, so der Gesellschaftskritiker in seinem Kommentar. Das Eigeninteresse der NGOs liegt seiner Meinung nach zunächst darin, sich selbst am Leben zu halten. Und wenn es eben keine Skandale gibt, müsse man halt nachhelfen und die Lage dramatisieren.
 
Dass der Lobbyismus der NGOs im Gegensatz zum Lobbyismus von Unternehmen mit Heiligenschein daherkommt und auch so wahrgenommen wird, hat nach Ansicht Heins mit Ressentiment zu tun. „Der antikapitalistische Affekt funktioniert immer und wird von den Mahnern und Warnern virtuos bedient. Während wir immer älter werden, die Gewässer immer sauberer, die Luft immer besser, während es in diesem Land unter normalen Umständen unmöglich ist, in einen Zustand ernährungsbedingten Mangels zu geraten, erzählen uns Greenpeace & Co. das glatte Gegenteil", so Hein.

"Für sie und ihr Geschäftsmodell, das ihnen ihre Existenz sichert, ist es stets kurz vor 12 und der ganze Laden dem Untergang geweiht. Es interessiert sie nicht, dass bis heute keine einzige Studie ergeben hat, dass Gentechnik gefährlich ist. Warum auch? Wenn mal wieder ein Versuchsfeld mit Genpflanzen zerstört wird, sieht das kaum einer als kriminellen Akt, sondern als heroische Tat des Widerstands.“
 

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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