Weidetierhalter fürchten den Wolf

Niedersachsens Weidetierhalter fordern einen Masterplan Wolf. Politiker und Teile der Bevölkerung feiern die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen, aber alle zwangsläufig damit verbundenen Nachteile müssen die Halter von Weidetieren weitgehend alleine schultern. Sie fühlen sich im Stich gelassen.

Niedersachsens Weidetierhalter fordern einen Masterplan Wolf. Politiker und Teile der Bevölkerung feiern die Rückkehr des Wolfes nach Niedersachsen, aber alle zwangsläufig damit verbundenen Nachteile müssen die Halter von Weidetieren weitgehend alleine schultern. Sie fühlen sich im Stich gelassen, meint  Landvolkvizepräsident Albert Schulte to Brinke.

Vertreter der Rinder-, Schaf- und Ziegenzuchtverbände, Pferde- und Gehegewildhalter hatten sich zu einem Erfahrungsaustausch im Landvolkhaus getroffen und ihre große Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Wolfsmanagement geschildert. „Die Weidetierhalter fühlen sich mit ihren Ängsten und Sorgen nicht ernst genommen und vermissen ein schlüssiges und überzeugendes Konzept, wie mit dem Wolf umzugehen ist“, fasst  Schulte to Brinke die Diskussion zusammen.

Die von der Landesregierung angebotenen Entschädigungen wurden in der Runde als völlig unzureichend eingestuft, zumal sie an die Erfüllung höchster Auflagen gebunden sind. Den absoluten Schutz vor Wolfsrissen an Weidetieren böten weder Zäune, noch Hütehunde oder Esel als Wachtiere. Zudem hätten die Tierhalter in dem vom Wolf inzwischen wieder besiedelten Landkreisen die Erfahrung machen müssen, dass der Beutegreifer keine Scheu vor dem Menschen zeige, sondern vielmehr wie ein Kulturfolger den reich gedeckten Tisch für sich entdeckt habe.

Umfragen unter Schafhaltern führen zu einem deutlichen Votum: Sollte eines seiner Tiere gerissen werden, hat sich bereits jetzt ein Drittel von mehr als 300 befragten Schafhaltern zum Ausstieg aus diesem Zweige der Tierhaltung entschlossen. Überwiegend werden die Schafe in Kleinbeständen mit weniger als 100 Tieren gehalten. Schaf-, Ziegen- oder Rinderhalter möchten ihre Tiere am liebsten gar nicht auf die Weide lassen.

Auf Einzelhoflagen und in abseits gelegenen Siedlungen sorgen sich die Bewohner auch um die Sicherheit ihrer draußen spielenden Kinder. Eine Forderung lautet daher: Die Rückkehr des Wolfes auf fest umrissene Areale reduzieren und ihm deutlich Grenzen aufzeigen.

Nicht nur die direkten Schäden, sondern auch verstörte und traumatisierte Herden zählen in weiten Regionen Niedersachsens für Weidetierhalter inzwischen zum traurigen Alltag. „Die Weidetierhalter investieren bei geringen finanziellen Erträgen viel Herzblut in diese von unseren Mitbürgern gewünschte Form der Tierhaltung. Die wenig praxisnahen Diskussionen um vorbeugenden Schutz oder vollständigen Ausgleich erlittener Schäden zermürbt sie“, fasst Schulte to Brinke seine Eindrücke von dem Gespräch zusammen.

Umweltminister Stefan Wenzel sowie Landwirtschaftsminister Christian Meyer sollten ebenfalls umgehend das Gespräch mit den vom Wolf existenziell gefährdeten Weidetierhaltern suchen, um gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.



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