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Landwirtschaft: Zieht das mit der Zukunft jetzt durch!

Marktforscher Lönneker stellt zwei Reaktionen auf den Ukrainekrieg fest: Die einen wollen zur klassischen Landwirtschaft zurück ohne Einschränkungen. Die anderen fordern genau jetzt die Wende.

Lesezeit: 3 Minuten

Knapp 2/3 der Bevölkerung, aber auch der Landwirte wünschen sich eine ­zukunftsorientierte Landwirtschaft. Das ist viel Luft nach oben, schreibt Jens Lönneker von der Marktforschungsagentur rheingold salon aus Köln in seinem Kommentar:

Die Landwirtschaft rückt durch den Ukraine-Krieg nicht nur faktisch, sondern auch psychologisch mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Denn der Krieg geht einher mit einem Gefühl der eigenen Ohnmacht: Auf die weiteren Entwicklungen, die im schlimmsten Fall sogar zu einen Atomwaffen-Weltkrieg führen können, haben Normalbürger praktisch keinen Einfluss.

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Das macht Angst, auch wenn diese im Alltag meist verdrängt wird. Die existenziellen Lebensgrundlagen scheinen angesichts des Krieges auf einmal nicht mehr sicher. Psychologisch geraten dadurch die Grundsicherung und Fragen nach der Sicherheit der eigenen Ernährung wieder mehr in den Fokus.

Ein Teil der Bevölkerung reagiert reflexartig und bunkert haltbare Grundnahrungsmittel wie Mehl, Nudeln, Öl und Konserven für den Fall der Fälle – auch wenn er selbst wenig davon überzeugt ist, dass dies im Ernstfall viel bringt. Aber auch auf breiter Front verstärken sich die Sorgen in der Gesellschaft um die Grundsicherung durch die starken Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Dies wird den Preisdruck in der Landwirtschaft erhöhen und die Nachfrage im Discounthandel verstärken.

Zwei Ansätze

Zwei gegensätzliche Lösungsmuster für den Umgang mit diesen Entwicklungen zeichnen sich ab: „Zurück zum früher Bewährten“ oder „Jetzt erst recht zukunftsorientiert“.

Der so genannte „konservativ-restaurative Ansatz“ (1) setzt verstärkt auf klassische, konventionelle Formen der Landwirtschaft. Es wird zudem dafür plädiert, Flächenreduktionen und Auflagen zugunsten von Tierwohl und Umweltschutz hintenanzustellen, um günstigere Preise zu ermöglichen – eventuell sogar die Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel auszusetzen.

Der kreativ-zukunftsorientierte Ansatz (2) stellt dagegen gerade die bestehenden Formen der Produktion und Abhängigkeiten auf den Prüfstand, um Lösungen für die Krise zu entwickeln. Nicht wenige halten hier den Klimawandel sogar für ein größeres Problem als den Krieg. Höhere Preise sollen ­dabei alternative, neue Formen der Produktion marktfähig machen. Wenn der Preis stimmt, kann die Krise tatsächlich auch eine Chance für kreative, ­zukunftsorientierte Lösungen sein.

Eine breite Öffentlichkeit und die Landwirtschaft wünschen genau das: Knapp 2/3 der Bevölkerung, aber auch der Landwirte wünschen sich eine ­zukunftsorientierte Landwirtschaft. Das ist viel Luft nach oben: Denn aktuell hält die große Mehrheit der Bevölkerung und der Landwirte die Landwirtschaft nicht für wirklich zukunftsorientiert.

Die Krise als Chance? Ja! Man möchte den Landwirtinnen und Landwirten zurufen: „Zieht das mit der ­Zukunft jetzt durch!“

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