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Ernte 2024 Vereinfachungen für 2025 Pauschalierung

ifo-Index schwächelt

Ernährungsindustrie meldet deutliches Absatzplus im April

Die neuesten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex zeigten für den Juni eine Eintrübung der Stimmung nach zuvor guten Daten. Die Lebensmittelhersteller legten jedoch im April ein Absatzplus von 8,3 % hin.

Lesezeit: 5 Minuten

Die deutsche Ernährungsindustrie konnte im April 2024 ein deutliches preisbereinigtes Absatzplus von 8,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Im Inland stieg der Absatz um 10,5 % und erreichte damit ein zweistelliges Wachstum, während das Wachstum des Absatzes im Auslandsgeschäft 4,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug, teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit.

In nominalen Zahlen ausgedrückt betrug der Umsatz der Lebensmittelhersteller insgesamt 19,5 Mrd. €. Bei den Herstellern stieg damit das Vorjahresergebnis nominal um 8,4 %. Auf dem Inlandsmarkt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 12,5 Mrd. €, was ein Plus im Vergleich zum Vorjahresergebnis von nominal 9,6 % bedeutet.

Das Umsatzergebnis des Auslandsgeschäftes betrug 7,0 Mrd. € und stieg damit nominal um 6,4 %. Die Ausfuhrpreise stiegen dabei um plus 1,7 %, während die Erzeugerpreise im Inland um 0,8 % zum Vorjahresmonat zurückgingen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg zum Vorjahresmonat deutlich mit 5,6 %.

Rohstoffmärkte

Sowohl die Agrarrohstoffkosten als auch die Energiekosten sind zwei der größten Kostenfaktoren für die Lebensmittelproduktion. Gestiegene Preise wirken sich entlang der Wertschöpfungskette aus und haben mit Zeitverzug direkte Auswirkungen auf die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preisentwicklung an den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten folgt den Angebots- und Nachfrageschwankungen. Der FAO Food Price Index für Weltmarktpreise wichtiger Nahrungsmittel sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Produkte sind daher bedeutende Indikatoren für die Preisentwicklungen.

Im April stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im Vergleich zum Vormonat um 0,7 %. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stiegen die Preise um 0,4 %, während diese im Vergleich zum „Vorkrisenniveau“ (Anfang 2020) noch immer ca. 35 % höher lagen.

Die Preise von Produkten pflanzlicher Erzeugung stiegen dabei im April verglichen mit dem Vormonat um 1,4 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stehen diese bei plus 4,6 %. Besonders stark stiegen dabei die Preise für Speisekartoffeln mit 53,9 % sowie Tomaten mit plus 41,6 % zum Vorjahresmonat.

Produkte tierischer Erzeugung verbuchten im April eine Steigerung von 0,2 % zum Vormonat und stehen zum Vorjahresmonat bei einem Minus von 2,4 %. Der Preis von Eiern lag mit plus 5,3 % über dem Preisniveau des Vorjahres, während das Preisniveau von Geflügel bei minus 5,3 % stand. Verglichen mit dem „Vorkrisenniveau“ (Anfang 2020) ist der Teilindex für pflanzliche Produkte mit einem Zuwachs von knapp 45 Prozent deutlich stärker gestiegen als der Teilindex für tierische Produkte (ca. plus 28 %).

Mit 120,6 Punkten stagnierte der FAO Food Price Index im Juni zum Vormonat und steht nun 2,1 % unter dem Niveau des Vorjahres. Während der Teilindex Getreide mit minus 3,0 % sowie der Teilindex für Fleisch mit minus 0,1 % nachgaben, stieg der Teilindex für Öle um 3,1 %, der Teilindex für Zucker um 1,9 % sowie der Teilindex für Milchprodukte um 1,2 % zum Vormonat an.

Energierohstoffe
Laut Statistischem Bundesamt sanken bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte im Mai die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) zum Vormonat um 10,7 %, während der Preisindex für Erdöl um 4,7 % und der Preisindex für Braunkohle um 6,7 % stiegen.

Trotz eines Rückgangs der Preise im Vergleich zum Vorjahr während der „Energiekrise“ liegen die aktuellen Preise für Erdgas immer noch um mehr als 206 % über dem Stand von Anfang 2020. Der Preis für Erdöl ist fast 44 % höher als vor der Krise, und der Preis für Braunkohle liegt etwa 48 % über dem Niveau vom Februar 2020.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Die Sorgen vor einer anhaltenden konjunkturellen Stagnation belasteten die Stimmung in der Ernährungsindustrie.

Die neuesten Daten zum ifo-Geschäftsklimaindex zeigten für den Juni eine Eintrübung der Stimmung nach zuvor guten Daten. Der Saldo des Geschäftsklimas verzeichnete einen Rückgang von 6,3 Punkten und steht mit 98,2 Punkten wieder unter der neutralen Marke von 100.

Der Saldo der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verschlechterte sich mit minus 5,2 Punkten und steht nun bei 102,2 Punkten. Der Saldo für die Geschäftserwartung (für die nächsten 6 Monate) sank ebenfalls und steht nun bei 94,1 Punkten: Die Anzahl der Hersteller mit negativen Geschäftserwartungen übersteigt dabei die der Hersteller mit positiven Erwartungen: 8,3 von 100 Befragten gehen von einer Verbesserung aus; 20,6 von einer Verschlechterung.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Für die Stimmungslage bei den Verbrauchern ist das GfK Konsumklima ein wichtiger Indikator. Die Verbraucherstimmung befindet sich seit längerem auf einem tieferen Niveau und konnte seine leichte Erholung der letzten Monate im Juni nicht fortsetzten: Im Vergleich zum Vormonat sank dieser um 2,2 Punkte und steht nun bei minus 21,8 Zählern. Sowohl die Erwartungen bezüglich des Einkommens als auch zur Entwicklung der Konjunktur hatten einen Rückschlag hinnehmen müssen.

Zum Vormonat stiegen im Mai 2024 die allgemeinen Verbraucherpreise um 0,1 %, während die Lebensmittelpreise (Nahrung & alkoholfreie Getränke) um 0,1 % sanken. Im Vorjahresvergleich stiegen die Lebensmittelpreise um 1,2 % und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,4 %.

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