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topplus Nord Stream 1 zu

Hohe Gaspreise führen zu massiv steigenden Düngerpreisen

In der Gasleitung Nord Stream 1 ist der Druck auf Null gefallen. Besonders unter der Verteuerung von Gas leidet die Düngerwirtschaft. Das Statistikamt hat neue Zahlen zu den Preisen und Mengen.

Lesezeit: 3 Minuten

Die hohen Gaspreise wirken sich auch auf den Absatz von Düngemitteln in Deutschland aus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der Düngemittelstatistik mitteilt, ging die Menge der in Deutschland in den Verkehr gebrachten Düngemittel im 2. Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahresquartal stark zurück.

In den Absatzzahlen sind sowohl in Deutschland produzierte als auch importierte Düngemittel enthalten.

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So halbierte sich der Inlandsabsatz von Phosphat-Dünger gegenüber dem Vorjahresquartal (-50,6 %) auf 14.000 t des darin enthaltenen Nährstoffs Phosphat. Auch der Absatz von Kali-Dünger nahm um etwa die Hälfte (-52,3 %) ab auf 55.900 t Kaliumoxid.

Stickstoff-Dünger wurde im Umfang von 238.000 t Stickstoff abgesetzt – 18,5 % weniger als im Vorjahresquartal. Einzig der Absatz von Kalk-Dünger (592.600 t Calciumoxid) blieb mit -0,1 % gegenüber dem 2. Quartal 2021 nahezu unverändert.

Preise für Düngemittel stark gestiegen

Hintergrund des Absatzrückgangs ist, dass die Herstellung der meisten Düngemittel sehr energieintensiv ist. Erdgas wird sowohl als Rohstoff wie auch als Energiequelle im Produktionsprozess benötigt.

Die hohen Gaspreise und der damit verbundene Rückgang von Düngemittelproduktion und ‑vertrieb schlagen sich seit diesem Frühjahr verstärkt in den Preisen für Düngemittel nieder. So haben sich die Erzeugerpreise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen im August 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat mehr als verdoppelt (+108,8 %). Bereits im März 2022, dem ersten Monat nach Beginn des Krieges in der Ukraine, lagen sie um 87,2 % höher als im März 2021.

Importe von Düngemitteln von Januar bis Juli 2022

Auch der Außenhandel mit Düngemitteln auf Phosphat-, Stickstoff- oder Kaliumbasis ging zuletzt zurück: Von Januar bis Juli 2022 wurden 2,1 Mio. t solcher Düngemittel nach Deutschland importiert. Das waren 11,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum (2,4 Mio. t).

Wichtigste Herkunftsländer für solche Düngemittel sind die Niederlande mit einem Anteil von 21 % an den Importen von Januar bis Juli 2022, Belgien mit 15 % und Polen mit 14 %. Der Export von entsprechenden Düngemitteln nahm im selben Zeitraum um 3,9 % ab auf 4,6 Millionen Tonnen. Damit wurden mehr als doppelt so viel Düngemittel exportiert wie importiert. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland noch 4,8 Mio. t ausgeführt.

Besonders deutlich fielen die Rückgänge beim Außenhandel mit Phosphatdünger aus: Hier wurde von Januar bis Juli 2022 mit gut 15.100 t nur knapp die Hälfte (-52,6 %) der im Vorjahreszeitraum importierten Menge eingeführt, der Export ging um drei Viertel (-74,5 %) zurück auf 11.400 t.

Mineraldünger im Jahr 2020 auf 69 % der Fläche eingesetzt

Die hohen Preise für Düngemittel wirken sich auf einen bedeutenden Teil der Landwirtschaft aus. Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 zufolge wird auf 69 % der bewirtschafteten Fläche in Deutschland Mineraldünger wie Stickstoff-, Phosphat- oder Kali-Dünger eingesetzt.

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Russische Gaslieferung steht: Druckabfall in Nord Stream 1 und 2

Seit Anfang September hat Russland bereits die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 weitgehend eingestellt. Nun bemerken die deutschen Behörden einen Druckabfall auf null. Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur untersuchen nach eigener Aussage die Ursache.

Zuvor in der Nacht auf Montag war bereits in der Schwesterpipeline Nord Stream 2 ein solcher Druckabfall festgestellt worden, jedoch nur in einer der beiden Röhren. Im Laufe des Montags wurde hierfür von den zuständigen Marinebehörden ein Leck süd-östlich der dänischen Insel Bornholm als wahrscheinliche Ursache identifiziert. Nord Stream 2 war allerdings noch nicht in Betrieb, sondern lediglich mit Gas gefüllt.

Trotz des zweiten Vorfalls innerhalb von 24 Stunden sehen die Behörden keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland. Die Speicherstände würden dennoch weiter kontinuierlich ansteigen und lägen aktuell bei rund 91 %, heißt es.

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