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Nach Terrorangriff: Steigende Gaspreise und sinkende Strompreise

Obwohl die Gaspreise nach den Terrorangriffen auf Israel deutlich gestiegen sind, haben die Strompreise im Oktober nachgegeben. Wie kann das sein?​

Lesezeit: 3 Minuten

top agrar versorgt Sie monatlich mit den aktuellen Entwicklungen auf den Strommärkten und erklärt die Hintergründe. Die Daten und Analysen liefert der zertifizierte Stromhändler Next Kraftwerke. Er ist einer der größten Direktvermarkter von Strom aus Erneuerbaren Energien.

Der Durchschnittspreis aller Stunden im Spothandel betrug für den Oktober 8,738 Cent pro Kilowattstunde, mithin ein Minus von 13,24 %. Windmüller an Land kamen auf einen Durchschnittswert von 6,864 Cent pro Kilowattstunde (-19,87 % zum Vormonat), Windmüller auf See immerhin auf 7,426 Cent pro Kilowattstunde (-16,32 % zum Vormonat). Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen erzielten 6,763 Cent pro Kilowattstunde (-9,18 % zum Vormonat) (siehe Übersicht).

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Windstrom fließt konstanter

Die Analystinnen bei Next Kraftwerke erklären den Preisabschlag vor allem durch die Saisonalität. So wurde im Oktober die Solareinspeisung jahreszeitenbedingt durch die Windkraft ersetzt, was aufgrund des unterschiedlichen Erzeugungsprofils preisdämpfend wirken kann. Denn die Preisspitzen (Peaks) in den Morgen- und Abendstunden, die Im Sommer bei hohem Verbrauch und nicht vorhandener Solareinspeisung entstehen und das allgemeine Preisniveau anheben, werden im Herbst häufig durch die konstantere Windeinspeisung geglättet.

Der vergangene Monat war durchaus windreich: Rund die Hälfte des Monats lagen On- und Offshore-Anlagen konstant bei über 25 Gigawatt (GW), in der Spitze bei über 35 Gigawatt. Zugleich nahm ebenfalls saisonal bedingt die Anzahl der Tage ab, an denen der Windkraft die Puste ausging.

Wieder Negativ-Strompreise

Das Plus an Windstrom in den Netzen trug dazu bei, dass den sechsten Monat in Folge negative Strompreise am Day-Ahead-Markt, die länger als sechs Stunden andauerten, auftraten. Im Oktober erlitten Erneuerbare-Energien-Anlagen, die nach § 51 EEG 2017 betrachtet werden, an zwei Zeiträumen (3. Oktober, Nacht vom 13. auf den 14. Oktober) eine Verringerung ihres anzulegenden Werts auf Null.

Gaspreis steigt durch Terror

Im Zuge der Terrorattacken der Hamas auf Israel am 7. Oktober stieg der Erdgaspreis an den Großhandelsmärkten schlagartig an. Nachdem er mit 32,36 €/MWh in den Monat gestartet war, erreichte der Day-Ahead-Gaspreis (THE) am 13. Oktober die Marke von 54,52 €/MWh, der höchste Stand seit Anfang April. Den Markt beunruhigte die Sorge vor einem regionalen Konflikt mit Iran, die Unsicherheiten über Transporte durch die Straße von Hormuz und die Auswirkungen des Konflikts auf LNG-Verfügbarkeiten.

Im weiteren Verlauf des Monats schwankten die Preise im Day-Ahead-Handel am Großmarkt in einem Korridor zwischen 40 €/MWh und 50 €/MWh. Auch die Forward-Kontrakte für Erdgas zogen im Oktober analog zu den Spotpreisen an, beruhigten sich jedoch zum Monatsende.

Unbeeindruckt von den kurzfristigen (und erwartbaren) Effekten der aufkommenden Windsaison folgten die Terminmarktpreise für Strom den Turbulenzen am Gasmarkt. Der Base-Preis für das Frontjahr 2024 spiegelte untermonatlich nahezu identisch den Verlauf der Großhandelspreise für Erdgas und schloss am Monatsende bei 117,85 €/MWh.

Regelenergiemarkt beruhigt sich

Der Markt für kurzfristige Reserven zur Stabilisierung der Netzfrequenz – der Regelenergiemarkt – gab sich im Oktober im Vergleich zu den durchaus turbulenten Vormonaten unauffällig. Allein die temporäre Nichtverfügbarkeit eines Pumpspeicherkraftwerks ließ die Preise am 17. Oktober in die Höhe schießen. Der Leistungspreis in der negativen Sekundärregelleistung stieg in einem Gebotsblock für vier Stunden auf bis zu 900 €/MW, in der positiven Sekundärregelleistung gar auf 1800 €/MW. Am Folgetag sanken die Preise jedoch wieder auf Normalniveau.

Auch der Regelenergiemarkt weist übrigens eine gewisse Saisonalität auf: Durch die erhöhte allgemeine Verfügbarkeit von konventionellen Kraftwerkskapazitäten in den Wintermonaten, in denen mehr Strom und Wärme benötigt werden, stehen auch mehr Reserven zur Stromnetzstabilisierung bereit, was die Preise für Regelleistung in der kalten Jahreszeit im Allgemeinen sinken lässt.

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