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Raiffeisen-Genossenschaften erwirtschafteten in schwierigem Umfeld 68 Mrd. €

Der DRV hat am Dienstag die Zahlen seiner Unternehmenssparten veröffentlicht. Auch wenn die Unternehmen in der Summe den Umsatz des Vorjahres leicht verbessern konnten, bleibt ihre Lage angespannt.

Lesezeit: 3 Minuten

Die genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich 2021 in schwierigem Umfeld überwiegend gut behauptet. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) teilte am Dienstag mit, dass die 1.729 durch den Verband vertretenen Unternehmen im vergangenen Jahr einen geschätzten Umsatz in Höhe von 68 Mrd. € erzielten. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es 64,5 Mrd. €.

Laut DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers bleibt die Warenwirtschaft die umsatzstärkste Sparte im Deutschen Raiffeisenverband. Sie verzeichnete ein Wachstum von 9 % auf 41 Mrd. €. Ausschlaggebend dafür waren die zweistelligen Preisanstiege in den Bereichen Saatgut, Düngemittel, Futtermittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Energie und Baustoffe, wohingegen die verkauften Mengen rückläufig waren.

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Dass sich die Energiepreise innerhalb von zwölf Monaten teilweise vervierfacht hatten, wirkte vor allem kostentreibend auf energieintensive Produkte wie Düngemittel und Futtermittel. In der Mischfutterherstellung verteuerten die insgesamt knapper werdenden Versorgungsbilanzen bei Getreide die Komponenten. Zusätzlich sorgten logistische Herausforderungen für Anspannung am Markt.

Milchpreis gestiegen – Kosten aber auch

Die genossenschaftliche Milchwirtschaft bekam im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin die Auswirkungen Corona-Pandemie zu spüren. Diese Herausforderungen konnte sie allerdings meistern. Bei einer insgesamt guten Nachfrage nach Milchprodukten und einer gleichzeitig weltweit verhaltenen Angebotsentwicklung zeigten sich die Märkte fester, als dies zum Jahresstart erwartet wurde.

Steigende Preise für Milchprodukte auf den nationalen und globalen Märkten führten zu höheren Milcherzeugerpreisen. Der durchschnittliche Milchpreis erreichte 2021 36 Cent. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Rückgängen entsprach dies einer Steigerung von 10,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze der Molkereigenossenschaften kletterten um 3,7 % auf 14,1 Mrd. €.

Die Branche ist gleichzeitig durch höhere Kosten belastet. Neben gestiegenen Aufwendungen für Energie, Logistik und Verpackungsmaterial schlagen auch die Umsetzung stetig steigender Anforderungen an Tierhaltung und Tierwohl und die damit einhergehende Rohstoff- und Marktdifferenzierung zu Buche.

Aufreibende Zeiten für Fleischbranche

Für die Unternehmen der genossenschaftlichen Vieh- und Fleisch-wirtschaft war das Geschäftsjahr 2021 erneut ein Jahr der Extreme. Der Rindfleischbereich war durch gute und stabile Preise gekennzeichnet; gleichzeitig ging das Angebot an Rohware zurück.

Der Schweinesektor litt anhaltend unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Klassische Absatzmärkte für Schweinefleisch waren im Inland nicht zugänglich, und durch Exporteinschränkungen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest fehlten alternative Absatzkanäle in Drittländern. Insgesamt führte dies zu einem drastischen Preisverfall. Die Sparte verbuchte einen Umsatzrückgang von 8,5 % auf 6,1 Mrd. €.

Massive Strukturkrise in der Schweinehaltung

Die deutsche Schweinehaltung steckt in einer massiven Strukturkrise, und die Anzahl gehaltener Tiere erreichte mit 24,6 Mio. den niedrigsten Stand seit 1997. Perspektivisch nimmt der Druck auf die tierhaltenden Betriebe weiter zu. Zwar sieht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung vor, dass ein durch Marktteilnehmer getragenes System zur Unterstützung der Landwirte bei der Schaffung von mehr Tierwohl entwickelt wird, aber ein Finanzierungskonzept und das Bekenntnis zu den Empfehlungen der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft fehlen.

Licht und Schatten bei den Agrargenossenschaften

Auch wenn die Unternehmen in der Summe den Umsatz des Vorjahres mit 1,5 Mrd. € leicht verbessern konnten, bleibt ihre Lage angespannt. Sorgen bereiteten vor allem die hohen Futter-, Energie- und Düngemittelpreise, die vermehrt Spuren in den Bilanzen hinterlassen dürften. Darüber hinaus wird die Gemeinsame Agrarpolitik zu einer Reduzierung der Direktzahlungen führen. Inwieweit diese Rückgänge durch Zahlungen für freiwillige Umweltleistungen kompensiert werden können, bleibt abzuwarten. Positiv ist, dass Agrargenossenschaften zukünftig unter bestimmten Voraussetzungen auch in den Genuss einer Junglandwirte-Förderung kommen können. Damit wurde von der Politik eine zentrale Forderung des DRV erfüllt.

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