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Russland übt vereinzelt Marktmacht bei Weizenexporten aus

Russland nutzt beim Export von Weizen seine Marktmacht gegenüber einzelnen Importländern zu Preisaufschlägen. Das ist das Ergebnis zweier Analysen, die das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) in der 6. Ausgabe seines „Policy Brief” erläutert.

Lesezeit: 2 Minuten

Russland nutzt beim Export von Weizen seine Marktmacht gegenüber einzelnen Importländern zu Preisaufschlägen. Das ist das Ergebnis zweier Analysen, die das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) in der 6. Ausgabe seines „Policy Brief” erläutert.


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Die Preisdiskriminierung durch die russischen Exporteure betrifft nach Darstellung der Wissenschaftler vor allem die von Russland recht stark importabhängigen Nationen in Zentralasien und Nordafrika, etwa Aserbaidschan, den Libanon, die Mongolei, Pakistan und Syrien. Der durchschnittliche Anteil des russischen Weizens an den Gesamtimporten belief sich dort in den Jahren 2002 bis 2009 auf mehr als 50 %.


Insbesondere die Mongolei habe durchweg höhere Preise für russischen Weizen als andere Abnehmerländer gezahlt, so das IAMO. Russland decke in der Mongolei einen Großteil der Weizenimporte ab, und Kasachstan sei der einzige beständige Konkurrent. Marktmacht werde von russischer Seite auch in Albanien, Georgien und Griechenland ausgeübt; allerdings sei das Ausmaß hier gering ausgeprägt.


Insgesamt hat sich laut IAMO einmal mehr die Einschätzung bestätigt, dass Russland auf den internationalen Getreideexportmärkten mittlerweile eine Schlüsselposition einnimmt. Obwohl noch große Produktionspotentiale in Russland ungenutzt seien, habe sich die Nation als einstiger Nettoimporteur von Weizen innerhalb eines Jahrzehnts zu einem der wichtigsten Akteure auf den Weltweizenmärkten entwickelt. 


Russland exportierte dem Institut zufolge in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 11 Mio t und 17 Mio t Weizen in insgesamt etwa 60 Länder. Habe Russland zur Jahrtausendwende nur einen Marktanteil von 0,5 % innegehabt, sei der Anteil bis 2010 beziehungsweise 2011 auf etwa 15 % gestiegen.


Russland sei momentan der viertgrößte Weizenexporteur weltweit. Der Wandel vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur sei einerseits auf den drastischen Einbruch bei der tierischen Produktion Russlands nach 1990 und andererseits auf steigende Weizenerträge seit 2000 zurückzuführen, erklären die Wissenschaftler. Laut Prognosen werde Russlands Weltmarktanteil noch weiter wachsen; bis 2020 könnte es der weltgrößte Weizenexporteur werden. (AgE)


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