Groß Behnitz

Biotagung: Wie Böden mehr Wasser speichern können

Sechs spannende Vorträge zum Thema Ökolandbau hörten am Mittwoch 120 Landwirte und Berater bei der Biomitmachtagung 2030 in Groß Behnitz.

Wie es großen Biobetrieben auf Standorten um die 20 Bodenpunkte z.B. in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt gelingt, trotz Trockenheit wirtschaftlich erfolgreich zu sein, war das Thema der Biomitmachtagung 2030 in Groß Behnitz in Brandenburg am 26. Februar 2020.

Rund 120 Landwirte, Berater und andere Interessierte folgten der Einladung der Ackerbauberater Gustav Alvermann und Conrad Thimm und hörten sechs spannende Berichte von Praxisbetrieben.

Kälber früh an Roggen gewöhnen

Grundlage für die heute gefahrenen Systeme sind oft jahrzehntelange Versuche auf dem Betrieb. So hat Dr. Wilhelm Schäkel von der Bioranch Zempow (Gäa-Verband) in der Müritzregion bei durchschnittlich 18 BP und 350 mm Regen nach 28 Jahre Probierphase seine Fruchtfolge mit dem Ziel einer tiefgründigen Bodenlockerung optimiert und erzielt mit dem erzeugten Futter sehr gute Tageszunahmen in der Rindermast.

Der Landwirt, der rund 120 Angus-Mutterkühe mit Nachzucht sowie 100 Mastrinder hält, hat sich vom Maisanbau mittlerweile komplett verabschiedet. An die Aufnahme von Roggen gewöhnt Dr. Schäkel die Kälber bereits sehr früh. Denn die Fütterung basiert u.a. auf Wickroggen, dem trockenheitsoleranten Roggen und den Tiefwurzlern Luzernen und Hafer. Viel Wert legt der Landwirt auf die Tiefenlockerung des Bodens ohne Pflugsohlenbildung. Als Cashcrop für seinen Betrieb bezeichnete Dr. Schäkel derzeit den Hanf. Seine Fruchtfolge derzeit: Buchweizen mit Untersaat, Luzerne -Klee-Gras (zweij.), Hafer-Peluschken-Sommerwicken, Wickroggen-Hanf-Roggen.

Beweidung durch Rinder als Fruchtfolgeglied

Alles auf die Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und vermehrte CO2-Bindung ausgelegt hat Jens Petermann. „Denn der Boden nimmt zu wenig Wasser auf,“ so seine Feststellung. Auf seinem Demeter-Betrieb gehört zur Fruchtfolge u.a. eine Beweidung der Flächen durch Rinder als Fruchtfolgeglied, 25 % Kleegrasanteil, Untersaaten, Zwischenfrüchte sowie eine ganzjährige Bodenbedeckung. Dazu ist die Weitergabe von Wissen für ihn zentral, ebenso wie die Bereitschaft von Betriebsleiter und Mitarbeiter, „das zu tun, was notwendig ist und nicht das, was man schon immer gemacht hat.“

Bei der Saat von Mais ist Geduld gefordert

Auf exakte Arbeit auf dem Acker legt Christian Eiblmaier von der Öko-Agrargesellschaft Wesenberg mbH Wert (biopark). Der Landwirt betont, wie wichtig schon die Saat für den Erfolg des Hackens ist. Im Fall von Körnermais, den der Landwirt zur Fütterung seiner 35.000 Mastputen einsetzt, sei dabei vor allem die Geduld wichtig, auf Bodentemperaturen deutlich über 10 Grad zu warten, damit der Mais zügig starten kann.

Eiblmaier pflügt und sät dann an einem Tag, um die Feuchtigkeit im Boden zu aktivieren und ein gleichmäßiges Auflaufen zu erreichen. Dann kommt es auf das punktgenaue Hacken mit hoher Schlagkraft an. Sobald die Maisreihen zu sehen sind, hackt er das erste Mal mit 2 km/h, das zweite Mal im Zwei-Blatt-Stadium. Dabei legt Eiblmaier viel Wert auf die Temperatur: Ist die Pflanze zu kalt, reißen die Blätter ab, so seine Erfahrung.

Der dritte Durchgang findet dann 14 Tage später statt, der vierte nach Bedarf. Eiblmaiers Credo dabei: „Wenn man das Unkraut sieht, ist es schon zu spät!“ Um zum entscheidenden Zeitpunkt genug Schlagkraft zu haben, rät er genug Ersatzschare vorrätig zu haben. Je 100 ha Anbaufläche hat Eiblmaier je eine Hacke im Frontanbau auf dem Betrieb.

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