Biomasse-Verband
"Ausstieg aus russischen Gas- und Erdölimporten notwendig"
Nachdem Russland angedroht hat, den Gaspreis zu verdoppeln, fordert der Österreichisch Biomasse-Verband den schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Energieimporten. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket soll nächste Woche präsentiert werden.
„Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir uns bei Erdgas und Erdöl in einer fatalen Abhängigkeit von einem unberechenbaren Diktator befinden und diesen durch unsere Energierechnung finanzieren“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Angesichts des Einmarsches von Putins Truppen in der Ukraine und den Drohungen Russlands mit einer Verdopplung des Gaspreises brauchen wir einen nationalen Schulterschluss zum Ausstieg aus fossilen Energieimporten und zum schnellstmöglichen Ausbau aller erneuerbarer Energieträger.“
Der Österreichische Biomasse-Verband hat diesen Vorschlag für ein Maßnahmenpaket zum Ausstieg aus russischen Energieimporten erarbeitet:
• Notfallplan zur schnellstmöglichen Halbierung und zum mittelfristigen Ausstieg aus russischen Energieimporten; Umstellung der Fernwärme und Gasheizungen auf erneuerbare Energie; Errichtung von Kapazitäten für die erneuerbare Gasproduktion.
• Mobilisierungsplan für nachwachsende Rohstoffe zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit bei kurzfristig stark steigendem Bedarf an Erdgas-Ersatzbrennstoffen.
• Strikte Absage zur Außer-Nutzung-Stellung von Waldflächen, für überbordende bürokratische Zertifizierungen und Nutzungseinschränkungen für Holzenergie im European Green Deal.
Starke Abhängigkeit von Lieferungen aus Kriegs- und Krisengebieten
Österreich ist bei Erdöl zu 95 % von Importen abhängig und bei Erdgas zu 93 %. Österreich bezieht neben 80 % seines Gasbedarfs auch 10 % seines Rohölbedarfs aus Russland. Auch bei unseren wichtigsten Rohöllieferländern Kasachstan, Libyen, dem Irak und Aserbaidschan ist die langfristige Versorgungssicherheit nicht gegeben. Dagegen übersteigt die heimische Produktion von Energieholzsortimenten wie Brennholz, Pellets oder Hackgut insgesamt den Verbrauch in Österreich.
Sichere Energieversorgung mit Holz aus der Region
Die Versorgung mit heimischen Energieholzsortimenten ist hingegen langfristig gewährleistet: Aufgrund des Waldumbaus zu mehr Laubholz fallen in unseren Wäldern und auch während der Weiterverarbeitung in der Holzindustrie immer größere Energieholzmengen an. Im Gegenzug wird sich der Raumwärmebedarf infolge fortschreitender Sanierung und immer effizienterer Kesseltechnologie bis 2050 halbieren. Das schafft – gemeinsam mit dem noch immer nicht genutzten Zuwachs in unseren Wäldern – Raum für den schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien.
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