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Kritik

Schweinehalter kritisieren Greenpeace Marktcheck

Greenpeace behauptet, 90 % des Schweinefleisches in Österreich kommen aus Haltungen, die lediglich dem gesetzlichen Mindeststandard entsprechen. Der Verband der Schweinehalter dementiert.

Lesezeit: 3 Minuten

"Über 90 % des Schweinefleisches in den österreichischen Supermärkten erfüllt nur die minimalen gesetzlichen Standards bei Tierhaltung und Fütterung. Der Anteil an herkömmlichem Schweinefleisch mit zumindest etwas mehr Platz liegt im Supermarkt gerade einmal bei rund 5 %, aus biologischer Tierhaltung nur bei etwa 1,5 %." Dies ist die Konklusio des Greenpeace-Marktcheck der vor Kurzem veröffentlicht wurde.

Diese Behauptung ist laut dem Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) eine Falschmeldung, wie ein Blick auf die Daten der österreichischen Klassifizierungsdienste zeigen würde. Wir nehmen den Tier- und Umweltschutz in der Schweinehaltung ernst, und setzen seit Jahren alles daran, unsere Leuchtturmprojekte in diesen Bereichen von Nischenprogrammen zu breitentauglichen Produktlinien auszubauen", erklärt VÖS-Obmann Franz Rauscher.

Mehr als die Hälfte der Schweine über österreichischem Gesetz

Im Jahr 2023 wurden 41 % der Schweine gemäß österreichischem Mindeststandard gehalten - dieser geht z.B. im Platzangebot, in den Vorgaben für die Haltung von Mutterschweinen sowie in der Gruppenhaltung von Mastschweinen über den EU-Standard hinaus. Knapp 53 % der Schweine werden im Rahmen der Basis-Kriterien des AMA-Gütesiegels gehalten, wo neben umfassenden Vorgaben ein höheres Platzangebot (+10 %), kontrollierte Futtermittel und regelmäßige Kontrollen vorgeschrieben sind. Außerdem darf ab 2024 nur noch entwaldungsfreier Soja eingesetzt werden.

Bei weiteren 4 % der Schweine gelten die Kriterien des AMA-Gütesiegel-Moduls "mehr Tierwohl", wo je nach Stufe 60 % beziehungsweise 100 % mehr Platz angeboten werden, und in der höchsten Stufe unter anderem ein Auslauf und ausschließlich europäische, gentechnikfreie Futtermittel vorgeschrieben sind. Die verbleibenden 2 % der Schweine werden nach Bio-Richtlinien gehalten.

Bio- und Tierwohlschweine seit 2019 verdoppelt

Die Segmente Bio- und Tierwohl-Schweinehaltung haben sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Rauscher kritisiert die Darstellung von Greenpeace weiter: "Alle in Österreich gehaltenen Schweine werden nach strengeren Standards gehalten, als die EU vorgibt. Und bei über 50 % übertrifft die Haltung zusätzlich noch das österreichische Gesetz. Mehr als 19.000 Schweinebäuerinnen und -bauern kümmern sich tagtäglich sorgsam um ihre Tiere, und haben es nicht verdient, mit solchen Fehldarstellungen konfrontiert zu werden."

Tierwohl-Ware muss auch gekauft werden

"Die Umstellung zu mehr Tierwohl ist angelaufen. Aber unsere landwirtschaftlichen Betriebe können nicht am Markt vorbei produzieren. Die Leute müssen die teurere, nach schärferen Kriterien produzierte Ware auch kaufen", stellt Rauscher klar.

Der flächendeckende Ausbau der Bio- und Tierwohl-Schweinehaltung könne nur gelingen, wenn alle Partner entlang der Wertschöpfungskette und letztlich auch die Konsumentinnen und Konsumenten an einem Strang ziehen.

Neben einer umfassenden Herkunftskennzeichnung, die der Verband Österreichischer Schweinebauern bereits seit Jahren einfordert, kann auch eine Auslobung der Haltungsformen zielführend sein, um die Nachfrage nach Bio- und Tierwohlfleisch anzukurbeln. "Eine echte Weiterentwicklung kann nur durch Zusammenarbeit auf allen Ebenen gelingen", sagt Rauscher.

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